Zwei Wochen lang genutzt – und trotzdem sehe ich bei diesem Premium-Reisegadget noch keinen klaren Vorteil
Embers Reisebecher ist mir ein Rätsel
Kerstin Findeisen
Ein Teil des Spaßes, Tech-Journalist zu sein, ist, dass man regelmäßig Gadgets ausprobieren darf, die man sich im Alltag aus Budgetgründen wohl nie leisten würde. Ein aktuelles Beispiel: Im T3-Büro habe ich kürzlich die Ember Travel Mug 2 getestet und gesehen, wie sie sich im normalen Leben schlägt.
Die Idee klingt super: Ember hat seine temperaturerhaltende Technik aus dem Desktop-Bereich in eine transportable Flasche gepackt, damit man unterwegs nichts verschüttet. Doch was ich herausfand, hat mich ins Grübeln gebracht.
Kurz gesagt: Nicht jedes Gadget muss so ausgefallen sein, wie es beworben wird – und ein Reisebecher ist ein perfektes Beispiel dafür. Embers Verkaufsargument für die Travel Mug 2 ist, dass Getränke bis zu drei Stunden auf genau der gewünschten Temperatur bleiben, bevor der Akku schlappmacht.
Das klingt praktisch: Nach einer dreistündigen Wanderung hast du noch ein heißes Getränk. Am Schreibtisch hingegen kannst du wie bei einem normalen Ember-Becher den Ladeuntersetzer nutzen, um dein Getränk unbegrenzt heiß zu halten. Klingt super, oder?
Vielleicht – aber wer schon mal eine normale Thermosflasche auf Wanderungen oder Trips benutzt hat, fragt sich schnell, was Ember so viel besser macht als die 10-Euro-Flaschen, die man überall bekommt. Meiner Meinung nach ist der Unterschied minimal – und bei einem Preis von rund 200 Euro sehr hoch angesetzt.
Meine Freundin, die täglich viel Tee trinkt, nutzte die Flasche ein paar Tage und kam zum gleichen Schluss: Es ist viel Aufwand, das Getränk heiß zu halten, während herkömmliche Thermosflaschen das auch liefern – viele davon zudem auslaufsicherer, da Ember seinen Deckel nur als „auslaufsicher“ beschreibt.
Ember startete mit beheizten Bechern für den Schreibtisch – das machte Sinn, aber auch zu einem hohen Preis. Keine abgekühlten Tassen Tee oder Kaffee mehr und kein strombetriebener Untersetzer nötig. Sobald der Becher jedoch vom Untersetzer gelöst wird, hängt alles von der Batterielaufzeit ab – ein Problem, das Ember bisher nicht ausreichend gelöst hat. Drei Stunden klingen nach Ingenieurskunst, machen aber im Alltag kaum einen Unterschied zu herkömmlichen Thermosflaschen.
In etwa einer Woche fahren wir von Edinburgh nach London im Rahmen eines aufwendigen Umzugs. Die Ember Travel Mug 2 bekommt dann eine letzte Chance, uns unter echten Bedingungen zu überzeugen. Selbst wenn sie an diesem Morgen eine normale Thermofslasche übertrifft, bleibe ich skeptisch wegen des Preises.
App-Verbindung, Apple-Find-My-Integration und eine feine Temperaturkontrolle sind nette Extras – aber braucht man das wirklich bei einer Reiseflasche?

Max is T3's Staff Writer for the Tech section – with years of experience reporting on tech and entertainment. He's also a gaming expert, both with the games themselves and in testing accessories and consoles, having previously flexed that expertise at Pocket-lint as a features editor.