Samsung Galaxy A55 im Test: Immer noch auf Erfolgskurs?

Das Mittelklasse-Galaxy kehrt mit einem größeren Bildschirm zurück – aber auch mit größerer Konkurrenz

T3 Recommends Award
Samsung Galaxy A55 im Test
(Bildnachweis: Future / Mike Lowe)
T3 Fazit

Das Samsung Galaxy A55 ist ein solides Mittelklasse-Handy mit einem größeren 6,6-Zoll-Bildschirm, das genau das liefert, was viele Nutzer:innen erwarten. Allerdings muss es sich gegen starke Konkurrenten wie das Nothing Phone (2a) behaupten und zeigt beim Spielen ein paar kleine Grafikprobleme.

Pro
  • +

    Robuste Metallkonstruktion trotz günstigem Preis

  • +

    Großes 6,6-Zoll-OLED-Display

  • +

    Lange Akkulaufzeit

Kontra
  • -

    Prozessor zeigt gelegentliche Leistungseinbrüche

  • -

    Kameras erreichen nicht das typische Galaxy-Niveau

  • -

    Konkurrenz durch das Nothing Phone (2a)

Warum können Sie T3 vertrauen? Unsere Experten verbringen Stunden damit, Produkte und Dienstleistungen zu testen und zu vergleichen, damit Sie das Beste für sich auswählen können. Erfahren Sie mehr darüber, wie wir testen.

Die Landschaft der besten Android-Handys ist 2024 so vielfältig und umkämpft wie eh und je. Während das Galaxy S24 Ultra von Samsung zeigt, was im High-End-Bereich möglich ist, positioniert sich das getestete Galaxy A55 klar in einer erschwinglicheren Preisklasse – für viele also deutlich interessanter.

Das klingt nach einem sicheren Kandidaten unter den besten günstigen Handys, doch die Konkurrenz schläft nicht. Ich bin vom hervorragenden Nothing Phone (2a) auf das Galaxy A55 umgestiegen – seinem offensichtlichsten Konkurrenten – und habe das Samsung eine Woche lang als mein Haupthandy genutzt, um zu testen, wie es sich schlägt.

Das Galaxy A55 ist größer und mutiger als sein Vorgänger A54, dank seines 6,6-Zoll-Displays. Doch neben ähnlichen Geräten wie dem Galaxy S23 FE und dem Nothing Phone, das sich erfolgreich gegen Samsung behauptet, stellt sich die Frage: Reicht das größere Display und die hochwertigere Metallkonstruktion, um das A55 zum klaren Gewinner zu machen?

Samsung Galaxy A55 im Test: Preis und Verfügbarkeit

Das Galaxy A55 ist im Angebot und kostet 449 Euro für die 128‑GB‑Version. Für die 256‑GB-Variante steigt der Preis auf 499 Euro.

Interessanterweise ist das Gerät in den USA nicht erhältlich, dafür in Australien ab 699 AU$. Auch in anderen Regionen, von Europa bis Singapur, ist das Handy im Handel.

Samsung Galaxy A55 im Test: Neuheiten

Samsung Galaxy A55 im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Auf den ersten Blick wirkt das Galaxy A55 wie ein Echo der breiteren Galaxy-Reihe: Optisch ähnelt es dem Galaxy S23 FE mit einem Trio freiliegender Kameras auf der Rückseite, ist aber etwas größer. Die Displaygröße wurde von 6,4 Zoll im Galaxy A54 auf 6,6 Zoll erhöht, wodurch auch ein etwas größerer Rahmen nötig ist.

Gegenüber dem auslaufenden A54 bringt das A55 den neuen Mittelklasse-Prozessor Exynos 1480 und mindestens 8 GB RAM mit, was seine verbesserte Position unterstreicht. Weitere kleine Anpassungen – etwa Gorilla Glass Victus+ statt Gorilla Glass 5 – runden das Paket ab. Akkukapazität (5000 mAh) und Kameraausstattung (dreifach hinten: 50 MP Hauptkamera, 12 MP Weitwinkel, 5 MP Makro) bleiben unverändert.

Besonders erwähnenswert ist der neue Metallrahmen – ein klarer Fortschritt. Dazu kommt eine neue Farbpalette, die Samsung selbstbewusst als „awesome“ bezeichnet. Vier Optionen stehen zur Wahl: Awesome Lemon (wie in meinen Testbildern), Awesome Iceblue, Awesome Lilac und Awesome Navy. Ob sie alle tatsächlich „awesome“ aussehen, ist allerdings Geschmackssache.

Samsung Galaxy A55 im Test: Design und Bildschirm

Samsung Galaxy A55 im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Als ich das Galaxy A55 zum ersten Mal aus seiner schlanken Verpackung nahm – klein, da wie heute üblich kein Ladegerät enthalten ist – und einen Blick auf die Rückseite in „Awesome Lemon“ warf, war mein erster Eindruck nicht wirklich „awesome“. Das Gelb wirkt recht grell, mit einem Regenbogenschimmer, der für meinen Geschmack zu dominant ist. Aber Geschmack ist natürlich subjektiv. Wählt man eine der anderen Farboptionen, passt diese vermutlich harmonischer zum Metallrahmen.

In der Hand liegt das Galaxy A55 etwas kantiger als andere Geräte, dank des flachen Displays und des Metallrahmens. Es ist keineswegs unbequem, nur weniger „weich“ als der abgerundete Kunststoffrahmen des Nothing Phone (2a). Hier punktet Samsung jedoch früh: Der Metallrahmen und die hochwertigen Materialien verhindern Fingerabdrücke, die bei der Konkurrenz auffällig sind. Abgesehen von der grellen Farbe wirkt die Bauqualität des A55 beinahe wie bei einem Flaggschiff.

Das 6,6-Zoll-Display ist nicht das größte in Samsungs Galaxy-Reihe, bietet aber gute Dimensionen. Es folgt dem Trend zu größeren Bildschirmen: Knapp unter dem 6,7-Zoll-Panel des Galaxy S24 Plus, eine Verbesserung gegenüber dem 6,4-Zoll-Panel des Galaxy S23 FE und größer als das 6,4-Zoll-Panel des A54. Kurz gesagt: Samsung liefert, was die Nutzer:innen wollen.

Das Display überzeugt insgesamt mit der gleichen hohen Auflösung wie sein Vorgänger (1080 × 2340 Pixel) und einer flüssigen Bildwiederholrate von 120 Hz. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung wirkte es manchmal etwas dunkel – überraschend bei einer Spitzenhelligkeit von 1.000 Nits. Es gibt jedoch einen „Overdrive“-Modus, der aktiviert werden kann, um das Bild auch bei hellem Licht sichtbar zu machen.

Samsung Galaxy A55 im Test: Leistung und Akku

Samsung Galaxy A55 im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Als jemand, dessen Aufgabe es ist, Woche für Woche die besten Handys zu testen, ist es leicht, ein wenig verwöhnt zu werden und immer das Beste vom Besten zu erwarten. Das Galaxy A55 setzt weniger auf Superkräfte, sondern mehr auf Ausgewogenheit – und das ist in dieser Preisklasse genau das Richtige.

Wie gut das Erlebnis mit dem A55 ausfällt, hängt stark von der Nutzung ab. Für Anrufe, E-Mails und einfache Apps reicht das Exynos 1480 völlig aus. Dank 8 GB RAM klappt auch Multitasking problemlos, nur das Wechseln zwischen Apps dauert manchmal einen Tick länger, als man es von einem Flaggschiff gewohnt ist.

Schwächen zeigt das A55 vor allem bei der Grafikleistung. Beim Spiel Match Factory gab es zum Beispiel spürbare Ruckler. Das ist nicht spielentscheidend, aber das Nothing Phone (2a) kommt damit sichtbar besser zurecht, was mich rückblickend vermuten lässt, dass ich dessen Gesamtleistung etwas zu kritisch bewertet habe.

Samsung Galaxy A55 im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Samsung setzt in seinen neuesten Geräten verstärkt auf eigene Chipsätze, was theoretisch eine bessere Energieverwaltung ermöglicht. Zwar gibt es ein paar übermäßig eifrige Schlafmodi für Apps, und das Handy braucht nach der Einrichtung ein bis zwei Tage, um sich einzupendeln. Doch insgesamt überzeugt vor allem die Akkulaufzeit.

Mit 5.000 mAh hält das Galaxy A55 problemlos lange durch – auch dank des Mittelklasse-Prozessors, der weniger Energie frisst. In meinem Test kam ich auf über 17 Stunden Nutzung, ohne in den roten Bereich zu geraten. Damit liegt es klar vor dem Nothing Phone (2a), obwohl beide die gleiche Akkukapazität haben. Nur schade, dass Samsung beim Laden geizt: 25 W sind heute nicht mehr wirklich schnell, und kabelloses Laden fehlt leider ebenfalls.

Auch bei der Software punktet das Galaxy A55: Es läuft mit One UI 6.1, derselben Version, die auch die Galaxy-S23-Reihe per Update erhalten hat. Mir gefällt hier besonders die Stabilität und Konsistenz. Bei Marken wie Nothing, Oppo oder Honor wirken die zusätzlichen Software-Ebenen oft eher störend. Weniger schön finde ich allerdings, dass Samsung inzwischen schon bei der Ersteinrichtung zur Installation von Bloatware auffordert.

Samsung Galaxy A55 im Test: Kameras

Samsung Galaxy A55 im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Auf der Kameraseite, genauer gesagt auf der Rückseite, setzt das Galaxy A55 wie sein Vorgänger A54 auf ein Dreifachlinsen-Setup: 50 MP Hauptkamera, 12 MP Weitwinkelkamera und 5 MP Makrokamera. Letztere halte ich persönlich für überflüssig; ein Zoomobjektiv wäre mir lieber. Bei diesem Preis ist das jedoch keine realistische Erwartung. Ein 2-facher digitaler Zoom lässt sich in der Kamera-App dennoch problemlos nutzen.

In puncto Bedienung öffnet sich die Samsung-Kamera-App deutlich schneller als die des Nothing Phone (2a), was ihr einen klaren Vorteil verschafft. Allerdings überzeugt mich das Dreifachlinsen-Setup von Samsung nicht vollständig: Aufgrund des sehr hohen Kontrasts, einer etwas eigenwilligen Farbbalance und einer stärkeren Tendenz zur Überbelichtung wirken die Ergebnisse überraschenderweise nicht so typisch „Galaxy“, wie man es erwarten würde.

Wenn du dir meine Bildergalerie auf dieser Seite ansiehst – aufgenommen während einer US-Autoreise von Portland nach San Francisco – fällt auf, dass der Kontrast in den Schatten manchmal recht stark ist. Außerdem wirkten die Farben auf dem Handy-Display während der Aufnahme teils unpassend, sahen aber auf einem anderen Bildschirm deutlich besser aus. Anders als beim Galaxy S24 Ultra wird hier nicht dasselbe KI-Management eingesetzt, und das merkt man in den Ergebnissen, manchmal sogar schon beim Fotografieren.

Das heißt aber nicht, dass die Kamera schlecht ist. Sie liefert eine ausreichende Auflösung und Detailgenauigkeit, und Modi wie Nachtaufnahmen oder Porträt mit Hintergrundunschärfe helfen, unter unterschiedlichen Bedingungen gute Fotos zu machen. Die Kamera-App ist dabei vertraut und sehr benutzerfreundlich.

Samsung Galaxy A55 im Test: Fazit

Samsung Galaxy A55 im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Das Samsung Galaxy A55 ist ein solides Mittelklasse-Smartphone, das den Bildschirm auf 6,6 Zoll vergrößert und genau das bietet, was viele Nutzer:innen wollen. In Sachen Gaming muss es sich allerdings dem günstigeren Nothing Phone (2a) geschlagen geben, das insgesamt die bessere Performance liefert.

Was Materialien und Akkulaufzeit betrifft, liegt das Samsung klar vorn. Wenn du also Wert auf eine langlebige Batterie, weniger Fingerabdrücke und eine schnell reagierende Kamera-App legst, findest du im Galaxy A55 einige Pluspunkte.

Trotzdem ist es nicht mehr der klare Favorit in der Mittelklasse, vor allem, weil das Galaxy S23 FE eine echte Alternative bietet. Als günstige Android-Option lohnt sich das Galaxy A55 aber nach wie vor – besonders, wenn dir gute Kernkomponenten wichtiger sind als teure Flaggschiff-Preise

Ebenfalls eine Überlegung wert

Wie in diesem Testbericht mehrfach erwähnt, ist der offensichtlichste Konkurrent, der das Samsung in Sachen Leistung übertrifft, das Nothing Phone (2a). Es ist günstiger, bietet das besondere Merkmal der Glyph-Beleuchtung, ist dafür aber nicht so hochwertig verarbeitet.

Wenn Samsung deine bevorzugte Marke ist, lohnt sich auch ein Blick auf das Galaxy S23 FE: Es bietet mehr Leistung, ist zwar teurer, aber mit Rabatten kann der Preisunterschied durchaus überschaubar sein.

Mike Lowe
Tech Editor

Mike is T3's Tech Editor. He's been writing about consumer technology for 15 years and his beat covers phones – of which he's seen hundreds of handsets over the years – laptops, gaming, TV & audio, and more. There's little consumer tech he's not had a hand at trying, and with extensive commissioning and editing experience, he knows the industry inside out. As the former Reviews Editor at Pocket-lint for 10 years where he furthered his knowledge and expertise, whilst writing about literally thousands of products, he's also provided work for publications such as Wired, The Guardian, Metro, and more.

Mit Unterstützung von