HPs Tastatur-Computer ist das Verrückteste auf der CES – und ich habe ihn schon benutzt
Der EliteBoard G1a könnte groß rauskommen
Mara Mainka
Die CES ist für Laptop- und Computer-Marken weltweit eine hektische Zeit, und es ist definitiv nicht leicht, aufzufallen. Oft sind es die kleineren Marken, die mit schrägeren Ideen Schlagzeilen machen möchten – umso überraschender war es für mich, dass ein Riese wie HP mich noch überraschen konnte.
Auf der CES startet HP eine völlig neue Computerkategorie, und ich habe sie Anfang Dezember bei einem Preview-Event in New York live gesehen. Der EliteBoard G1a ist ein Computer in einer Tastatur. Da steckt natürlich mehr dahinter, aber ich finde, man sollte es so einfach sagen, damit die Haupt-Idee nicht untergeht.
HPs Sprecher*innen sagten mir, dass sie an dieser Idee schon seit einer Weile feilen, aber die Technik musste erst so weit sein. Was genau an der neuesten SoC-Generation jetzt den Durchbruch ermöglicht, weiß ich nicht – aber die Zeit scheint reif, und das EliteBoard soll früh in diesem Jahr veröffentlicht werden.
Die Kernidee: Die meisten wollen Kombigeräte wie klassische All-in-One-Rechner. Das Problem dabei ist aber, dass ein All-in-One dich für die gesamte Lebensdauer des Geräts auf ein Display festlegt – ausgerechnet in einem Bereich, in dem es oft Fortschritte gibt. HP hat das Ganze umgedreht: Das Display besorgst du dir selbst, der Computer versteckt sich direkt auf dem Schreibtisch – unter deinen Händen.
Der EliteBoard wirkt im Grunde wie eine etwas dickere Tastatur, aber ich wette, man könnte viele Leute problemlos hinters Licht führen, wenn man behauptet, es sei eine ganz normale Tastatur. Auffällig ist vor allem die zusätzliche Dicke sowie die Lüftungsschlitze hinten und an den Seiten. Hinten sitzt die Kühlung, an den Seiten stecken Stereo-Lautsprecher.
Das gesamte System läuft über zwei USB‑C-Ports mit Power Delivery und Display-Out. Den EliteBoard wird es in zwei Versionen geben: Eine mit fest angebrachtem Kabel und eine mit abnehmbarem Kabel – das eröffnet etwas Portabilität (sofern ein portables Display vorhanden ist). Diese Version hat außerdem einen integrierten Akku, damit beim Abstecken und Umsetzen nichts verloren geht, und soll pro Ladung rund 3,5 Stunden durchhalten. Zudem liegt auch eine vorab gekoppelte Bluetooth-Maus bei.
Ich konnte die Maschine ein paar Minuten lang quer durch verschiedene Demos nutzen – und siehe da: Sie fühlte sich an wie jeder andere PC. In der Nutzung ist softwareseitig nichts besonders Aufregendes dran, schließlich ist das Ganze als Enterprise-Lösung für Szenarien mit mittelstarker, unkomplizierter Performance gedacht (etwa Stationsstützpunkte im Krankenhaus, Büro-Kabinen und mehr).
Trotzdem: Es war ohne Zweifel das Überraschendste, was mir HP gezeigt hat – in einem Jahr, in dem neue Chips eher inkrementelle Verbesserungen bringen und bestehende Laptop-Serien leicht überarbeitet werden. Ich weiß noch nicht recht, wie ich dazu stehe. Einerseits beeindruckt mich die Innovationskraft, und ich kann mir eine ganze Reihe von Situationen vorstellen, in denen dieser Formfaktor wirklich praktisch wäre.
Andererseits sind Mini-PCs schon sehr erschwinglich, externe Tastaturen erst recht – ob man beides bündeln muss, ist fraglich. In ein paar Jahren werden wir entweder staunen, wie sich das Gerät auf dem Markt schlägt, oder das EliteBoard ist sang- und klanglos verschwunden.
Der größte unbekannte Faktor ist wohl der Preis, den HP im Dezember noch nicht nennen konnte. Für Enterprise-Kund*innen soll das Gerät aber ziemlich bald verfügbar sein. Es könnte also passieren, dass am neuen Arbeitsplatz nur eine verdächtig wuchtige Tastatur auf dem Schreibtisch steht – und sonst nichts.

Max is T3's Staff Writer for the Tech section – with years of experience reporting on tech and entertainment. He's also a gaming expert, both with the games themselves and in testing accessories and consoles, having previously flexed that expertise at Pocket-lint as a features editor.