Technics SC-CX700 kabelloses Lautsprechersystem im Test: Klangvoll und optisch beeindruckend
Diese kabellosen Lautsprecher liefern einen perfekt ausbalancierten Klang für verschiedenste Quellen
Die CX700-Lautsprecher sind eine Mischung aus Alt und Neu und bieten eine breite Palette an Eingabemöglichkeiten – von Streaming-Diensten bis hin zu Vinyl. Sie liefern einen unglaublich detaillierten Klang mit einer satten Wiedergabe, besonders bei Schallplatten. Zwar erreichen sie nicht die Durchschlagskraft mancher Smart Speaker, aber Audiophile werden ihre Qualität zu schätzen wissen.
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Riesige Auswahl an Eingabemöglichkeiten
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Schönes Design
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Sehr natürlicher Klang – besonders bei Vinyl
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Für manche vielleicht zu neutral
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App wirkt etwas altbacken
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Apple Music-Streaming wird nicht unterstützt
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Bilal Fahmi
Das Technics SC-CX700 ist ein hochwertiges Set kabelloser Regallautsprecher. Wie viele moderne Regallautsprecher bieten sie eine Vielzahl an Eingängen, die zu deiner Art des Musikhörens passen – egal, ob von Plattenspieler, Fernseher, Streaming-Device oder Smartphone.
Einige hochwertige Smart-Lautsprecher, wie der Sonos Era 300, sind zwar in der Lage, Musik aus einer ähnliche Bandbreite an Quellen abzuspielen. Bei den Technics-Lautsprechern geschieht das jedoch auf eine andere Art. Die vergleichsweise großen Boxen bieten eine Vielzahl an Eingängen, darunter voll geerdete Phono-Stereo-Anschlüsse sowie optische, HDMI-, USB-C- und LAN-Eingänge.
Die Boxen lassen sich drahtlos oder per LAN mit deinem Netzwerk verbinden und bieten Zugriff auf Internetradio und Streaming-Dienste wie Spotify, Amazon Music, Tidal, Qobuz und Deezer. Alternativ kannst du via Bluetooth direkt vom Handy, Tablet oder Laptop Musik abspielen.
Es handelt sich nicht um Miniaturlautsprecher: Die vergleichsweise großen Boxen sind mit einem Mikrofaser-Material überzogen, das ihnen eine wildlederartige Optik verleiht. Besonders in der Farbe Terracotta Brown wirken sie außergewöhnlich. Falls du es dezenter magst, gibt es auch eine schwarze und eine graue Option.
Wenn Technics bisher nicht zu deinen ersten Optionen für ein Heimlautsprechersystem gehörte, könnte dieses kabellose Paar deine Meinung ändern. Ich habe einige Wochen lang ihren Klang getestet und war überzeugt.
Wie viel kosten die Technics SC-CX700 Lautsprecher?
Die Technics SC-CX700 sind nichts, was man einfach so nebenbei kauft. Ein Paar kostet etwa 2400 £, also mehr als die beliebten KEF LS50 Wireless II. Auch im Vergleich zu einem Paar Sonos Five oder den All-in-One-Streaming-Lautsprechersystemen von Cambridge Audio und Ruark liegt der Preis deutlich höher.
Sie kamen im September 2024 auf den Markt und sind in der Technics-Reihe aus Verstärkern, Plattenspielern, Kopfhörern und herkömmlichen Lautsprechern ein einzigartiges Modell. Optisch unterscheiden sie sich zudem deutlich von den Ottava All-in-One-Systemen von Technics.
Funktion und Design
Jeder Lautsprecher ist 31,3 cm hoch und fast genauso tief (27,6 cm). Mit einem Gewicht von 9,1 kg pro Stück sind sie definitiv keine Leichtgewichte – dein Regal sollte also stabil genug sein.
Die Bauweise wirkt sehr hochwertig: Verstärker und Lautsprechergehäuse sind getrennt, damit keine Vibrationen den Klang verfälschen. Insgesamt kommt das System auf 200 Watt Leistung – pro Lautsprecher steckt also ein 60-Watt-Subwoofer und ein 40-Watt-Hochtöner drin. Verbaut ist ein 2-Wege-Koaxial-Tieftöner mit 15 cm Durchmesser, in den ein 1,9-cm-Hochtöner integriert ist. Für extra Druck sorgt außerdem ein großer Bassreflexkanal auf der Unterseite.
Der Verstärker steckt im Hauptlautsprecher, der das Signal kabellos an die zweite Box sendet und so für echten Stereoklang sorgt. Auf Wunsch kannst du die beiden auch per Kabel verbinden. Über einen Schalter auf der Rückseite legst du fest, ob der Hauptlautsprecher links oder rechts spielt. Die Touch-Bedienelemente findest du auf der Oberseite.
Die Lautsprecher kannst du auf verschiedene Arten steuern. Direkt am Hauptlautsprecher gibt es Tasten für Eingänge und Lautstärke, dazu liegt eine Fernbedienung bei, die noch ein paar Extras mitbringt. Am meisten Kontrolle hast du aber über die Technics Audio Center App, die es sowohl für iOS als auch für Android gibt.
Auf der Rückseite zeigt der Hauptlautsprecher, was wirklich in ihm steckt. Statt nur einem einfachen Aux-Eingang bekommst du hier eine ganze Auswahl an Anschlüssen, sodass du deine Geräte ohne zusätzliche Adapter direkt verbinden kannst.
Schließt du die Lautsprecher über HDMI an, kannst du sie als Soundbar für deinen Fernseher oder deine Streaming-Box nutzen und dir Klang in Kinoqualität ins Wohnzimmer holen. Der optische Eingang eignet sich für Streaming-Boxen, Konsolen und andere digitale Quellen. Außerdem gibt es einen USB-C-Anschluss für den Computer und einen LAN-Port, falls du lieber auf eine stabile Kabelverbindung setzt, anstatt WLAN zu nutzen.
Neben dem klassischen 3,5‑mm-Aux-Eingang gibt es auch Stereo-Phono-Eingänge und eine Erdungsklemme, sodass du direkt einen Plattenspieler anschließen kannst. Das ist bei KEF-Lautsprechern nicht möglich, bei All-in-One-Geräten von Cambridge Audio und Ruark Audio hingegen schon. Unterstützt werden Plattenspieler mit beweglichem Magnet-Tonabnehmer. Ein zusätzlicher Verstärker wird nicht benötigt.
Konnektivität und App
Das Einrichten der Lautsprecher geht ziemlich schnell und einfach. Direkt nach dem Einschalten waren die Lautsprecher miteinander verbunden und gaben sofort Sound von einer direkten Quelle oder via Bluetooth von meinem Handy wieder.
Um alles optimal einzurichten, empfiehlt sich jedoch die Technics Audio Center App. Die Installation ist einfach, und die App führt dich Schritt für Schritt durch die Verbindung mit deinem Heim-WLAN und die Klangkonfiguration.
Über die Space Tune-Funktion kannst du ein eigenes Klangprofil erstellen: Standardmäßig gehen die Lautsprecher davon aus, dass sie frei im Raum stehen, ohne störende Objekte in der Nähe. Du kannst jedoch angeben, ob sie an einer Wand, in einer Ecke oder auf einem Regal stehen, und der Sound wird entsprechend angepasst. Zusätzlich gibt es eine automatische Einstellung, bei der ein Testton die akustische Umgebung misst und den Klang regelt. Optional lässt sich der Sound für jede Hörposition oder jeden Lautsprecher separat feinjustieren.
Falls erforderlich, kannst du die Bässe und Höhen der Lautsprecher sowie die Links/Rechts-Balance auch manuell einstellen. Über die App erhältst du Zugang zu einer großen Auswahl an Internetradio-Sendern sowie zu Streaming-Diensten wie Amazon Music, Tidal, Spotify, Roon, Deezer und Qobuz. Apple Music wird leider nicht unterstützt.
Wenn du Musik direkt von deinem Handy oder Tablet abspielen möchtest, unterstützt das System auch Google Cast und Apple AirPlay, um über WLAN abzuspielen, anstatt separat über Bluetooth verbinden zu müssen.
Insgesamt erledigt die App ihre Aufgaben zuverlässig. Optisch wirkt sie jedoch etwas veraltet: Das durchgehend monochrome Design mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund wirkt nüchtern. Außerdem gab es vereinzelt Probleme beim Abspielen von Titeln direkt vom Telefon, wobei AirPlay in der Praxis meistens die stabilere Lösung war.
Leistung
Wenn es etwas gibt, wonach man Lautsprecher beurteilen sollte, dann ist es die Qualität ihres Klangs. Und die wird hier schon beim ersten Ton deutlich.
Ich habe Musik aus verschiedenen Quellen über die Technics SC-CX700 abgespielt, um ein möglichst umfassendes Bild ihrer Leistung zu bekommen.
Von digitalen Quellen – egal ob Smartphone, Streaming-Dienste oder Internetradio – liefern die Lautsprecher einen klaren, detailreichen Sound. Ob wuchtige Grunge-Tracks wie Why Go von Pearl Jam oder akustische Stücke wie Talk Tonight von Oasis: Die ganze Klangvielfalt ist sofort da.
Der Sound dieser Lautsprecher bleibt extrem neutral, selbst wenn du Bässe oder Höhen anhebst. Im Vergleich zu vielen Smart Speakern wirkt das anfangs vielleicht etwas zurückhaltend – keine wummernden Tiefen, keine schrillen Höhen. Aber genau dadurch klingt alles unglaublich detailreich und natürlich. Perfekt also für Musiker:innen, die Aufnahmen machen, oder für alle, die Wert auf einen authentischen Klang legen.
Richtig spannend wird es, wenn du einen Plattenspieler anschließt. Auch wenn der Klang hier nicht direkt in die Magengrube fährt, passt sich die natürliche Balance hervorragend an den warmen Vinyl-Sound an. Ehrlich gesagt ist das einer der besten Vinyl-Klänge, die ich je gehört habe.
Als ich Rufus Wainwrights Version von Leonard Cohens Sisters of Mercy hörte, hatte ich sofort Gänsehaut. Ein Album von Jordan Rakei ließ mich direkt an seinen Live-Auftritt zurückdenken. Und selbst Taylor Swifts Folklore wirkte über diese Lautsprecher noch intensiver. Die digitale Version kommt da einfach nicht ran.
Sollte ich Technics SC-CX700 kaufen?
Die Technics SC-CX700 sind weit mehr als nur ein Statement Piece. Es sind Lautsprecher für alle, die ihre Musik aus ganz unterschiedlichen Quellen genießen. Der Klang ist den Preis absolut wert – voll, klar und gleichzeitig angenehm natürlich, besonders wenn es um Vinyl geht.
Wenn du nach einem basslastigen digitalen Streamer suchst, sind diese Lautsprecher wahrscheinlich nichts für dich. Wenn du allerdings einen Subwoofer dazunimmst, könnte es passen. Auch für TV-Ton sind sie nicht unbedingt die beste Wahl – dafür gibt es kleinere und optisch unauffälligere Alternativen. Aber wenn du deine Schallplatten liebst und sie zusammen mit digitalen Streaming-Quellen hören möchtest (außer Apple Music), dann sind die Technics SC-CX700 definitiv eine starke Option.
Ebenfalls eine Überlegung wert
Wenn dein Budget nicht ganz für die CX700 reicht, gibt es trotzdem ein paar spannende Alternativen für Audiophile. Das Ruark R410 All-in-One-System liefert einen tollen Klang und bietet ähnlich viele Möglichkeiten wie das Technics – inklusive Phono-Eingang und diverser Streaming-Optionen. Es ist zwar nicht ganz so kraftvoll, dafür aber rund 1000 Euro günstiger.
Wenn dir ein klassisches Stereo-Paar besser gefällt, könnten die KEF LS50 Wireless II etwas für dich sein. Zwar fehlt hier ein Phono-Eingang, aber du kannst den 3,5-mm-Aux-Anschluss oder Bluetooth nutzen – vorausgesetzt, dein Plattenspieler unterstützt das. Die Lautsprecher sind etwas kompakter als die von Technics, sehen aber genauso schick aus und liegen preislich bei knapp unter 2000 Euro.
As T3's Editor-in-Chief, Mat Gallagher has his finger on the pulse for the latest advances in technology. He has written about technology since 2003 and after stints in Beijing, Hong Kong and Chicago is now based in the UK. He’s a true lover of gadgets, but especially anything that involves cameras, Apple, electric cars, musical instruments or travel.
