Im Test: Der Tewke Tap Smart-Lichtschalter kann deutlich mehr als nur Licht an und aus

Wird das bald der Apple der Smart-Home-Steuerung?

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Tewke Tap Smart-Lichtschalter
(Bildnachweis: Future / Alistair Charlton)
T3 Fazit

Der Tewke Tap gehört ziemlich sicher zu den smartesten Lichtschaltern, die es aktuell gibt. Er sieht stark aus, bietet eine aufgeräumte Oberfläche und eine App mit enorm vielen Einstellmöglichkeiten. Über Matter und Thread soll er mit einer Vielzahl von Smart-Home-Geräten kompatibel sein, als smarter Stromzähler fungieren und dir im besten Fall sogar dabei helfen, Energiekosten zu sparen. Das Ganze hat allerdings seinen Preis – Abo inklusive. Dazu kommt, dass die spannendsten Funktionen bislang noch nicht verfügbar sind.

Pro
  • +

    Schönes Design

  • +

    Aufgeräumte, intuitive Oberfläche

  • +

    Kompatibel mit Matter und Thread

Kontra
  • -

    Viele Funktionen sind noch angekündigt

  • -

    Teuer

  • -

    Einige Features gibt es nur mit Abo

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Was wäre, wenn dein Lichtschalter wirklich smart wäre? Smarte Schalter gibt es seit Jahren: Sie regeln Helligkeit, Farbtemperatur und Farben von Glühbirnen oder spielen verschiedene Presets ab. Aber wie sieht ein wirklich smarter Schalter aus? Einer, der eigentlich ein vernetztes HD-Touchscreen mit Sensoren ist, ganz nebenbei als Stromzähler dient und für regelmäßige Software-Updates gerüstet ist.

Genau das ist der Tap. Er kommt vom britischen Start-up Tewke, das 2020 von Piers Daniell gegründet wurde. Grand-Designs-Fans kennen ihn als den Mann, der in Warwickshire eine moderne Burg baut.

Der Tap, der Anfang 2025 auf der CES vorgestellt wurde, ist in erster Linie ein Touchscreen, der einen herkömmlichen Lichtschalter ersetzt und smarte Kontrolle für die angeschlossenen Lichtkreise bringt. Mit der Zeit soll er deutlich mehr können – vom smarten Stromzähler und Luftqualitäts-Monitor bis hin zum Controller für die Heimautomation, der dank variablem Tarif sogar dabei helfen kann, Energiekosten zu senken.

Ist der Tap also der smarte (und attraktive) Schalter, auf den wir gewartet haben? Piers Daniell hat mir zwei Taps persönlich nach Hause gebracht, damit ich mir selbst ein Bild machen kann.

Tewke Tap Smart-Lichtschalter: Preis und Verfügbarkeit

Bevor wir zu den Highlights kommen: Smarte Schalter und komplette Lichtsysteme kosten oft deutlich mehr als ein Set smarter Birnen von Govee oder Philips Hue.

So viel zum Vorwort, kommen wir zum Preis: Für ein komplettes Tap-Set inklusive Touchscreen, Dock zur Verdrahtung in der Wand und Kunststoffrahmen liegst du bei etwas über 300 Pfund, also rund 350 Euro. Das ist natürlich eine Menge Geld für einen smarten Lichtschalter. Und es wird noch mehr, wenn du statt des weißen Kunststoffrahmens meiner Testgeräte einen Premium-Rahmen aus Metall wählst.

Piers und das Tewke-Team sind überzeugt, dass der Tap seinen Nutzer*innen langfristig Geld spart und am Ende günstiger ist als vergleichbare fest installierte Smart-Lichtsysteme. Wer jetzt investiert, setzt darauf, dass Software-Updates und zusätzliche Features so regelmäßig kommen, wie Tewke es verspricht.

Der Tap ist ab sofort erhältlich. Außerdem hat Tewke kürzlich zwei kommende Produkte auf der Website ergänzt: den Lite (geplant für Ende 2026) und den Sonar (Termin steht noch nicht fest). Die Roadmap ist also gut gefüllt.

Tewke Tap Smart-Lichtschalter

(Image credit: Future / Alistair Charlton)

Tewke Tap Smart-Lichtschalter: Design und Installation

Die Hardware ist beeindruckend. Verglichen mit den Philips-Hue-Dimmern in anderen Räumen – weiße Kunststoffknöpfe, magnetisch auf einer Blindabdeckung über dem ursprünglichen Schalter – ist der Tap wie Tag und Nacht.

Das Dock ersetzt den alten Schalter und steuert bis zu drei Stromkreise. Auch ohne Touchscreen bleibt alles bedienbar: Drei weiße Tasten auf dem Dock übernehmen die Kontrolle. Praktisch, falls der Screen mal kaputtgeht, auf Ersatz wartet oder irgendwann gegen ein Upgrade getauscht wird. Idealerweise kaufst du Dock und Rahmen nur einmal und wechselst später nur noch den Touchscreen.

Tewke hat das Dock so entworfen, dass es in eine Standard-Unterputzdose passt. In meinem Neubau war die Installation allerdings unerwartet knifflig: Hinter dem Schalter war nicht genug Platz für das Dock plus die Verdrahtung aller drei Küchenkreise. Piers Daniell organisierte daraufhin einen Elektriker, der den Einbau übernahm. Das dauerte rund drei Stunden, weil hinter dem Dock zunächst mehr Platz geschaffen werden musste.

Ein zweiter Tap im Flur, der zwei Kreise steuert, war deutlich einfacher und in rund 30 Minuten installiert. Apropos: Der Elektriker lobte übrigens Tewkes Installations-Guide, der deutlich umfassender ist als die Unterlagen anderer Smart-Schalter-Anbieter für Monteur*innen.

Einmal verbaut, sieht der Tap großartig aus. Mit nur 13,5 mm Bautiefe – ähnlich wie ein normaler Schalter – nimmt er exakt die gleiche Fläche von 10 x 10 cm ein.

Das 3,92-Zoll-OLED ist für seine Größe extrem hoch aufgelöst: 1.080 x 1.240 Pixel, mit einer smartphone-ähnlichen Pixeldichte von 419 ppi. Hinzu kommen 60 Hz, 10-Punkt-Touch, bis zu 630 Nits Spitzenhelligkeit und Corning Gorilla Glass 3.

Tewke Tap Smart-Lichtschalter

(Image credit: Future / Alistair Charlton)

Der Bildschirm dockt magnetisch am Dock an. Kabellos funktioniert er zwar nicht, bleibt aber lange genug aktiv, um dich daran zu erinnern, ihn wieder aufzusetzen. Er liegt außerdem gut in der Hand und macht wirklich Spaß zu bedienen.

Nach der Installation legst du direkt über das Tap-Interface fest, wie deine Beleuchtung gesteuert wird. Den Setup-Prozess schließt du anschließend in der Tewke-App ab – inklusive Zeitplänen und Automationen.

Ein cleveres Detail, das gerne übersehen wird: Der Tap zieht auch dann Strom, wenn das Licht ausgeschaltet ist. Normalerweise brauchen smarte Leuchten dauerhaft Strom am Schalter und steuern direkt die Birne. Hier wacht das Tap-Display auf, sobald es Bewegung in der Nähe erkennt, und lässt sich bedienen, ohne dass das Licht an sein muss.

Ein weiterer technischer Punkt: Der Tap funktioniert mit oder ohne Neutralleiter, allerdings sind nicht alle Leuchtmitteltypen kompatibel. Die Details findest du im Installations-Guide, oder frag einfach eine*n Elektriker*in deines Vertrauens.

Tewke Tap Smart-Lichtschalter

(Image credit: Future / Alistair Charlton)

Tewke Tap Smart-Lichtschalter: Performance

Gefühlt ist es noch nicht lange her, dass ich Smartphones und sogar Computer mit Quad-Core-Chips und 2 GB RAM getestet habe. Genau diese Hardware steckt hier in einem Lichtschalter. Ein Quad-Core-Prozessor mit 1,8 GHz, 2 GB RAM und 16 GB Speicher sorgt dafür, dass das UI schnell reagiert und sich wie ein iPhone Pro bedienen lässt.

Dazu kommen Dual-Band-WLAN (2,4/5 GHz) sowie Support für Thread und Matter bei 2,4 GHz. Ergänzt wird das Ganze durch eine ganze Reihe Sensoren, darunter Doppler-Radar, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und VOC – plus Mikrofon und kleiner Lautsprecher. Das gibt dem Tap reichlich Reserven für zukünftige Updates und Features.

Als Lichtschalter reagiert der Tap sofort auf Berührungen. Das UI ist scharf, clean und extrem responsiv. Insgesamt fühlt sich die Bedienung sehr modern an. Neben der Lichtsteuerung bietet der Tap auch eine Health-Ansicht. Ein Wisch zeigt einen Score von 0 bis 100 für die Luftqualität sowie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, VOC-basierte Luftqualität und den CO2-Wert.

Jede Kennzahl ist leicht verständlich und farblich in Grün, Orange oder Rot codiert. Bei besonders schlechten Werten zeigt der Tap im Vorbeigehen Hinweise an, zum Beispiel bei hoher Luftfeuchtigkeit oder erhöhtem CO2. In der Tewke-App kannst du die Werte über die Zeit hinweg tracken.

Wischst du zur dritten Seite, findest du eine Ansicht mit Live-Daten zum Stromtarif. Das Feature ist zwar noch nicht komplett aktiv, soll laut Tewke aber im ersten Quartal 2026 Live-Preise und den aktuellen Energieverbrauch anzeigen. In Kombination mit Matter und Thread könnten sich damit künftig auch Geräte automatisch steuern lassen, etwa zu günstigen Stromzeiten. Shelly-Smart-Plugs werden ebenfalls unterstützt.

Tewke arbeitet mit Google zusammen, um den Gemini‑KI‑Sprachassistenten auf den Tap zu bringen. Ein langes Drücken auf ein Icon startet TewkeAI, über das sich Wetter, News und andere Smart-Speaker-Funktionen abrufen lassen.

In meinem Test gab es ein paar Software-Probleme. Ein Tap wurde durch ein fehlerhaftes Update deaktiviert, der andere erkannte das Wiederandocken an sein Dock nicht. Beides ließ sich mit einem schnellen Neustart über die Tap-Einstellungen beheben. Nicht ideal, aber immerhin bleibt die Beleuchtung auch ohne Touchscreen bedienbar. Das zeigt, dass Tewke an die Basics gedacht hat.

Tewke Tap Smart-Lichtschalter

(Image credit: Future / Alistair Charlton)

Tewke Tap Smart-Lichtschalter: App

Die Smartphone-App von Tewke ist für ein junges Start-Up-Produkt richtig gut. Selbst etablierte Smart-Home-Anbieter tun sich manchmal schwer, Apps so clean, logisch und stabil umzusetzen.

Allerdings gibt es eine kleine Lernkurve, wenn du alles aus dem Tap herausholen willst. Die Taps selbst sind simpel gehalten und lassen sich bequem über die App steuern, inklusive Fernzugriff von unterwegs. Auch Akzentfarben und die Icon-Anordnung auf dem Display lassen sich anpassen.

Wer tiefer einsteigt, stößt auf Scenes, Habitats und Automations. Scenes speichern Lichtstimmungen. Habitats funktionieren ähnlich wie Routinen in anderen Smart-Home-Systemen. Ein Beispiel ist „All Off“, bei dem ein Icon auf einem Tap alle Lichter im Haus ausschaltet.

Automations führen Aktionen zu bestimmten Zeiten aus oder reagieren auf Bewegung. So habe ich zum Beispiel eingestellt, dass der Flur zwischen Sonnenuntergang und -aufgang für eine Minute angeht, sobald Bewegung erkannt wird. Der Bereich ist damit sofort beleuchtet, aber nur dann, wenn Licht wirklich nötig ist. Ähnlich funktionieren die LED-Stripes auf der Küchenarbeitsfläche: An Werktagen schalten sie sich zwischen 6:30 und 9:00 Uhr automatisch bei Bewegung ein.

Tewke-App

(Image credit: Future / Alistair Charlton)

Diese Automationen lassen sich sehr fein justieren. Neben festen Zeitplänen lassen sich auch Sonnenauf- und -untergang nutzen oder Bedingungen definieren, bei denen ein Licht nur bei bestimmtem Umgebungslicht aktiviert wird. Auch die Dauer lässt sich festlegen – von einer Minute bis zu 24 Stunden oder dauerhaft.

Obwohl ich seit Jahren andere smarte Lichtsysteme nutze, musste ich hier einiges neu denken. Aktuell laufen auf dem Küchen-Tap nur ein paar einfache Automationen und vier Habitats, die jeweils unterschiedliche Kombinationen der drei Lichtkreise steuern: Deckenleuchte, Spots und LED-Stripes.

Man sollte an dieser Stelle kurz erwähnen: Keine dieser Birnen ist wirklich smart. Es sind einfache Leuchtmittel, die mit dem Haus kamen und jetzt vom Tap gesteuert werden. Die Helligkeit lässt sich anpassen, allerdings nur mit dimmbaren Leuchtmitteln, die ich nicht habe. Farbe und Farbtemperatur wie bei Hue, Govee & Co. sind hier keine Option. Da der Tap Matter und Thread unterstützt, könnte er smarte Birnen anderer Hersteller künftig aber deutlich feiner steuern.

Tewke-App

(Image credit: Future / Alistair Charlton)

Tewke Tap Smart-Lichtschalter: Unser Testurteil

In Sachen Hardware landet Tewke mit dem Tap einen Volltreffer. Das Gerät ist wunderschön, und das gestochen scharfe OLED macht jedes Mal Spaß. Dazu kommen kleine Details, wie zum Beispiel ein optionales Klickgeräusch beim Tippen und ein weiteres beim Loslassen, ähnlich wie bei einem Schalter mit Feder.

Tewke Tap

(Image credit: Future / Alistair Charlton)

Hier steckt enormes Potenzial – nicht zuletzt wegen der Leistungsreserven des Tap und seiner Kompatibilität mit gängigen Smart-Home-Standards. Als Smart Meter könnte er künftig zeigen, was unser Haus im Betrieb kostet, inklusive hilfreicher Hinweise zum Sparen. Die Luftqualitäts-Funktionen sind ebenfalls ein sinnvolles Add-on und praktisch für die Steuerung von Ventilator, Heizung, Entfeuchter oder Luftreiniger. Auch eine Kombination mit motorisierten Jalousien über den Helligkeitssensor ist gut vorstellbar, ebenso eine stärkere Nutzung von Radar- und Näherungsdaten.

Das ist Zukunftsmusik. Im Hier und Jetzt ist der Tap ein sehr junges Produkt. Ein High-End-Luxury-Item mit passender Hardware und entsprechendem Preisschild, das sich vor allem an Smart-Home-Fans richtet, die Lust haben, die Entwicklung aktiv mitzuerleben. Fertig ist das Produkt noch nicht, und die Lernkurve ist anfangs steil. Nach ein paar Wochen erschließt sich jedoch sein Potenzial – und macht neugierig auf das, was als Nächstes kommt.

Alistair is a freelance automotive and technology journalist. He has bylines on esteemed sites such as the BBC, Forbes, TechRadar, and of best of all, T3, where he covers topics ranging from classic cars and men's lifestyle, to smart home technology, phones, electric cars, autonomy, Swiss watches, and much more besides. He is an experienced journalist, writing news, features, interviews and product reviews. If that didn't make him busy enough, he is also the co-host of the AutoChat podcast.

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