Uhren-Expertin erklärt: Das ist das größte Problem bei Damenuhren

Wahrscheinlich der Grund, warum Frauen seltener Uhren tragen als Männer...

Bulgari LVMH Watch Week 2026 Kollektion
(Bildnachweis: Bulgari)

Ich schreibe seit mehreren Jahren über Uhren bei T3 und glaube, endlich das größte Problem bei Damenuhren gefunden zu haben.

Zwischen Herren- und Damenuhren gibt es große Unterschiede. Während Herrenuhren mit raffinierten Komplikationen wie Chronographen, Mondphasen und ewigen Kalendern auftrumpfen, kommen Damenuhren meist ganz ohne aus.

Das heißt nicht, dass Damenuhren technisch nicht beeindruckend sein können. Aber die Chance, eine Damenuhr mit echten Chronographen-Totalisatoren zu finden, ist verschwindend gering. Stattdessen setzt die Industrie auf optisches Bling-Bling.

Wo technische Tiefe gefragt wäre, sind die meisten Damenuhren mit farbigen, funkelnden Edelsteinen besetzt. Dass Uhren für Frauen weit mehr als nur Schmuck sein können, ist dabei kaum Teil der Diskussion.

Edelsteinbesetzte und glitzernde Uhren haben selbstverständlich ihren Platz. Ich finde es sogar clever, Zeitmesser spielerisch in Armbänder und Manschetten zu integrieren. Bulgari beherrscht dieses Handwerk meisterhaft, besonders bei der Serpenti-Linie mit einem versteckten Zifferblatt im diamantbesetzten Schlangenkopf.

Persönlich würde ich liebend gern eine Bulgari Serpenti tragen. Doch seien wir ehrlich: Kaum eine Frau ist im Alltag mit einer vollbesetzten Diamantuhr unterwegs. Die moderne Frau will das vermutlich nicht – und kann es oft auch nicht bezahlen. Das hält zudem viele Frauen generell davon ab, sich für Uhren zu begeistern.

Bulgari LVMH

(Image credit: Bulgari)

Zurück zur Technik, die vielen Damenuhren schlichtweg fehlt. Ein Großteil der Modelle setzt weiterhin auf Quarzwerke statt auf die mechanischen Automatikwerke, wie sie bei Herrenuhren üblich sind. Sicher, Quarz ist präzise und zuverlässig – aber eben auch technisch ziemlich emotionslos.

Apropos Design: Wenn ein Zifferblatt bei Damenuhren nicht gerade unter Edelsteinen verschwindet, ist es oft radikal schlicht. Während Herrenuhren Komplikationen quasi serienmäßig zur Schau stellen, beschränken sich Frauenmodelle meist auf das Minimum: Stundenindizes, drei Zeiger – und mit viel Glück ein Datumsfenster.

Ein weiterer Punkt, der mich stört, ist die Farbauswahl. Findet man doch ein Modell ohne Bling-Bling, ist sie oft – Überraschung – pink. Ein klassischer Fall der „Shrink it and Pink it“-Masche: Modehäuser und Uhrenhersteller färben Produkte rosa, damit sie „ganz offensichtlich“ feminin wirken.

Der „Shrink it“-Aspekt ist bei Uhren besonders problematisch, da Frauenmodelle meist kleiner ausfallen. Natürlich haben Frauen oft schmalere Handgelenke, und ein Gehäuse über 40 mm kann schnell klobig wirken. Durch die kleinere Größe fehlt aber schlicht der Platz für viele technische Features, die größere Uhren so spannend machen.

Nomos Tangente 38 Date

(Image credit: Nomos)

Es gibt aber auch einen Lichtblick: Der Aufschwung von nonbinären und Unisex-Uhren verändert spürbar, wie Damenuhren heute wahrgenommen und gefertigt werden. TAG Heuer und Nomos sind hier gute Beispiele. Deren Unisex-Line-ups überzeugen nämlich sowohl technisch als auch optisch.

Ich hoffe, dieses Jahr mehr Damenuhren zu sehen, die den Fokus auf Werke und Komplikationen legen. Marken wie Bulgari und Chanel machen das bereits vor. Besonders Bulgari beeindruckt auf der LVMH Watch Week 2026 mit mehr Handaufzug- und Automatikwerken in der Damenkollektion sowie Weltrekorden für seine ultradünnen Werke.

Wir stehen erst am Anfang des Jahres, und es kommen noch viele spannende Uhren-Events auf uns zu. Ich bin gespannt, wie die Trends bei Damenuhren 2026 aussehen werden.

Bethan Morgan
Home Editor

Beth is Home Editor for T3, looking after style, living and wellness. From the comfiest mattresses to strange things you can cook in an air fryer, Beth covers sleep, smart home, coffee machines, watches, grooming tools, fragrances, gardening and more.

In her spare time, Beth enjoys running, reading, baking and attempting craft projects that will probably end in disaster!

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