Adidas Dropset 4 im Test: Besser als es scheint
Ein Gym-Allrounder mit CrossFit-Ambitionen, im echten Training getestet
Der Adidas Dropset 4 ist ein sicherer, ausgewogener Trainingsschuh, der bei Krafteinheiten und funktionellen Trainingseinheiten hervorsticht. Seine flache, breite Plattform bietet hervorragende Stabilität, während der Repetitor-Schaum und Energiestäbe gerade genug Vielseitigkeit für Sprünge und kurze Läufe bieten. Er wurde nicht für lange Distanzen kreiert, aber als zuverlässiger Allrounder im Fitnessstudio ist er eine tolle Wahl.
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Eine breitere Sohle schafft Vertrauen
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Repetitor-Schaum sorgt für gleichbleibende Festigkeit
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Energiestäbe sorgen für Vorfußantrieb für kurze Läufe
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Geräumige Zehenbox
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Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
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Nicht für Langstreckenläufe geeignet
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Die Reaktion auf den Footadapt Sockliner kann sich für manche ungewöhnlich anfühlen
Warum können Sie T3 vertrauen?
Mara Mainka
Die Dropset-Workout-Schuhlinie von Adidas hatte schon immer einen merkwürdigen Markt. Zu stabil für Läufer*innen, zu flexibel für Purist*innen und nicht beeindruckend genug, um die CrossFit-Debatte so zu dominieren, wie es Nikes Metcon-Reihe seit einem Jahrzehnt tut.
Mit dem Dropset 4 versucht Adidas nicht, diese Identität neu zu erfinden. Stattdessen soll Frieden damit geschlossen werden.
Auf den ersten Blick fühlt sich der Dropset 4 fast identisch zum hoch bewerteten Vorgänger, dem Adidas Dropset 3, an. Das Profil ist flach, die Basis breit, und der Schuh kommuniziert sofort Stabilität statt Schnelligkeit. Dennoch hat die Marke ihre Botschaft diesmal etwas verschoben.
Der Dropset 4 wird nicht mehr ausschließlich als Kraft-Training-Schuh gerahmt. Jetzt wird er als Functional-Training-Allrounder positioniert, der von schweren Deadlifts über Box Jumps bis hin zu kurzen Läufen von bis zu 800 Metern alles mitmacht. Helfen die neuen Features, dieses Ziel zu erreichen?
Der Komfort einer breiten Basis
Das Erste, was beim Hereinschlüpfen in den Dropset 4 auffällt, ist die Plattform. Die Mittelsohle wirkt vertrauenerweckend flach, und die Basis ist so breit, dass Balance unter der Langhantel kein Thema ist. Bei Deadlifts, Squats und anderen Grundübungen verhält sich der Schuh geerdet, vorhersehbar und vermittelt Vertrauen.
Er klemmt den Fuß nicht so fest wie der Nike Metcon 10, unsicher fühlt es sich dennoch nie an. Die Balance fällt verzeihender aus, was den Wechsel zwischen Übungen erleichtert, ohne dass sie sich nach spezialisierten Schuhen fürs Krafttraining anfühlen.
Die geräumige Zehenbox verdient eine besondere Erwähnung. Ich habe es gelernt in Adidas-Trainern eine halbe bis ganze Größe nach oben zu gehen; in diesem Fall lieferte EU-Größe 46 (GB Größe 11) endlich die gesuchte Passform: nicht zu lang, nicht zu eng und mit genug Platz, damit breite Füße atmen können. (Zum Vergleich: 44,5 in Nike, 45 in New Balance sowie 46 in Adidas und Hoka.)
Repetitor, Rods und Realität
Das durchgehende Repetitor-Schaumstoffmaterial bildet das Rückgrat des Dropset 4. Es bietet unter dem Fuß eine gleichmäßige Festigkeit, ohne leblos zu wirken – genau das, was man in einem Trainingsschuh will. Kein schwammiges Nachgeben unter Last, aber genug Nachsicht, damit Übungen mit eingebautem Aufprall komfortabel bleiben.
Laufen ist technisch möglich. Der Schaum in Kombination mit den internen Energiestäben sorgt für ein kontrolliertes, leicht vorwärtstreibendes Laufgefühl. Die Stäbe bringen Stabilität in den Mittelfuß und Vorfuß, erleichtern Übergänge und stabilisieren jeden Schritt.
Trotzdem wäre der Dropset 4 nicht die erste Wahl für längere Distanzen. Kurze Sprints am Ende einer Trainingseinheit funktionieren gut. Ein schneller 400–800 m Warm-up-Jog ist gerade noch angenehm. Alles darüber hinaus geht schnell auf die Waden – es bleibt ein Trainingsschuh, der so tut, als ob er ein Laufschuh währe, nicht umgekehrt.
Fuß-Noppen und Muskelgedächtnis
Adidas bewirbt diesen Schuh nicht als Hyrox-Modell – zu Recht. Hyrox-Athlet*innen greifen aus gutem Grund zu federnderen, energetischeren Sneakers wie dem Puma Deviate Nitro 3. Wenn Cardio die Session dominiert, zählt Federung, nicht Zurückhaltung.
Ein interessantes Feature ist die FOOTADAPT-Einlegesohle. Adidas sagt, sie verbessere das Fußgefühl und die Balancekontrolle. Optisch erinnert sie an jene Massage-Clogs, die in den 80ern und 90ern einfach überall waren.
Über die Effektivität lässt sich streiten, subjektiv fühlt sich das aber gut an. Es gibt eine subtile Rückmeldung unter dem Fuß, wodurch der Schuh stärker mit der Bewegung verbunden wirkt. Ob das messbare Performance-Gewinne bringt, ist diskutabel, im Trainingsalltag fühlt es sich jedoch einfach gut an.
Ein besserer Generalist, als er zugibt
Im Vergleich zum On Cloudpulse Pro wirkt der Dropset 4 offener, anpassungsfähiger und entspannter. Der On-Schuh ist schmaler und stärker fixiert, mit angehobener Ferse, was beim Squatten hervorragend ist. Der Adidas fühlt sich dagegen wie der bessere Generalist an: nicht ganz so spezialisiert, dafür deutlich vielseitiger.
Genau diese Vielseitigkeit verkauft Adidas mit der „All You Need“-Kampagne – und ausnahmsweise wirkt der Slogan nicht völlig hohl.
Der Dropset 4 hat mit 130 € einen attraktiven Preis. In einer Welt, in der Running-Schuhe regelmäßig an der 200-Euro-Marke kratzen, ist es erfrischend, einen wirklich vielseitigen Trainingsschuh zu sehen, der auf dem Boden der Tatsachen bleibt.
Unser Testurteil
Der Adidas Dropset 4 ist nicht der aufregendste Trainingsschuh, und genau deshalb funktioniert er. Stabil, ohne bretthart zu sein, vielseitig, ohne beliebig zu wirken, und bequem, ohne zu weich zu werden.
Er versucht nicht, revolutionär zu sein. Er gibt nicht vor, drei verschiedene Paare zu ersetzen. Geboten wird eine stabile, bequeme, langlebige und überraschend spaßige Plattform für genau jene Workouts, die die meisten Menschen tatsächlich machen.
Wenn das Training irgendwo zwischen schweren Lifts, Zirkeln und gelegentlichen Sprints stattfindet, untermauert der Dropset 4, was Adidas behauptet: alles, was wirklich gebraucht wird.
Der Dropset 4 ist jetzt bei Adidas DE zum empfohlenen Verkaufspreis von 130 € erhältlich.

Matt Kollat is a journalist and content creator for T3.com and T3 Magazine, where he works as Active Editor. His areas of expertise include wearables, drones, action cameras, fitness equipment, nutrition and outdoor gear. He joined T3 in 2019.
His work has also appeared on TechRadar and Fit&Well, and he has collaborated with creators such as Garage Gym Reviews. Matt has served as a judge for multiple industry awards, including the ESSNAwards. When he isn’t running, cycling or testing new kit, he’s usually roaming the countryside with a camera or experimenting with new audio and video gear.