Panasonic Flex NF-BC1000KXC Air Fryer im Test: hervorragende, geräumige Heißluftfritteuse mit einem frustrierenden Makel
Clevere Heißluftfritteuse mit Dampf-Funktion und Platz für eine ganze Pizza – aber mit einem großen Designfehler
Eine hervorragende Heißluftfritteuse mit großer Schublade, die das Versprechen vom „Ofenersatz“ dank Dampf, Unterhitze und eines wirklich praktischen Sichtfensters deutlich glaubwürdiger macht. Würde Panasonic die Trennwand stabiler machen und der Schublade noch etwas mehr Höhe geben, wäre das aus meiner Sicht eine der besten Heißluftfritteusen auf dem Markt.
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Große 9,6-Liter-Schublade, in die eine komplette 30-cm-Pizza passt
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Gentle Steam sorgt dafür, dass Fleisch und Fisch deutlich saftiger bleiben
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Sichtfenster und Innenlicht sind überraschend praktisch
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360-Grad-Airflow mit Unterhitze sorgt für gleichmäßige Knusprigkeit
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Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
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Trennwand wirkt nicht besonders stabil und sitzt nicht immer sicher
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Schublade ist zwar tief, aber für höhere Speisen etwas flach
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Touchpanel wirkt nicht besonders hochwertig und zeigt schnell Fingerabdrücke
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Kein integrierter Temperaturfühler
Warum können Sie T3 vertrauen?
Bilal Fahmi
Heißluftfritteusen sind erstaunlich schnell vom Gimmick zum festen Bestandteil vieler Küchen geworden. Ninja ist dabei seit Jahren der Maßstab. Das liegt zum einen daran, dass die Geräte extrem einfach zu bedienen sind, und zum anderen, dass sie praktisch überall präsent sind. Und wer einmal Pommes für einen Bruchteil der Ofenkosten gemacht hat, greift nur ungern wieder zum großen Backofen.
Mit der Reife des Markts wurde anderen Herstellern klar, dass sie Ninja nicht einfach kopieren können. Also setzten sie auf Funktionen, die der Marktführer so nicht bietet. Dampf. Sichtfenster. Zusätzliche Heizelemente. Größere, ungewöhnlichere Schubladen. Und clevere Wege, eine komplette Mahlzeit auf einmal zu garen.
Hier kommt die Panasonic Flex (NF-BC1000KXC) Air Fryer ins Spiel: eine großzügige 9,6-Liter-Heißluftfritteuse mit herausnehmbarer Trennwand für Dual-Zone-Garen, Sichtfenster und Innenlicht, 360-Grad-Garen mit Heizelementen über und unter der Schublade sowie einem integrierten Wassertank. Der sorgt dafür, dass Speisen saftig bleiben und außen trotzdem knusprig werden.
Ich habe den letzten Monat mit dieser Heißluftfritteuse gekocht – von schnellen Feierabend-Dinners bis zu aufwändigen Frühstücksgerichten. Dabei wollte ich herausfinden, ob Panasonics clevere Ideen im Alltag wirklich funktionieren. So hat sie sich geschlagen.
Panasonic Flex Air Fryer im Test: Preis und Verfügbarkeit
Panasonic hat die Flex Air Fryer erstmals im September 2025 angeteasert. Laut Hersteller ist sie die bisher größte Heißluftfritteuse der Marke und soll als kompakte Ofen-Alternative mit einigen Funktionen punkten, die viele Rivalen nicht bieten.
Inzwischen ist das Gerät auch in Deutschland erhältlich. Das getestete Modell, die Panasonic Flex NF-BC1000KXC, kostet aktuell etwas über 200 Euro und ist unter anderem über den Panasonic-Store oder Händler wie Amazon erhältlich.
Damit liegt sie preislich unter vielen größeren Dual-Schubladen-Modellen, bietet aber gleichzeitig mehr Gesamtkapazität als einige bekannte Konkurrenzgeräte. Wirklich günstig ist sie im Vergleich zu Mittelklasse-Optionen wie der Instant Vortex Plus VersaZone Heißluftfritteuse zwar nicht. Angesichts der vielen Funktionen bekommst du hier aber ein rundes Gesamtpaket.
Panasonic Flex Air Fryer im Test: Design und Verarbeitung
Von vorn wirkt die Panasonic Flex überraschend kompakt. Schlank, in Schwarz recht unauffällig und weniger wuchtig als manch überdesignte Konkurrenz. Ziehst du die Schublade heraus, wird erst klar, wie viel Platz sie tatsächlich bietet.
Diese Tiefe ist hier das große Highlight: Im 9,6-Liter-Korb passt tatsächlich eine ganze 30-cm-Pizza. In der Praxis bedeutet das: Pizza zuschneiden gehört der Vergangenheit an. Mir gefiel außerdem, dass ich Essen in einer einzigen Lage ausbreiten konnte, statt es zu stapeln. Genau daran scheitern nämlich viele Heißluftfritteusen.
Das Sichtfenster und das Innenlicht wirken zunächst wie ein „nice to have“. Nach kurzer Zeit merkt man aber, wie oft man sonst aus Unsicherheit die Schublade öffnet. Durch das Einscheiben-Sicherheitsglas von Panasonic lässt sich der Bräunungsgrad checken, ohne dass jedes Mal Hitze entweicht. Das Licht schaltest du nur dann ein, wenn du es brauchst. Eine einfache Idee, die das Kochen deutlich entspannter macht.


Bei der Verarbeitungsqualität kommt die Flex ins Wanken – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Gerät selbst wirkt solide und steht mit seinen 9,6 kg sicher auf der Arbeitsplatte. Einige der wichtigsten Bedienelemente fühlen sich jedoch nicht so hochwertig an, wie ich es bei einem Gerät in dieser Preisklasse erwarten würde. Das Touchpanel funktioniert zwar gut, zieht aber Fingerabdrücke magisch an und sieht nach ein paar Einsätzen schnell etwas unschön aus.
Das größere Problem ist die metallene Trennwand. Wer sie bei Panasonic entworfen hat, sollte sich das wirklich noch einmal anschauen. Dafür, dass sie eines der zentralen Features sein soll, ist sie erstaunlich dünn und wabbelig. Eingesetzt sitzt sie zudem nicht immer sicher oder exakt ausgerichtet. Wie frustrierend das in der Praxis ist, zeige ich später im Performance-Teil.
Ein weiterer Punkt beim Design – wenn auch weniger nervig als die wacklige Trennwand – ist die Höhe der Schublade. Sobald du ein größeres Gericht zubereiten willst, wird der Platz nach oben schnell knapp. Die Flex wäre vermutlich besser, wenn sie insgesamt etwas weniger „kompakt“ gebaut wäre.
Panasonic Flex Air Fryer im Test: Performance
Fangen wir mit der wichtigsten Technik an, denn Panasonic baut hier nicht einfach nur eine größere Heißluftfritteuse. Die Flex kombiniert 360-Grad-Luftstrom mit mehreren Heizelementen: zwei oben, eines unten. Bei meiner alten Heißluftfritteuse schüttle ich Pommes und Wings meist zur Halbzeit oder drehe das Essen, damit alles gleichmäßig gart. Mit der Flex war das kaum nötig. Die Unterhitze sorgt dafür, dass auch von unten alles schön knusprig wird, ohne dass du ständig eingreifen musst.
Dazu kommt „Gentle Steam“. Per Knopfdruck leitet Panasonic Dampf aus einem 200-ml-Wassertank auf der Rückseite in die Garkammer. In meiner Küche war das eine der Funktionen, bei denen ich den Unterschied sofort gemerkt habe. Hähnchenschenkel blieben deutlich saftiger. Lachs kam zart statt trocken heraus – ein typisches Air-Fryer-Problem. Selbst bestimmte Reste aufzuwärmen funktionierte überraschend gut.
Mit manchen Speisen musst du dennoch aufpassen. Wenn du es richtig knusprig willst, zum Beispiel bei Röstkartoffeln, ist Dampf eher kontraproduktiv. Nutzt du die Trennwand, weist Panasonic außerdem darauf hin, dass der Dampf nur in der linken Zone funktioniert. Kein Dealbreaker, aber du musst dein Zonen-Setup planen: Hähnchen (mit Dampf) links, Gemüse (ohne Dampf) rechts. Dampf in beiden Zonen gleichzeitig funktioniert im Split-Setup nicht. Im Alltag war das allerdings nie ein Problem.
Bei den Programmen gibt es acht Presets: Air Fry, Roast, Bake, Pizza, Grill, Reheat, Defrost und Ferment, dazu eine manuelle Steuerung von 35 °C bis 230 °C. Ferment ist der ungewöhnlichere Modus, gedacht für Joghurt oder zum Gehenlassen von Teig. Ich nutze die Funktion nicht jede Woche, finde es aber gut, dass Panasonic so etwas anbietet. Es zeigt, dass hier über Pommes und Nuggets hinausgedacht wird. Auch die kostenlose Panasonic Kitchen+ App mit über 80 Rezepten gefällt mir.
Zur Temperatur: 230 °C reichen im Alltag völlig aus. Kommst du allerdings von einem Modell mit höherer Max-Crisp-Temperatur, merkst du den Unterschied bei manchen TK-Produkten, die für den perfekten Crunch einfach etwas mehr Hitze brauchen. Die Kombination aus Unterhitze und starkem Luftstrom ist hier die Lösung. Sie sorgt effizient für Knusprigkeit, auch ohne die letzten paar Grad. Ein bisschen mehr Spielraum nach oben hätte ich mir für maximale Knusprigkeit trotzdem gewünscht.
Die Idee hinter dem Dual-Zone-Konzept ist eigentlich super. Entweder nutzt du eine große Schublade für Pizza, Wings oder größere Portionen, oder du teilst sie in zwei Zonen, die jeweils ihre eigene Zeit und Temperatur haben. Dank Sync-Funktion werden beide Seiten gleichzeitig fertig. In der Praxis mochte ich das auch – bis die Trennwand Probleme machte. Weil sie nicht immer fest sitzt, kann sie verrutschen oder sogar umkippen, wenn du die Schublade belädst. Das ist besonders ärgerlich, wenn du mitten im Kochvorgang keine Hitze verlieren willst. Außerdem bleibt immer ein kleiner Zweifel, ob die beiden Zonen wirklich sauber getrennt sind. Für ein Gerät, das „Flex“ heißt, ist das schon etwas enttäuschend.


Die Kochleistung ist dennoch exzellent. Fast schon zu gut, wenn du eher eine „normale“ Heißluftfritteuse gewohnt bist. In der ersten Woche habe ich ein oder zwei Chargen übergart, weil die Flex schneller bräunte als meine Alltags-Ninja. Das lag vermutlich an der zusätzlichen Hitzequelle und der besseren Wärmeleitung durch den Dampf. Daran gewöhnt man sich aber schnell.
Die Reinigung ist erfreulich unkompliziert. Korb, Knusperplatte und Trennwand sind mit einer PFAS-freien Antihaft-Keramikbeschichtung versehen, außerdem sind Knusperplatte und Trennwand spülmaschinenfest. Nach einem Monat im Einsatz ist alles erstaunlich sauber geblieben, wenn man bedenkt, was ich dem Gerät alles zugemutet habe.
Wenn ich mir bei der Panasonic Flex noch etwas wünschen dürfte, wäre es ein Temperaturfühler. Ninja hat den digitalen Garfühler bei einigen Modellen fast schon zum Standard gemacht. Gerade beim Garen größerer Fleischstücke würde das viel Rätselraten ersparen.
Panasonic Flex Air Fryer im Test: Unser Fazit
Die Panasonic Flex NF-BC1000KXC Air Fryer ist eine der innovativsten Heißluftfritteusen, die ich seit Langem genutzt habe. Die große Schublade macht vor allem beim Kochen für die Familie einen spürbaren Unterschied. Allein die Tatsache, dass eine ganze 30-cm-Pizza hineinpasst, ohne dass du sie vorher zerschneiden musst, dürfte für manche Haushalte schon Grund genug sein.
Mit Sichtfenster, echter Unterhitze und Gentle Steam kommt dieses Gerät der Idee vom Ofenersatz im Alltag ziemlich nahe. Hähnchen und Fisch bleiben dadurch spürbar saftiger. Für etwas über 200 Euro wirkt das Gesamtpaket sehr fair, zumal Panasonic das Modell als „bisher größtes“ Highlight eingeführt hat.
Die wacklige Trennwand bleibt allerdings ein klarer Kritikpunkt. Sie ist zu zentral für das Flex-Konzept, um nur eine Kleinigkeit zu sein. Würde Panasonic sie stabiler bauen und dem Korb nach oben etwas mehr Luft geben, könnte das Gerät zu einer der besten Heißluftfritteusen auf dem Markt werden. So bleibt es eine ausgezeichnete Heißluftfritteuse, die ihr Potenzial leider nicht ganz ausschöpft.

Lee Bell is a freelance journalist and copywriter specialising in all things technology, be it smart home innovation, fit-tech and grooming gadgets. From national newspapers to specialist-interest titles, Lee has written for some of the world’s most respected publications during his 15 years as a tech writer. Nowadays, he lives in Manchester, where - if he's not bashing at a keyboard - you'll probably find him doing yoga, building something out of wood or digging in the garden.
- Bilal FahmiGerman editor