Acer Predator Extreme im Test: ein Offroad-Scooter mit Vorwärtsstellung

Dieser E-Scooter meistert jedes Gelände wie ein Dirtbike – und sieht dabei auch ein bisschen so aus

T3 Recommends Award
Acer Predator Extreme PES017
(Bildnachweis: Future)
T3 Fazit

Ein sehr leistungsfähiger Offroad-Scooter mit beeindruckender Federung und viel Drehmoment. Allerdings ist die nach vorne gerichtete Fahrposition gewöhnungsbedürftig. Einige Features sind zudem zu einfach gehalten.

Pro
  • +

    Tolle Federung

  • +

    Viel Drehmoment für Steigungen

  • +

    Einzigartiges Design

Kontra
  • -

    Nach vorne gerichtete Fahrposition ist gewöhnungsbedürftig

  • -

    Technik am Lenker eher einfach gehalten

  • -

    Geringe Höchstgeschwindigkeit

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Der Acer Predator Extreme PES017 ist alles andere als ein normaler E-Scooter. Diese Offroad-Maschine fällt schon durch ihr Design auf und liefert deutlich mehr Power, als du dir von einem typischen Pendler-Scooter gewohnt bist. Fairerweise passt dieses unkonventionelle Denken perfekt zu einem Gaming-Unternehmen, das sich auf neues Terrain wagt – und genau das macht es spannend. Für viele geht Acer mit diesem Modell aber wahrscheinlich einen Schritt zu weit.

Ich bin großer Fan von E-Scootern. Sie bringen dich schnell und bequem von A nach B, ganz ohne in die Pedale treten zu müssen. Meine ersten Tests habe ich in Chicago gemacht, wo man mit E-Scooter völlig legal auf der Straße fahren darf, solange sie bestimmte Geschwindigkeits- und Motorlimits einhalten. In Großbritannien ist das anders: Dort sind nur Leih-Scooter im Straßenverkehr erlaubt. Gekaufte Modelle dürfen nur auf Privatgelände gefahren werden.

Das ist zugegebenermaßen etwas frustrierend, aber E-Scooter haben trotzdem ihren Platz. Besonders, wenn sie wie der Acer Predator Extreme für Offroad-Abenteuer gemacht sind. Wenn du zum Beispiel zum Campen fährst, kannst du ihn bequem ins Auto packen und dich auf dem Campingplatz bewegen. Außerdem kannst du den Scooter in vielen europäischen Ländern auch auf der Straße nutzen.

Mit seinem 350-W-Motor liefert der Extreme PES017 ordentlich Drehmoment und schafft Steigungen von bis zu 18 %. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 25 km/h (15,5 mph) zwar eher zurückhaltend, und auch die Reichweite von 32 km (20 Meilen) liegt unter der Konkurrenz. Aber hier geht’s weniger um Tempo oder Distanz, sondern darum, überall hinzukommen.

Acer Predator Extreme PES017

(Image credit: Future)

Wie viel kostet er?

Der Acer Predator Extreme PES017 liegt in Europa preislich bei 1200 €, umgerechnet etwa £1050 oder $1400. Im Acer Store ist er allerdings aktuell als nicht vorrätig gelistet, ohne andere Kaufoptionen.

Für einen Offroad-Roller ist dieser Preis ziemlich fair. Der Segway GT3 E mit ähnlichen Specs liegt bei rund £1400 / $1700, der noch leistungsstärkere Apollo Phantom 2.0 sogar bei £2300 / $2200.

Acer Predator Extreme Aufbau

(Image credit: Future)

Aufbau

Bei diesem Roller musst du auch den Ständer und die Fußplatten selbst anbringen, auf denen du beim Fahren stehst. Das Zusammenbauen geht aber ziemlich rund, auch wenn du dafür direkt unter dem Roller herumschrauben musst, um die Platten und den Ständer zu befestigen. Ein großer Pluspunkt ist, dass alle Werkzeuge bequem im Lieferumfang enthalten sind. Am besten rechnest du dafür ca. 30 Minuten ein.

Die Anleitung empfiehlt, den Akku etwa fünf bis sechs Stunden zu laden. Bei mir war er aber schon ein bisschen voll, daher ging es deutlich schneller. Das Ladegerät ist im Lieferumfang dabei, und der Anschluss ist mit einem Gummistopfen geschützt. Sobald der Akku voll ist, wechselt die Farbe auf dem Ladegerät von Rot auf Grün.

Alternativ kannst du den Akku auch separat laden, sodass du den Roller nicht in dein Zuhause tragen musst. Das kann besonders von Nutzen sein, wenn der Roller nach Offroad-Einsätzen mal voller Schlamm ist.

Acer Predator Extreme PES017

(Image credit: Future)

Design und Bauweise

Die meisten E-Scooter sehen ziemlich identisch aus: graues Plastikfinish, gerade Lenker, die sich zusammenklappen lassen, und zwei kleine Räder. Nicht so beim Predator Extreme. Bereits beim Auspacken erinnert er eher an ein Mini-Motorrad als an einen Scooter, mit einem erhöhten Frontbereich und zwei Fußplatten an den Seiten der Räder statt einer klassischen Standplattform.

Dieses Design beeinflusst auch, wie du den E-Scooter fährst: Du stehst nach vorne gerichtet, mit je einem Fuß auf jeder Seite des Hinterrads, statt seitlich wie bei einem normalen Roller.

Acer Predator Extreme PES017

(Image credit: Future)

Der Haupt-Einschaltknopf sitzt direkt am Rahmen des Rollers. Dieser große rote Knopf fungiert als Hauptschalter und trennt die komplette Stromzufuhr. Bei den meisten anderen Rollern schaltest du über den Lenker ein. Hier aber fühlt sich das wie ein praktisches Sicherheitsfeature an.

Im Vergleich zum restlichen Roller wirken die Funktionen am Lenker etwas altbacken. Die Klingel erinnert an ein altes Fahrrad, und auch Bremsen und Griffe wirken sehr einfach. Der Computer, der Geschwindigkeit und Modi anzeigt, kommt mit seinem schlichten einfarbigen LED-Display auch eher minimalistisch daher.

Im Gegensatz dazu wirkt der Roller selbst hochwertig. Der Metallrahmen und die freiliegende Federung geben ihm ein robustes Gefühl und zeigen sofort, dass er für ernsthafte Offroad-Einsätze gemacht ist.

Acer Predator Extreme PES017

(Image credit: Future)

Fahren

Einen Roller zu fahren, der nach vorne ausgerichtet ist, ist zugegebenermaßen Gewöhnungssache, vor allem wenn du jahrelang Modelle mit Standardplattform gefahren bist. Schon beim Abstoßen musst du den Roller mit einem Fuß an der Seite ausbalancieren. Sobald du in Bewegung bist, wird es einfacher, doch auch hier braucht es Übung, das Gewicht nach vorne zu verlagern, wenn du Gas gibst.

Die Leistungsabgabe verzögert sich ein bisschen, besonders auf der höchsten Stufe. Sobald das Drehmoment einsetzt, kann es dich leicht nach hinten werfen, wenn du zu weit zurücklehnst. Ich würde deshalb empfehlen, am Anfang nicht gleich Vollgas zu geben, bis du ein Gefühl dafür hast.

Der Acer Predator Extreme hat sowohl vorne als auch hinten eine Federung, die angenehm nachgibt. So fühlt sich selbst raues Gelände glatt an, und du kannst sogar kleine Sprünge machen, wo es passt.

Mit dem 350‑W‑Motor hat der Roller mehr als genug Drehmoment, um steile Steigungen zu meistern, auch wenn bereits bei 15 mph Schluss ist. Ich nehme an, die Höchstgeschwindigkeit wurde so niedrig angesetzt, damit er in mehr Ländern zugelassen wird. Andere Roller wie der Apollo Phantom oder der Segway GT3 Pro schaffen vergleichsweise mehr als das Doppelte. Ob die meisten Offroad-Fahrer wirklich 50 mph brauchen, sei natürlich dahingestellt – mehr als 15 mph wären aber wünschenswert.

Acer Predator Extreme PES017

(Image credit: Future)

Sollte ich den Acer Predator Extreme PES017 kaufen?

Acer hat mit dem Predator Extreme sich auf neues Terrain gewagt und die Offroad-Fähigkeiten ordentlich ausgebaut. Das nach vorne gerichtete Design sorgt für deutlich mehr Federung als bei den meisten anderen Rollern – perfekt für unebenes Gelände.

Im alltäglichen Straßenverkehr (an Orten, wo es legal ist) bevorzuge ich allerdings das seitliche Plattform-Design. Preislich wäre der Segway Max G3 hier die bessere Wahl – allerdings kann er im Gelände nicht mithalten.

Ich hoffe wirklich, dass das kein einmaliger Ausflug von Acer bleibt, denn der Rollermarkt könnte mehr große Player vertragen. Der Predator Extreme geht mit einigen seiner Features über das Übliche hinaus. Im Moment ist sein volles Potenzial allerdings noch genauso begrenzt wie seine Höchstgeschwindigkeit.

Acer Predator Extreme PES017

(Image credit: Future)
Mat Gallagher

As T3's Editor-in-Chief, Mat Gallagher has his finger on the pulse for the latest advances in technology. He has written about technology since 2003 and after stints in Beijing, Hong Kong and Chicago is now based in the UK. He’s a true lover of gadgets, but especially anything that involves cameras, Apple, electric cars, musical instruments or travel.

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