Nothing hört auf seine Fans – und ändert wichtiges Phone-Feature

Ärger um Bloatware und Clickbait: Nothing verspricht jetzt Abhilfe

Nothing Phone (3a) Lite
(Bildnachweis: Future)
Kurzfassung

Nothing hat auf das Feedback der Community reagiert und sich zum Thema vorinstallierte Apps und dem umstrittenen Lock-Glimpse-Feature geäußert.

Das Unternehmen sagt, es wolle die Preise niedrig halten und deshalb auf solche umsatzbringenden Methoden setzen. Gleichzeitig bestätigt es, dass du alle vorinstallierten Apps einfach löschen kannst.

Nothing reagiert auf das Feedback der Community und macht einen Rückzieher. Das Unternehmen bestätigt, dass du alle vorinstallierten Apps wieder löschen kannst – nur wenige Tage, nachdem sie mit dem Nothing Phone (3a) Lite überhaupt erst eingeführt wurden.

In den letzten Jahren hat sich Nothing vom Niemand zum echten Star entwickelt. Carl Pei, früher Mitgründer von OnePlus, hat 2020 die in London ansässige Marke Nothing Tech gegründet und 2022 das erste Smartphone vorgestellt. Seitdem wächst das Unternehmen stark mit einer Reihe erschwinglicher Smartphones und Zubehörteile. Einige Geräte haben es sogar auf Bestenlisten für Android-Handys geschafft.

In einem Beitrag auf den Community-Seiten teilte Akis Evangelidis, Mitgründer von Nothing, Details zu den jüngsten Entwicklungen. Darin bestätigte er auch die vorinstallierten Apps, darunter TikTok, Facebook und Instagram sowie mehrere unterstützende Apps von Meta.

Der Grund für diese Vorinstallationen ist finanzieller Natur. Akis erklärte, dass Nothing damit die Stückkosten senken will, um die Preise für Kund*innen niedrig zu halten.

Die Reaktionen aus der Community fielen jedoch überwiegend negativ aus. Während du Apps wie TikTok, Facebook oder Instagram deinstallieren kannst, lassen sich die unterstützenden Meta-Apps (Meta App Installer, Meta App Manager, Meta Service) bislang nur deaktivieren und nicht komplett löschen.

Das soll sich jetzt nun ändern: Künftig sollen Käufer*innen von Nothing-Phones alle vorinstallierten Apps inklusive der Meta-Dienste vollständig löschen können.

Außerdem hat Nothing in der Beta-Version ein Feature namens Lock Glimpse eingeführt, eine App, die Inhalte auf deinen Sperrbildschirm spielt. Diese Beiträge wirken allerdings eher wie Clickbait und weniger wie ein sinnvolles Extra: Statt das Nutzungserlebnis zu verbessern, fühlt sich das Ganze eher wie eine auf Umsatz getrimmte Werbeeinblendung an.

Lock Glimpse kann derzeit deaktiviert, aber nicht vollständig gelöscht werden.

Rutschige Bloat-Rampe – oder doch ein Gewinn für Kund*innen?

Nothings Entscheidung, vorinstallierte Apps einzubinden, kam für viele in der Community überraschend. Während Nothing eigentlich für sein sauberes, angepasstes OS bekannt ist, bleibt das Thema vorinstallierte Apps – oder Bloatware, wie sie oft genannt wird – umstritten.

Nach drei Gerätegenerationen kam die Einführung solcher Apps nicht gut an. Trotzdem scheint das Teil von Nothings Strategie für die Zukunft zu sein. Laut dem Unternehmen werden die Apps aber sorgfältig ausgewählt.

Nothing steht mit diesem Ansatz nicht allein da. Akis Evangelidis weist darauf hin, dass selbst große Player wie Samsung ähnliche Apps vorinstallieren. Besonders bei günstigeren Smartphones ist das weit verbreitet – dort findet sich oft deutlich mehr Bloatware, inklusive Games, die vor allem Umsatz bringen und helfen sollen, die Preise niedrig zu halten.

Immerhin hat Nothing schnell reagiert und verstanden, wie wichtig es ist, die Community miteinzubinden. Die Einführung von Lock Glimpse sorgt aber trotzdem für Kritik. Denn sie passt einfach nicht zum Image eines jungen, communitynahen Unternehmens.

Am Ende ist klar: Viele Nutzer*innen wollen Facebook oder Instagram sowieso installieren. Für alle anderen gilt immerhin, dass du die Apps wieder löschen kannst. Aber ganz ehrlich – niemand will Werbung auf dem Sperrbildschirm.

Chris Hall

Chris has been writing about consumer tech for over 15 years. Formerly the Editor-in-Chief of Pocket-lint, he's covered just about every product launched, witnessed the birth of Android, the evolution of 5G, and the drive towards electric cars. You name it and Chris has written about it, driven it or reviewed it. Now working as a freelance technology expert, Chris' experience sees him covering all aspects of smartphones, smart homes and anything else connected. Chris has been published in titles as diverse as Computer Active and Autocar, and regularly appears on BBC News, BBC Radio, Sky, Monocle and Times Radio. He was once even on The Apprentice... but we don't talk about that. 

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