Diese Woche hat Motorola sein neuestes Klapphandy vorgestellt, das Razr 50 Ultra (oder Razer Plus (2024), wie es in den USA genannt wird). Während ich auf dem Launch-Event war – nicht nur wegen des DJ-Sets von Paris Hilton, sondern auch wegen des Hot Pink Handys, das umfassend präsentiert wurde – und bereits meine drei Lieblingsfeatures des Handys hervorgehoben habe, habe ich mich auch daran gemacht, das neue Razr mit seinem Vorgänger zu vergleichen.
Damit meine ich nicht nur die technischen Daten: Ich hatte das ältere Razr 40 Ultra vor dem Launch-Event in meiner Tasche, und als ich das Razr 50 Ultra bekam, bin ich durch die Straßen von Brooklyn gelaufen, um die Kameras zu testen, zu sehen, wie sich die Displays im Sonnenlicht unterscheiden, und um ein Verständnis für die Akkulaufzeit und die Softwareunterschiede zu bekommen.
Ist das Motorola Razr 50 Ultra mit seinem neuen und viel größeren Außendisplay jetzt die offensichtliche Wahl, wenn es um die besten Klapphandys geht? Es gibt viele Verbesserungen, zweifellos, von denen einige offensichtliche Pluspunkte sind, aber hier werde ich die Unterschiede hervorheben, die wirklich zwischen diesen beiden Generationen von Klapphandys zählen – die guten, die schlechten und noch andere.
Der Artikel wird im Folgenden fortgesetzt.
Außendisplay
| Row 0 - Cell 0 | Motorola Razr 50 Ultra | Motorola Razr 40 Ultra |
Größe | 4,0 Zoll OLED | 3,6 Zoll OLED |
Bildwiederhol-rate | 165Hz | 144Hz |
Auflösung | 1272 x 1080 Pixel | 1056 x 1066 Pixel |
Maximale Helligkeit | 1400 Nits | 1100 Nits |
Es bietet sich an, mit dem Außendisplay zu beginnen, denn das Razr 50 Ultra bietet aktuell das größte Display, das du bei einem Klapphandy finden kannst. Damit lässt es selbst den direkten Konkurrenten, das Samsung Galaxy Z Flip 5, hinter sich – auch wenn hier bereits in Kürze ein Upgrade der nächsten Generation erwartet wird.
Das Razr 50 Ultra, obwohl es fast identisch in der Größe mit dem Razr 40 Ultra ist, verfügt über ein 4,0-Zoll-Außendisplay, was eine erhebliche Steigerung gegenüber dem 3,6-Zoll-Panel des älteren Modells darstellt. Das klingt zwar nicht nach viel, aber das ist es: Beim neueren Modell füllt das Display fast die gesamte Vorderseite aus.
Bei beiden Handys können die Kameras, die durch die Oberfläche des OLED-Außendisplays ragen, im Alltag gelegentlich stören. Standardmäßig öffnen Apps auf dem Cover-Display nicht im Vollbildmodus, sie erstrecken sich also nicht über den Bereich, in dem sich die Kameras befinden. Du kannst jede App zwar manuell auf Vollbild stellen, wirklich ideal ist das aber nicht: Bei WhatsApp werden dann zum Beispiel Teile des Texteingabefelds sowie der komplette Senden-Button von den Kameras verdeckt.
Trotzdem ist das ein relevanter Entscheidungsfaktor. Ich würde es deutlich bevorzugen, wenn die gesamte Vorderseite des Handys als Display nutzbar wäre – schon allein aus Designgründen. Genau hier wirkt das Razr 50 Ultra deutlich vollständiger und hochwertiger als das Razr 40 Ultra, da der Displayrand näher an den Scharnierbereich heranreicht und die Front insgesamt aufgeräumter aussieht.
Möglich macht das ein umfassend überarbeitetes Scharnier. Motorola hat das Scharnier selbst um rund 40 Prozent verkleinert, wie mir das Unternehmen in einem vertraulichen Briefing mitteilte. Dadurch blieb mehr Platz für ein größeres Außendisplay – und diese zusätzliche Fläche macht das Gerät im Alltag spürbar einfacher zu bedienen.
Auch abseits davon gibt es Unterschiede. Der Sprung von 144 Hz auf 165 Hz dürfte für die meisten Augen kaum wahrnehmbar sein, die höhere Helligkeit hingegen ist ein echter Pluspunkt des neueren Modells. In dunkler Umgebung lassen sich die Displays kaum unterscheiden. Unter direkter Sonneneinstrahlung zeigt sich der Vorteil jedoch deutlich – besonders bei maximaler Helligkeit, die automatisch oder manuell aktiviert werden kann. Bei 32 Grad und strahlender Sonne in Brooklyn war das klar zu erkennen.
Beide Außendisplays sind zudem mit Gorilla Glass Victus geschützt. Das erhöht die Widerstandsfähigkeit und reduziert störende Reflexionen auf den internen Displays – ein wichtiger Punkt, da faltbare OLEDs konstruktionsbedingt mit Kunststoff beschichtet sind.
Hauptdisplay
| Row 0 - Cell 0 | Motorola Razr 50 Ultra | Motorola Razr 40 Ultra |
Größe | 6,9 Zoll OLED | 6,9 Zoll OLED |
Bildwiederhol-rate | 165Hz | 165Hz |
Auflösung | 1080 x 2640 Pixel | 1080 x 2640 Pixel |
Maximale Helligkeit | 3000 Nits | 1400 Nits |
Obwohl das Razr 50 Ultra über ein größeres Außendisplay verfügt, bleibt das Innen-Display mit 6,9 Zoll und einem Seitenverhältnis von 22:9 identisch zum Vorgänger, dem Razr 40 Ultra. Um es klarzustellen: Es sind nicht dieselben Displays. Das neue Klapphandy profitiert vom überarbeiteten Scharnier und bietet zudem eine deutlich höhere Helligkeit.
Einer der größten Nachteile von Klapphandys bleibt meiner Meinung nach der faltbare Bildschirm: Egal, ob aus Kunststoff oder Glas, die reflektierende Oberfläche kann mit den besten Smartphones von heute nicht mithalten. Hinzu kommt die unvermeidliche Falte, die bei jedem Klapphandy sichtbar ist – mal mehr, mal weniger.
Motorola behauptet, dass die Sichtbarkeit der Falte beim 50 Ultra verbessert wurde. Für mich persönlich ist der Unterschied, nachdem ich beide Geräte nebeneinander getestet habe, eher gering. Auffälliger ist für mich die Haptik der Falte: Dank des kleineren Scharniers beim neuen Modell ist die Falte beim Darüberstreichen mit dem Finger deutlich weniger spürbar.
Ein weiterer klarer Vorteil des Displays im Razr 50 Ultra ist die deutlich höhere Helligkeit – gefühlt fast doppelt so stark wie beim Vorgänger. Natürlich willst du nicht ständig auf Maximum gehen, aber bei direkter Sonneneinstrahlung oder zur Reduzierung von Reflexionen bietet das neue Flip-Handy ein deutlich angenehmeres Erlebnis. Für mich ein absolut notwendiges Upgrade.
Kameras
| Row 0 - Cell 0 | Motorola Razr 50 Ultra | Motorola Razr 40 Ultra |
Hauptkamera | 50 MP, f/1.7, 24 mm (Weitwinkel), 1/1,95", OIS | 12 MP, f/1.5, 1/2,55", OIS |
Zoom | 2x optisch | N/A (nur digital) |
Ultraweitwinkel | N/A | 13 MP, f/2.2 |
Frontkamera (Display) | 32MP | 32MP |
Wie bei jedem Smartphone-Hersteller sammelt Motorola mit Zustimmung Nutzerdaten. Interessanterweise zeigen diese Daten, dass Razr-Nutzer*innen deutlich häufiger Porträtfotos machen als andere Motorola-User. Genau das war ein wichtiger Grund, warum das Razr 50 Ultra eine 2x optische Zoom-Kamera bekommen hat – die ältere Generation bietet nur digitalen Zoom in der Kamera-App.
Allerdings hat dieses Upgrade einen Nachteil: Das neue Smartphone verzichtet komplett auf eine Ultraweitwinkel-Linse. Ich nutze diese gern, um zum Beispiel hohe Gebäude oder Landschaften zu fotografieren. Auf dem Razr 50 Ultra wäre einfach kein Platz gewesen, drei Linsen unterzubringen. Der Gewinn der Zoom-Kamera geht also klar zu Lasten der Weitwinkel-Option.
Für die meisten Razr-Nutzer*innen dürfte die Umstellung jedoch kaum ein Problem sein. Die Möglichkeit, direkt in der Kamera-App 2x zu zoomen (oder 4x digital), funktioniert sehr einfach über einen Button. Die App wirkt dadurch aufgeräumter, und für Porträts kannst du weiterhin den Portrait-Modus nutzen (bei beiden Generationen verfügbar), der per Software einen schönen Bokeh-Effekt für verschwommene Hintergründe erzeugt.
Insgesamt liefert das Razr 50 Ultra die besseren Aufnahmen – nicht zuletzt durch die enorme Auflösung: Beide Sensoren bieten nun jeweils 50 MP. Außerdem ist der Hauptsensor physisch größer als beim 40 Ultra, was die Bildqualität zusätzlich steigert. In meinen Nebeneinander-Vergleichen sieht man auf den ersten Blick kaum Unterschiede, beim Zuschneiden oder Zoomen wird aber klar, wie stark das neue Modell aufholt.
Akkulaufzeit
| Row 0 - Cell 0 | Motorola Razr 50 Ultra | Motorola Razr 40 Ultra |
Akku-Kapazität | 4000mAh | 3800mAh |
Kabelgebunden-es Laden | 45W | 30W |
Kabelloses Laden | 15W | 5W |
Der wohl größte Schmerzpunkt für die meisten Smartphone-Nutzer*innen ist die Akkulaufzeit. Bei einem Klapphandy ist sie oft schlechter als bei vielen der besten Android-Handys, unter anderem wegen des begrenzten Platzes, der Lage des Akkus in Relation zu den Komponenten und der Wärmeentwicklung durch zusätzliche Displays. Beim Razr 40 Ultra war der Akku in meinem Test zwar in Ordnung, aber das ist alles relativ – vor allem im Vergleich zu anderen Klapphandys.
Das Razr 50 Ultra bietet jetzt eine größere Akkukapazität, was auf jeden Fall willkommen ist. Helle Displays könnten die Laufzeit allerdings wieder ein Stück verkürzen, sodass man nicht automatisch von einem riesigen Fortschritt sprechen kann. Ich habe das neue Modell noch nicht lange genug getestet, um eine endgültige Aussage treffen zu können.
Nach einem frühen Start in den Tag für den Rückflug vom Launch-Event war der Akkustand des Razr 50 Ultra nach sieben Stunden noch knapp bei 50 % – trotz Gaming am Flughafen und fast permanentem Bluetooth-Streaming auf meinen Sonos Ace-Kopfhörern. Eine Akkulaufzeit von rund 15 Stunden pro Ladung klingt für mich sehr akzeptabel. Außerdem lädt das neue Modell schneller auf, was ein willkommener Bonus ist.
Software
| Row 0 - Cell 0 | Motorola Razr 50 Ultra | Motorola Razr 40 Ultra |
Anpassung des Cover-Displays | Ja, plus Widgets | Ja |
Always-on Cover | Ja | Nein |
Basisbetriebs-system | Android 14 | Android 13 |
Software-Updates | 3 Jahre + 4 Jahre Sicherheits-updates | 3 Jahre + 4 Jahre Sicherheits-updates |
Während das Razr 40 Ultra mit Android 13 auf den Markt kam, wird das Razr 50 Ultra direkt mit Android 14 ausgeliefert. Das ältere Modell soll zwar noch ein Update erhalten, dazu kommt beim neuen Gerät aber auch Motorolas aktualisierte HelloUX. Auf die feinen Softwaredetails gehe ich hier nicht weiter ein, einige Unterschiede zwischen den beiden Handys stechen jedoch klar hervor.
Die meisten davon betreffen das Außendisplay. Beim Razr 50 Ultra kannst du eine Always-On-Anzeige aktivieren, außerdem fällt die überarbeitete Anpassung deutlich umfangreicher aus. Startbildschirm, Sperrbildschirm und Panels sind beim neuen Modell klar flexibler. Beim Razr 40 Ultra bekommst du standardmäßig Panels wie Google News, Home, Apps, Kalender oder Wetter. Beim 50 Ultra hast du hingegen deutlich mehr Freiheit, welche Panels du nutzt und wie du sie anordnest.
Mit der neuen Software kannst du nicht nur Apps und Ordner auf jedem Panel platzieren – die sich einfach nach links und rechts verschieben lassen –, sondern auch Android-Widgets verwenden. Ich nutze Widgets sonst eher selten, weil sie viel Platz einnehmen. Auf einem Außendisplay ergibt das für mich aber deutlich mehr Sinn: Kurze Einblicke in Apps sind hier extrem praktisch und dürften für viele Nutzer*innen einen echten Mehrwert bieten.
Erwähnenswert ist außerdem, dass Google Gemini direkt über das Außendisplay des Razr 50 Ultra verfügbar ist. Die KI lässt sich also nutzen, ohne das Handy aufzuklappen oder explizit zu entsperren. Ob diese Integration deinen Alltag wirklich verändert, bleibt allerdings abzuwarten – viele der angekündigten KI-Features von Motorola sollen erst später folgen.
Unterm Strich hat Motorola mit dem Razr 50 Ultra meiner Meinung nach aktuell das benutzerfreundlichste Außendisplay auf dem Markt. Es ist nicht nur vollständig anpassbar, sondern schränkt dich auch kaum ein. Genau diese Offenheit verleiht dem Außendisplay enormes Potenzial. Die spannende Frage bleibt nur: Öffnet man das Handy dadurch tatsächlich seltener – oder entsteht hier vielleicht ein ganz neues Nutzungsverhalten?
Design
| Row 0 - Cell 0 | Motorola Razr 50 Ultra | Motorola Razr 40 Ultra |
Farben | Spring Green, Midnight Blue, Peach Fuzz, Hot Pink | Infinite Black, Glacier Blue, Viva Magenta, Peach Fuzz |
Abmessungen (gefaltet) | 88.4 x 74 x 15.1mm | 88.1 x 74 x 15.3mm |
Gewicht | 189g | 185g |
Speicher | Nur 512GB | 256 GB oder 512 GB |
Prozessor | Qualcomm Snapdragon 8s Gen 3 | Qualcomm Snapdragon 8+ Gen 1 |
Hülle im Lieferumfang | Ja, inkl. Trageschlaufe | Nicht im Lieferumfang enthalten |
Wie bereits erwähnt, ist das Razr 50 Ultra in seinen Abmessungen nahezu identisch mit seinem Vorgänger. Entsprechend fällt auch im Alltag kein spürbarer Größenunterschied auf. Gleiches gilt für das Gewicht: Die zusätzlichen vier Gramm machen sich praktisch nicht bemerkbar.
Dank des überarbeiteten Scharnierdesigns ist die Falz beim neuen Klapphandy jedoch deutlich kleiner und sauberer ausgeführt. Das macht sich vor allem auf der Rückseite positiv bemerkbar – und schafft zugleich zusätzlichen Raum für das größere Außendisplay.
Wie bei jeder neuen Generation kommen auch beim Razr 50 Ultra neue Farben und Oberflächen hinzu. Diese verleihen dem Gerät ein etwas weicheres, glänzenderes Finish, wobei der Unterschied insgesamt eher subtil ausfällt.
Ein interessantes Detail ist die im Lieferumfang enthaltene Hülle des Razr 50 Ultra. Sie ist farblich auf das jeweilige Modell abgestimmt und besitzt einen Tragegriff, der das Smartphone fast wie eine Mini-Handtasche wirken lässt. In der Umsetzung zeigt die Hülle jedoch Schwächen: Sie sitzt nicht so sauber, wie man es erwarten würde, und wirkt insgesamt nicht vollständig ausgereift – ein Eindruck, den auch andere Teilnehmende beim Launch-Event teilten.
Fazit
| Row 0 - Cell 0 | Motorola Razr 50 Ultra | Motorola Razr 40 Ultra |
Preis (zum Launch) | ca. 1.199,99 € | ca. 1.200 € |
Insgesamt stellt das Razr 50 Ultra seinem Vorgänger gegenüber ein spürbares Upgrade dar. Hinzu kommt, dass es zum Marktstart günstiger positioniert ist: Natürlich ist das Razr 40 Ultra inzwischen preiswerter zu haben – seinem Alter geschuldet –, doch es gibt deutlich mehr Argumente, direkt zum neueren Modell zu greifen.
Das größere Außendisplay, das hellere Hauptdisplay, die verbesserte Akkuleistung, das überarbeitete Scharnier und die Software-Neuerungen sprechen klar für das Razr 50 Ultra. Auch die Kamera überzeugt insgesamt mehr – selbst wenn der Verzicht auf ein Ultraweitwinkelobjektiv für manche ein Nachteil sein dürfte.
Schlussendlich ist das Razr 50 Ultra für mich derzeit das beste Klapphandy auf dem Markt. In vielerlei Hinsicht lag es dem Samsung Galaxy Z Flip 5 voraus, und seit Juli letzten Jahres ist der Nachfolger von Samsung auf dem Markt – trotzdem zeigt Motorola mit dem 50 Ultra, wie groß der Fortschritt gegenüber dem Razr 40 Ultra tatsächlich ist.

Mike is T3's Tech Editor. He's been writing about consumer technology for 15 years and his beat covers phones – of which he's seen hundreds of handsets over the years – laptops, gaming, TV & audio, and more. There's little consumer tech he's not had a hand at trying, and with extensive commissioning and editing experience, he knows the industry inside out. As the former Reviews Editor at Pocket-lint for 10 years where he furthered his knowledge and expertise, whilst writing about literally thousands of products, he's also provided work for publications such as Wired, The Guardian, Metro, and more.