Android steht kurz davor, sich für immer zu verändern – und du wirst am meisten davon profitieren

Der Streit kommt endlich zu einem Abschluss und Android-Nutzer*innen sind die Gewinner*innen.

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(Bildnachweis: Future / Mike Lowe)
Kurze Zusammenfassung

Der laufende Rechtsstreit zwischen Epic Games und Google hat gerade eine überraschende Wende genommen, da Google vorschlägt, Android für App-Stores von Drittanbietern zu eröffnen und die Zahlungsgebühren zu senken.

Die Lösung scheint Epic Games zu besänftigen und könnte diesen fünfjährigen Rechtsstreit beenden. Es könnte die Offenheit von Android für den weiteren Markt erheblich verbessern und zugleich das Monopol entfernen, das Google vorgeworfen wird.

Google steht kurz davor, seine Play Store-Richtlinien zu ändern. Der Zugang zu Android für verifizierte App-Stores von Drittanbietern soll geöffnet werden und die Zahlungsbedingungen sollen angepasst werden. Die vorgeschlagenen Änderungen kommen als Lösung für den laufenden Epic kontra Google-Streit, der seit 2020 läuft.

Dies begann als Klage, nachdem Google Fortnite aus dem Google Play Store entfernt hatte, und hat seitdem viele Themen angesprochen. Unter anderem hat Epic behauptet, dass Google ein Monopol habe, das In-App-Käufe auf seine eigene Zahlungsplattform beschränkt und hohe Gebühren erhebt.

Das hatte weitreichende Konsequenzen – zum Beispiel kann die Kindle-App nicht mehr zum Kauf von Büchern verwendet werden, da Amazon beschlossen hat, die Googles Gebühren nicht zu zahlen.

In den letzten fünf Jahren haben Epic und Google es im Gerichte ausgefochten und, laut The Verge, gerade als es so aussah, als könnte Epic gewinnen, haben die beiden eine Einigung erreicht.

Zuvor wurde Google gezwungen, App-Stores von Drittanbietern zuzulassen, aber dies galt nur in den USA und nur für drei Jahre. Der jetzige Vorschlag von Google ist viel weitreichender, da es ein verifiziertes App-Store-Programm kreieren würde, das einen einfachen Zugang zur Installation anderer App-Stores ermöglicht.

Der Verifizierungsprozess dient vermutlich dazu, sicherzustellen, dass Android-Nutzer*innen nicht einfach von bösartigen Stores gehijackt werden, die mit Spam-Apps gefüllt sind. Sondern stattdessen Dinge wie den Epic Games Store anbieten, ohne all die erschreckenden Nachrichten über die Sicherheitsgefahr deines Geräts.

Auf der Zahlungsseite wird Google seine Standardgebühr auf 20 % oder 9 % senken, je nachdem, wofür du bezahlst. Die Verbindung zwischen Servicegebühr und Nutzungsgebühren von Google Play Billing wird aufgehoben und dies wird gleichzeitig die Tür für andere Zahlungsmethoden öffnen.

Theoretisch sollte dies ermöglichen, dass andere App-Stores auf deinem Gerät installiert werden können – während der Google-Schutz bestehen bleibt – und sollte dir ermöglichen, Einkäufe auf anderen Wegen zu tätigen.

Wichtig ist, dass dies offenbar ein Vorschlag auf globaler Ebene ist, der bis 2032 läuft, sodass dies viel größere Auswirkungen hat als andere Entscheidungen, die bisher aufgrund der rechtlichen Entscheidungen genommen wurden.

Die Folgen, das dies auf Android-Geräten haben wird, könnten vielfältig sein: Günstigere Gebühren - dies könnte einigen Entwickler*innen den Zugang zu zuvor zurückgezogenen Diensten (wie zum Beispiel Kindle) wieder ermöglichen, während andere Elemente günstiger werden könnten, da Kosten sinken.

Die offene Natur von Android wird wiederhergestellt und es sieht so aus, als ob Google ernsthafte Schritte unternimmt, um die monopolistische Position zu vermeiden, mit der es beschuldigt wurde. Dies soll mit den nächsten Versionen von Android beginnen, also Android 17.

Genau wie viele App-Stores von Drittanbietern entstehen und populär werden, bleibt abzuwarten, und der Missbrauch davon (oder vielmehr der Schutz, den die Registrierung dieser Stores bei Google bietet) ist auch etwas, auf das wir uns freuen werden.

Ob dieser Kurswechsel auch andere Plattformen dazu bewegen wird, diesem Beispiel zu folgen, bleibt ebenfalls abzuwarten. Epic-CEO Tim Sweeney hat in dieser Hinsicht noch einen Seitenhieb auf Apple parat und sagt über Google: "Dies ist eine umfassende Lösung, die im Gegensatz zu Apples Modell steht, alle konkurrierenden Stores zu blockieren und Zahlungen als einzigen Wettbewerbsfaktor zu belassen."

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Chris Hall

Chris has been writing about consumer tech for over 15 years. Formerly the Editor-in-Chief of Pocket-lint, he's covered just about every product launched, witnessed the birth of Android, the evolution of 5G, and the drive towards electric cars. You name it and Chris has written about it, driven it or reviewed it. Now working as a freelance technology expert, Chris' experience sees him covering all aspects of smartphones, smart homes and anything else connected. Chris has been published in titles as diverse as Computer Active and Autocar, and regularly appears on BBC News, BBC Radio, Sky, Monocle and Times Radio. He was once even on The Apprentice... but we don't talk about that. 

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