DJI Avata 2 im Test: Newby-FPV-Fliegen auf dem nächsten Level

Setz deine FPV-Brille auf und bereite dich auf eines der faszinierendsten Erlebnisse seit Meta Quest vor

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DJI Avata 2-Test: Drohne fliegt mit hoher Geschwindigkeit durch ein Tal
(Bildnachweis: DJI)
T3 Fazit

Die neue Avata 2-Drohne von DJI bringt immersives FPV-Fliegen für alle, mit intuitiver Steuerung, erstaunlichen Flugeigenschaften und der Fähigkeit, mit einer einfachen Stickbewegung Flips und Drifts auszuführen. Diese kleine Wunderkiste ist auf einem ganz anderen Level, wenn es darum geht, schnelle, atemberaubende Aufnahmen aus der Vogelperspektive zu produzieren. Ein uneingeschränktes High Five!

Pro
  • +

    Beeindruckende Flugeigenschaften

  • +

    Einfache und intuitive Steuerung

  • +

    Immersives FPV-Erlebnis

  • +

    Robustes, crashsicheres Design

  • +

    Hinderniserkennung vorne und hinten

Kontra
  • -

    Manueller Modus ist extrem anspruchsvoll

  • -

    Der manuelle Modus erfordert einen zusätzlichen Controller

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Wenn du schon immer mal eine FPV-Drohne fliegen wolltest, dich aber die Tatsache abschreckt, dass die meisten FPV-Drohnen einen Abschluss in Physik, Erfahrung mit dem Lötkolben und die Fähigkeit, viel Fachchinesisch zu verstehen, voraussetzen, dann tu dir einen großen Gefallen und schnapp dir sofort das neueste FPV-Wunderkind von DJI, die sensationelle himmelstürmende Avata 2.

FPV-Drohnen wie die benutzerfreundliche Avata 2 und eine Vielzahl komplexer, mit Kameras ausgestatteter Profi-Modelle erzeugen sensationelle Aufnahmen, die mit herkömmlichen Drohnen wie der DJI Mavic 3 Classic oder DJI Mini 4 Pro einfach nicht möglich sind. Deshalb wird es in unserem Guide der besten Drohnen immer Platz für diese Art von fliegendem Stativ geben.

Während herkömmliche Drohnen dafür bekannt sind, langsame cineastische Landschafts- und Architekturaufnahmen zu machen und deshalb oft in der Fernseh- und Filmindustrie zum Einrichten von Einstellungen verwendet werden, liefern FPV-Drohnen spektakuläre Aufnahmen, die wie durch die Augen eines Wanderfalken wirken, der seine Beute mit halsbrecherischer Geschwindigkeit den Berg hinunterjagt.

Es ist einfach atemberaubend zu beobachten. Tatsächlich ist das Fliegen mit einer FPV-Drohne, während man eine FPV-Brille trägt – was bei allen FPV-Drohnen der Fall ist – vergleichbar mit dem Tragen eines Meta Quest 3 VR-Headsets; nur dass die Aufnahmen, die man sieht, echt sind.

Ich glaube nicht, dass ich jemals von einem DJI-Produkt enttäuscht wurde, sei es Drohnen, Action-Kameras, stabilisierende Kameras oder Feldmikrofone. Wie erwartet haben die cleveren Köpfe von DJI mit dem Nachfolger des 5-Sterne-DJI Avata wieder einen Volltreffer gelandet und ihm eine bessere Kamera, sanftere Steuerung mit dem neuen Motion 3 Controller und sogar einige Kunstflugfähigkeiten verliehen.

Hier gibt es viel zu besprechen, also lass uns starten.

DJI Avata 2 im Test

Preis und Verfügbarkeit

Der DJI Avata 2 ist in drei Hauptpaketen erhältlich. Das Fly Combo beinhaltet die Drohne, die Goggles 2, den Motion 3 Controller, einen Akku und eine schicke Umhängetasche (879 Euro). Die Fly More Combo bietet das Gleiche, allerdings mit drei Akkus (1.049 Euro). Außerdem gibt es eine Version mit nur der Drohne und einem Akku, ohne Brille oder Motion 3 Controller.

In Großbritannien kannst du die Avata 2 direkt bei DJI, Wex, Amazon und Jessops kaufen. In den USA sind sie bei DJI (ab 999 $) und Amazon (1.199 $) erhältlich.

Setup

DJI Avata 2 FLY MORE COMBO auf weißem Hintergrund

Mit der Fly More Combo erhältst du viel mehr Ausrüstung.

(Image credit: DJI)

Wir haben das DJI Avata 2 Fly More Combo erhalten, das mit der Drohne, den DJI Goggles 2, dem beeindruckenden Motion 3 Controller, drei Akkus, einem Mehrfachladegerät und einer Umhängetasche geliefert wird. Anfangs wirkte es wegen der drei verschiedenen Teile auf dem Tisch etwas kompliziert, aber entgegen aller Erwartungen war der Aufbau wirklich sehr einfach.

Du schließt die Brille einfach mit dem mitgelieferten USB-Konverter an dein Smartphone an (das iPhone-Kabel ist nicht dabei), startest die DJI Fly App und checkst, dass du die neueste Version hast. Dann schaltest du alles an und folgst den Anweisungen – inklusive der unvermeidlichen Firmware-Updates.

Beim ersten Einrichten musst du die Brille aufsetzen, damit die Bildschirm-Anleitung dir alles rund um die Brille und den Motion Controller erklärt.

Sobald du die Drohne fertig eingerichtet und mit deinem DJI-Konto verbunden hast, brauchst du die Handy-App nicht mehr. Es ist aber trotzdem sinnvoll, dein Telefon und die App dabei zu haben, wenn du draußen unterwegs bist – falls ein Update kommt und du dafür die App und das 4G-Netzwerk deines Telefons brauchst.

Design und Features

DJI Avata 2 im Flug

Die DJI Avata 2 in ihrer Umgebung

(Image credit: Future)

Der Avata 2 sieht optisch fast genauso aus wie der ursprüngliche Avata. Er hat immer noch das gleiche geschlossene Vier-Prop-System für mehr Crash-Sicherheit und fühlt sich insgesamt genauso robust an. Es gibt aber ein paar wichtige Änderungen: Die Größe ist etwas gewachsen – von 180 x 180 x 80 mm auf 185 x 212 x 64 mm – und das Gewicht wurde von 410 g auf 377 g reduziert. Trotzdem ist die Drohne noch weit von der magischen Unter-250-g-Regel der CAA entfernt.

(Hier kannst du mehr über die britischen Drohnenvorschriften lesen.)

Die Höchstgeschwindigkeit ist gleich geblieben: 29 km/h im Normalmodus, 58 km/h im Sportmodus und beeindruckende 97 km/h im manuellen Modus. Trotzdem wurden einige Parameter so angepasst, dass sich der Avata 2 viel besser fliegen lässt. Außerdem ist er deutlich leiser geworden.

Das Hinderniserkennungssystem hat ein großes Update bekommen. Statt nur mit zwei Kameras nach unten zu schauen, nutzt der Avata 2 jetzt auch visuelle Sensoren nach unten und nach hinten. Die Flugzeit ist von etwa 18 Minuten auf rund 23 Minuten gestiegen, und die maximale Reichweite beträgt jetzt stattliche 13 Kilometer (8 Meilen).

Wichtig zu wissen: Fliegen außerhalb deiner Sichtweite ist illegal. Um die aktuellen Drohnengesetze einzuhalten, solltest du beim FPV-Fliegen immer eine:n Beobachter:in dabei haben – also jemanden, der die Drohne im Blick behält, während du durch die Brille schaust.

DJI Avata 2 auf weißem Hintergrund

(Image credit: DJI)

Die wichtige Kamera an der Nase und das hochwertige mechanische Drei-Achsen-Gimbal werden zum Teil durch die robusten Kunststoffvorsprünge an den Seiten der Drohne geschützt. Die Kamera hat einen verbesserten 1/1,3-Zoll-Bildsensor, mit dem du 12-MP-Fotos schießen kannst und Videos in 4K (16:9) mit 30, 50 oder 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen kannst.

Meiner Meinung nach ist das eine richtig starke Verbesserung. Die gestochen scharfen Aufnahmen wirst du richtig zu schätzen wissen – egal ob du das Filmmaterial vom 46-GB-Onboard-Speicher der Drohne oder von einer optionalen Micro-SD-Karte herunterlädst.

DJI Goggles 2

DJI Avata 2 Brille 2


(Image credit: DJI)

Wow, das nenne ich mal eine Brille. Die DJI Goggles 2 sitzen super bequem und drücken nicht auf die Nase – viel angenehmer als die VR-Brillen von Meta Quest. Mit nur 470 Gramm fühlen sie sich auch richtig leicht an.

Wie bei jeder guten VR-Brille kannst du die Augenoptik mit kleinen Knöpfen anpassen und das Kopfband mit dem Ratschenrad hinten einstellen. Die Schutzbrille hat außerdem ein internes Antibeschlagsystem.

Die Bildauflösung ist mit 1.920 × 1.080 echt beeindruckend und macht das Fliegen der Avata 2 zu einem richtig immersiven Erlebnis. DJIs super stabiles OccuSync 4 sorgt dafür, dass das Video während des Flugs ununterbrochen zuverlässig übertragen wird – selbst wenn du hinter Bäumen oder kleinen Gebäuden fliegst.

Die Brille hat auch ein paar coole smarte Funktionen. Zum Beispiel Real View: Das schaltet auf eine Durchgangskamera an der Brille um, sodass du deine Umgebung sehen kannst, fast so, als würdest du gar keine Brille tragen. Das hilft dir, die Drohne am Himmel zu verfolgen, dich am Boden zu orientieren und zu checken, ob jemand deinen Spaß stört.

Um Real View zu aktivieren, tippst du einfach zweimal auf die Seite der Brille oder benutzt den linken Schalter am Motion Controller. Du kannst auch den Bild-in-Bild-Modus einstellen, bei dem der Bildschirm zwischen der Live-Ansicht und dem zeigt, was die Drohnenkamera sieht, geteilt wird. Ziemlich clever. Die Goggles halten bei voller Ladung ungefähr drei Stunden durch.

Wie beim ersten Avata gibt es auch hier einen Head-Tracking-Modus. Dabei ändert sich die Ausrichtung der Drohne und der Kamera, je nachdem, wohin du schaust. Ich persönlich fand das ziemlich verwirrend und nicht so angenehm. Trotzdem lohnt es sich, den Head-Tracking-Modus mal auszuprobieren – aber am besten machst du das nur, wenn du viel Platz hast und dich frei bewegen kannst.

DJI Motion 3 Controller

DJI Avata 2 Motion 3 Controller

(Image credit: DJI)

Der ultra-kompakte Motion 3 Controller von DJI macht das Fliegen der Avata 2 richtig einfach und intuitiv. Er hat einen Hebel für Vorwärts- und Rückwärtsbeschleunigung sowie Bremsen, den du mit dem Zeigefinger bedienst, einen leuchtend orangefarbenen Sperrknopf, ein antippbares Funktionsrad für Einstellungen, einen Auslöser- beziehungsweise Aufnahmeknopf und einen Flugschalter für den Sportmodus. Standardmäßig ist der Controller auf den Anfängermodus eingestellt, den kannst du aber in den Einstellungen bei Bedarf ändern.

Um den Motion 3 zu starten, tippst du einfach zweimal auf die orangefarbene Sperrtaste, dann beginnen die Propeller zu laufen. Drückst du die Sperrtaste, hebt die Drohne ab und schwebt in etwa 1,5 Metern Höhe. Wenn dein Finger nicht am Abzug ist und du die Hand bewegst, kippt die Sicht in der Brille nur nach oben oder unten.

Hältst du den Auslöser so lange gedrückt, bis du einen Widerstand spürst – so wie beim Auslöser einer Kamera – und bewegst dann deine Hand, folgen die Drohne und die Sicht in der Brille deinen Bewegungen in alle Richtungen. Einmal in der Luft, ist es dann ganz easy: Zieh am Abzug zum Beschleunigen, kipp deine Hand nach links oder rechts, um die Höhe leicht zu ändern. Für größere Höhenänderungen kannst du den mitgelieferten Mini-Vier-Wege-Joystick benutzen.

Der wirklich clevere Teil am Motion-Controller ist das kleine, kreisförmige Fadenkreuz auf dem Brillenbildschirm. Du richtest es einfach in die Richtung, in die die Drohne fliegen soll, und sie folgt dieser Flugbahn. Das macht es mega einfach, die Avata 2 durch die engsten Räume zu steuern, ohne abzustürzen.

Ehrlich gesagt ist das die intuitivste und vertrauenswürdigste Steuerungsmethode für Drohnen, die ich bisher benutzt habe. Klar, der erste DJI Avata konnte auch mit so einem Motion-Controller geflogen werden, aber die neue Version ist nochmal ein ganz anderes Level. Ich bin mir sicher, dass jede*r diese Steuerung nach etwa fünf Minuten beherrscht – und das ohne viel Erklärung. Echt krass.

Der Motion-Controller hat aber auch ein paar Einschränkungen. Die wichtigste: Du kannst die Avata 2 nicht im manuellen Modus damit fliegen. Im manuellen Modus verhält sich die Drohne komplett anders. Wenn du das volle manuelle Flugerlebnis willst, brauchst du die optionale FPV-Fernsteuerung 2 von DJI.

Bevor du den manuellen Modus ausprobierst, solltest du aber ordentlich mit dem FPV-Simulator von DJI üben. Fliegen im manuellen Modus ist ein ganz neues Level mit einer steilen Lernkurve und einer Steuerung, die so ungewohnt ist, dass dir schnell der Kopf schwirrt. Außerdem ist es besser, den ersten manuellen Flug auf einem großen, offenen Feld zu machen. Und pack dir besser eine Ersatzunterhose ein – denn im manuellen Modus kann die Drohne bis zu 97 km/h schnell werden.

Easy Acro

DJI Avata 2


(Image credit: DJI)

Das ist die erste DJI FPV-Drohne, die eine Reihe vorprogrammierter Kunstflugtricks mit dem Motion 3 Controller bietet. Wenn du den Flip-Modus auswählst, macht die Drohne eine Rolle nach links, rechts, hinten oder vorne – je nachdem, in welche Richtung du den Daumenstick bewegst. Das macht Spaß, aber ehrlich gesagt finde ich es ein bisschen übertrieben.

Was ich wirklich cool fand, war der Drift-Modus. Der ist echt beeindruckend. In diesem Modus kannst du die Drohne auf ein Motiv zufliegen lassen, es in Sekundenschnelle umrunden oder darüber hinwegfliegen und dann rückwärts weiterfliegen, um eine richtig filmische Rundumaufnahme zu machen. Wenn du gerne Lufttricks machst, wie sie nur Profi-FPVs können, ist Easy Accro genau der richtige Modus für dich.

Leistung

DJI Avata 2 im Flug


(Image credit: Future)

An meinem Testtag war es ziemlich windig, und es fühlte sich manchmal so an, als würde die Drohne vom Kurs abkommen. Zum Glück hält das felsenfeste GPS sie aber stabil in Position. Ich würde dir empfehlen, die Brille bei deinem ersten Flug immer aufzubehalten. Wenn du sie abnimmst und die Drohne weiterfliegst, wird sie sich ziemlich unberechenbar verhalten und die Steuerung fühlt sich schnell fremd an.

Aber ich verspreche dir: Nach nur 10 Minuten fliegen suchst du dir Äste, zwischen denen du durchfliegen kannst, und machst dabei richtig coole Videos. Beeindruckend ist auch, wie robust die Drohne ist. Du kannst sie an einem Ast streifen, und solange sie nicht festhängt, richtet sie sich selbst wieder auf und fliegt einfach weiter. Es gibt sogar einen Turtle-Modus, der etwas versteckt in den Einstellungen zu finden ist. Der dreht die Drohne um, wenn sie mal kopfüber an einem schwer erreichbaren Ort liegt – genau wie eine Schildkröte eben.

Was mich auch echt umgehauen hat war, dass der Avata 2 mit hoher Geschwindigkeit ganz nah am Boden fliegen kann, ohne abzustürzen. Solange der Boden eben ist, kriegst du sie nicht in den Boden, egal wie weit du den Motion 3 Controller nach unten drückst.

Kurz gesagt: Die neue DJI Avata 2 überzeugt mit krassen Flugleistungen, die dich echt beeindrucken werden. Sie dreht sich wie eine Libelle, ist super leicht zu steuern und klein genug, um durch die engsten Lücken zu fliegen – vorausgesetzt, du behältst die Nerven.

Fazit

DJI Avata 2


(Image credit: DJI)

Im Pantheon der FPV-Drohnen ist die DJI Avata 2 ein rasantes, aufregendes, adrenalingeladenes Erlebnis, das alle Erwartungen übertrifft. Solltest du auf eine DJI Mavic oder Mini 4 Pro verzichten und stattdessen zur Avata 2 greifen? Gute Frage.

Anders gesagt: Beide Drohnentypen sind großartig, wenn du sie für ihre speziellen Aufgaben nutzt. In einer perfekten Welt wäre es ideal, sowohl eine DJI Mavic 3 Pro als auch eine DJI Avata 2 zu haben, um die volle Bandbreite an Aufnahmen zu machen. Aber so läuft das Leben nun mal nicht.

Wenn du alltägliche Aufnahmen und hochauflösende Fotos von Landschaften machen willst, oder Aufnahmen von dir und deiner Familie beim Strandurlaub oder vom Dach deines Hauses, dann ist eine Standarddrohne wie die Mavic oder Mini die mit Abstand beste Wahl.

Wenn du Lust auf Nervenkitzel hast, ist die Avata 2 genau das Richtige für dich. Klar, beim schnellen FPV-Fliegen kann auch mal ein Crash passieren. Trotzdem sparst du dir die ganze komplizierte Technik, die klassische FPV-Setups sonst erfordern. Die Avata 2 ist super einfach zu fliegen – und dabei überraschend günstig.

Derek (aka Delbert, Delvis, Delphinium, Delboy etc) specialises in home and outdoor wares, from coffee machines, white appliances and vacs to drones, garden gear and BBQs. He has been writing for more years than anyone can remember, starting at the legendary Time Out magazine – the original, London version – on a typewriter! He now writes for T3 between playing drums with his bandmates in Red Box (redboxmusic). 

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