Oura Ring Gen 3 im Test: Neudefinition der Schlaf-, Aktivitäts- und Resilienzverfolgung

Der Oura Ring Gen 3 ist die nächste Evolutionsstufe der persönlichen Gesundheitsüberwachung

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Oura Ring Gen 3 review
(Bildnachweis: Matt Kollat/T3)
T3 Fazit

Der Oura Ring Gen 3 überzeugt als erstklassiger Smart-Ring mit seinem schlanken Design und seiner robusten Verarbeitung. Er bietet präzises Schlaftracking, erkennt Krankheiten und überwacht Aktivitäten und ist somit ein umfassender Gesundheitsbegleiter. Trotz des höheren Preises und der Mitgliedsgebühr für den vollen Zugriff auf Gesundheitsdaten ist der Oura Ring Gen 3 eine lohnenswerte Investition für alle, die detaillierte Einblicke in ihre Gesundheit in einem unauffälligen und stylischen Wearable suchen.

Pro
  • +

    Bietet eine Fülle an Gesundheitsdaten

  • +

    Automatische Erkennung von Aktivitäten und Krankheiten

  • +

    Leichte, robuste Hardware

  • +

    Sinnvolle Algorithmen und Empfehlungen

Kontra
  • -

    Mitgliedsgebühr ist zu beachten

  • -

    Kein Vibrationsmotor vorhanden

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Eine Bewertung wie diese zum Oura Ring Gen 3 zu schreiben, ist immer eine echte Herausforderung. Man muss den Wearable nicht nur mindestens einen Monat lang intensiv nutzen, um ein gutes Bild von seinen Fähigkeiten zu bekommen, sondern ihn auch mit anderen Produkten aus der Kategorie vergleichen, um Genauigkeit und Funktionen richtig zu beurteilen.

Das ist ein mühsamer Prozess, obwohl ich ehrlich sagen muss, dass das Testen des Oura Ring Gen 3, den ich aktuell für den besten Smart-Ring halte, deutlich weniger umständlich war als bei manch anderen klobigen Wearables. Smart-Ringe sind bislang die unauffälligsten Wearables und bieten eine angenehm unaufdringliche Möglichkeit, Gesundheit und Wohlbefinden zu tracken.

Von allen aktuell verfügbaren Smart-Ringen ist Oura wohl der bekannteste und bietet die umfangreichste Funktionspalette. Die finnische Marke gehörte zu den Pionieren bei Smart-Ringen zur Schlafüberwachung und hat sich in den neun Jahren seit der Einführung des ersten Oura Rings einen festen Namen gemacht.

Der Oura Ring Gen 3 gehört allerdings auch zu den teuersten Smart-Ringen, da für die meisten Gesundheitsdaten eine monatliche Mitgliedsgebühr anfällt. Lohnt sich das? Wie schlägt sich der Oura Ring Gen 3 im Vergleich zu anderen Smart-Ringen sowie Smartwatches wie der Apple Watch Series 9? Finden wir es heraus.

Oura Ring Gen 3 im Test

Preis und Verfügbarkeit

Der Oura Ring Gen 3 wurde im Oktober 2021 vorgestellt und ist direkt bei Oura erhältlich. Er kommt in zwei Modellen: Heritage und Horizon. Das Heritage-Modell (UVP 299 $) besticht durch das klassische „Plateau“-Design, während der Horizon (UVP 349 $) mit einer glatten, ringähnlichen Außenschale moderner wirkt.

Heritage ist in vier Farben verfügbar: Silber, Schwarz, Stealth und Gold. Horizon gibt es zusätzlich in Roségold und Gebürstetem Titan. Für diese Bewertung habe ich den Oura Ring Gen 3 Horizon in gebürstetem Titan getestet.

Spezifikationen

Oura Ring Gen 3 Bewertung

(Image credit: Matt Kollat/T3)
  • Materialien: Titan mit PVD-Beschichtung
  • Wasserbeständigkeit: bis zu 100 m / 328 ft
  • Breite: 7,9 mm
  • Dicke: 2,55 mm
  • Gewicht: 4 bis 6 Gramm
  • Verfügbare Größen: 6-13
  • Akkulaufzeit: bis zu 7 Tage
  • Ladezeit (0–100 %): 80 Minuten
  • Konnektivität: Bluetooth Low Energy
  • Sensoren: optischer Herzfrequenzsensor, Blutsauerstoffsensor, Infrarot-PPG-Sensoren, Hauttemperatursensoren und 3D-Beschleunigungsmesser
  • Kompatibilität: funktioniert mit Android- und iOS-Smartphones

Design und Verarbeitungsqualität

Oura Ring Gen 3 Bewertung

(Image credit: Matt Kollat/T3)

Obwohl der Oura Ring Gen 3 bereits vor drei Jahren auf den Markt kam, wirkt er weder sperrig noch schwer im Vergleich zu aktuellen Smart-Ringen. Sein Gehäuse besteht aus robustem Titan und ist mit einer Physical Vapour Deposition (PVD)-Beschichtung versehen.

Eine kleine Rille an der Außenseite – der sogenannte „Dimple“ – hilft bei der richtigen Positionierung: Die Rille zeigt zur Handfläche, sodass die Sensoren auf der Innenseite des Fingers sitzen.

Die PVD-Beschichtung verleiht dem Ring zusätzliche Härte. Im Test hinterließ der Alltag zwar leichte Kratzer auf der Seite, die zur Handfläche zeigt (rund um den Dimple), aber insgesamt überstand der Ring den einmonatigen Härtetest ohne ernsthafte Spuren.

Smart-Ringe sind im Alltag stärker belastet als Smartwatches: Sie bleiben an der Hand, auch wenn man sie zum Greifen, Tragen oder Waschen nutzt. Daher muss die Konstruktion besonders widerstandsfähig sein – und das erfüllt der Oura Ring Gen 3.

Oura Ring Gen 3 Bewertung

(Image credit: Matt Kollat/T3)

Der Oura Ring Gen 3 besitzt keine offizielle IP-Schutzklasse, ist aber bis 100 Meter wasserbeständig. Duschen ist also problemlos möglich, und sogar Schwimmen sollte gehen – bei Chlorwasser wäre ich aber vorsichtig. Nässe macht ihm jedenfalls nichts aus.

Ich habe große Hände und trug Größe 12. Mit knapp über 5 Gramm Gewicht ist der Ring extrem leicht – so leicht, dass ich ihn tagelang am Stück tragen konnte, ohne ihn zu spüren.

Optisch ähnelt der Oura Ring Gen 3 dem RingConn Smart Ring, wobei letzterer kantiger wirkt. Beide haben einen leicht erhabenen Bereich an der Innenseite. Beim Oura sind es drei kleine Kuppeln, unter denen die LEDs sitzen. Die Innenseite ist nicht ganz so glatt wie beim neueren Ultrahuman Ring Air, aber das ist nachvollziehbar: Der Oura Gen 3 kam Jahre früher. Vielleicht bringt der Gen 4 hier ein Update.

Schlafüberwachung

Oura Ring Gen 3 Bewertung

(Image credit: Matt Kollat/T3)

Der ursprüngliche Fokus des Oura Rings lag auf der Schlafanalyse – und er zählt auch heute noch zu den besten Schlaftrackern am Markt. Obwohl Oura betont, dass der Gen 3 kein medizinisches Gerät ist, wird er in zahlreichen Studien eingesetzt, weil er als eines der genauesten Wearables gilt.

Laut der Marke erreicht der Oura Ring Gen 3 eine 79-prozentige Übereinstimmung mit der Polysomnographie (PSG) bei der Klassifizierung der vier Schlafphasen (Wach, Leicht-, Tief- und REM-Schlaf). Das bedeutet: Er erkennt Schlafzyklen sehr präzise und bewertet sie gleich mit.

Jeden Morgen erhältst du eine Schlafbewertung samt Zusammenfassung deiner Nacht. Sie basiert auf sieben Faktoren, darunter Einschlaflatenz, Timing und Ruhe. Zusätzlich analysiert der Oura-Algorithmus Werte wie Blutsauerstoff, Atemfrequenz, Ruhepuls und Herzfrequenzvariabilität. Letztere spielt übrigens auch eine zentrale Rolle bei deinem Readiness Score.

Oura Ring Gen 3 Bewertung

(Image credit: Matt Kollat/T3)

Der Readiness-Score ist eine weitere interessante Funktion des Oura Rings. Er kombiniert verschiedene Metriken und gibt dir eine Einschätzung, wie gut dein Körper auf Belastungen vorbereitet ist, quasi eine „Gamifizierung“ deiner Gesundheit. Ähnliche Ansätze gibt es bei anderen Wearables wie Whoop oder Fitbit, aber Oura setzt das besonders elegant um.

Besonders überzeugt hat mich das Schlaftracking des Oura Ring Gen 3. Im Vergleich mit dem Ultrahuman Ring Air, dem Garmin Forerunner 965 und der Apple Watch Series 9 lieferte Oura sehr konsistente Daten. Vor allem aber waren die Empfehlungen zur Schlafoptimierung klarer und hilfreicher als bei allen anderen Geräten.

Die App punktet zudem mit einem durchdachten Layout: Ein scrollbares Diagramm am oberen Rand der Schlafübersicht zeigt deine täglichen Schlafscores auf einen Blick – simpel, aber enorm praktisch, um Trends schnell zu erkennen.

Ein Feature, das ich mir allerdings gewünscht hätte, ist ein intelligenter Wecker. Andere Wearables wie Whoop setzen auf eine sanfte Weckfunktion per Vibration, was extrem angenehm ist. Hoffentlich bringt Oura das in der nächsten Generation.

Krankheitserkennung

Oura Ring Gen 3 Test

(Image credit: Matt Kollat/T3)

Während meiner Testphase wurde ich krank, eine Mischung aus Übertraining für einen anstehenden Marathon, Arbeitsstress und internationalem Reisen. Wahrscheinlich habe ich mir am Flughafen Paris Charles de Gaulle einen Virus eingefangen, und weil mein Körper ohnehin schon angeschlagen war, hat es mich komplett erwischt.

Der Oura Ring hat das sofort erkannt: Mein Fieber wurde über den Temperatursensor registriert, und die App schlug vor, den Ruhemodus zu aktivieren. Im Ruhemodus gibt es kein Aktivitätsziel, und auch das Stress-Tracking wird deaktiviert, da dein Körper bereits hart arbeitet, um die Krankheit zu bekämpfen.

Das fand ich extrem hilfreich. Viele andere Wearables – sogar High-End-Modelle wie Garmin – ignorieren solche Symptome weitgehend und schlagen höchstens vor, das Training etwas herunterzufahren. Aber im Kern heißt das: „Trainiere trotzdem weiter.“

In meinem Fall war das undenkbar. Ich hatte keinen Appetit und konnte mich kaum aus dem Bett bewegen – an Sport war nicht zu denken. Umso besser, dass der Oura Ring das erkannt hat.

Noch beeindruckender: Als ich mich besser fühlte, empfahl die App nicht einfach, den Ruhemodus sofort zu deaktivieren. Stattdessen gab es eine Übergangsphase, in der die Aktivitätsempfehlungen schrittweise angepasst wurden. So konnte ich langsam und sicher wieder ins Training einsteigen.

Von dieser Funktion war ich ehrlich begeistert!

Aktivitäts-Tracking

Oura Ring Gen 3 Test

(Image credit: Matt Kollat/T3)

Im Laufe der Jahre hat Oura den Funktionsumfang stetig erweitert – und der Oura Ring Gen 3 kann inzwischen nicht nur Schlaf, sondern auch Bewegung ziemlich gut tracken. Du bekommst ein tägliches Kalorienziel, und die App berechnet zusätzlich einen Aktivitätsscore.

Mein Highlight beim Bewegungstracking: die automatische Aktivitätserkennung (AAD). Ähnlich wie bei der Apple Watch (wenn auch nicht identisch) erkennt der Oura Ring über 30 Aktivitäten, darunter Laufen, Radfahren oder sogar Gartenarbeit.

Das Beste daran: Du musst weder in der App ein Training starten noch irgendetwas am Ring einstellen. Sobald die Aktivität beendet ist, erscheint oben in der App eine Box, die dich auffordert, die Aktivität zu bestätigen.

Perfekt ist das System nicht, manchmal steht dort „Vielleicht: Laufen“. Tippst du darauf, bekommst du eine Auswahl an Trainingstypen, um den Vorschlag zu korrigieren. Eine kleine Interaktion, die die Nutzererfahrung aber deutlich verbessert.

Natürlich kannst du Workouts auch manuell starten, was besonders sinnvoll ist, wenn du GPS-Daten möchtest. Der Ring selbst hat kein GPS, nutzt aber das deines Smartphones, um deine Strecke in der Oura-App zu speichern.

Und selbst wenn du keine Workouts aufzeichnest, erfasst der Ring deinen Kalorienverbrauch – praktisch, weil nicht jede Herzfrequenzspitze ein Workout ist. Indem die App aktive Kalorien trackt, hilft sie dir, deine Ziele leichter zu erreichen.

Resilienz-Score

Oura Ring Gen 3 Test

(Image credit: Matt Kollat/T3)

Eine der spannendsten neuen Funktionen ist der Resilienz-Score. Er zeigt dir, wie gut dein Körper mit physiologischem Stress umgehen kann und wie schnell du dich davon erholst. Diese Funktion wurde während meines Tests eingeführt – mitten in der Laufzeit – und verdeutlicht gut, warum man smarte Ringe und Uhren nicht nur ein paar Tage, sondern mehrere Wochen tragen sollte, damit sie sich auf dich „einspielen“.

Mein Score kletterte innerhalb von zwei Wochen von „Solide“ auf „Außergewöhnlich“, ohne dass ich meine Schlaf- oder Bewegungsgewohnheiten geändert hätte. Das zeigt: Die Algorithmen brauchen Zeit, um sich an deinen Alltag anzupassen, und es dauert eine Weile, bis die Zahlen wirklich aussagekräftig sind.

Sobald das System kalibriert ist, bleibt der Wert aber relativ stabil – es sei denn, du lebst ein extrem stressiges Leben. Ich selbst habe eine recht konstante Schlaf- und Bewegungsroutine, deshalb rechne ich nicht mit großen Schwankungen.

Unterm Strich ist das eine spannende zusätzliche Ebene für dein Gesundheitsbild. Und da der Resilienz-Score Teil der Oura-Mitgliedschaft ist, gibt’s da auch keinen Grund zur Beschwerde.

Lohnt sich die Oura Ring Mitgliedschaft?

Oura Ring Gen 3 Test

(Image credit: Matt Kollat/T3)

Oura verfolgt ein besonderes Modell: Fast alle erweiterten Gesundheitsdaten in der App sind hinter einer Paywall, was bedeutet, dass du zusätzlich zum Kauf des Rings ein Abo abschließen musst. Dieses System wurde mit dem Oura Ring Gen 3 eingeführt – früher war das nicht der Fall.

Andere Anbieter wie Whoop setzen ebenfalls auf ein Abo, verzichten aber auf die Hardwarekosten. Bei Oura zahlst du beides: den Ring und die monatliche Gebühr. Das wirkt auf den ersten Blick viel, und man könnte argumentieren, dass es nicht ideal ist, zweimal zur Kasse gebeten zu werden, um seine eigenen Gesundheitsdaten zu sehen.

Die Realität ist aber: Mitgliedschaften sind die Zukunft vieler Dienste. Updates, Fehlerbehebungen, Forschung und Entwicklung kosten Geld. Wenn ein Unternehmen nur an Hardware verdient, muss es ständig neue Geräte verkaufen, um am Leben zu bleiben – schlecht für Umwelt und Bestandskund:innen. Ein Abo ermöglicht dagegen ein nachhaltigeres Modell und eine kontinuierlich verbesserte Nutzererfahrung.

Und ganz ehrlich: Die App von Oura und ihre Funktionen sind erstklassig. Darum sage ich klar: Ohne Abo macht der Oura Ring keinen Sinn.

Fazit

Oura Ring Gen 3 Test

(Image credit: Matt Kollat/T3)

Der Oura Ring Gen 3 bietet eines der umfassendsten Funktionspakete, die ich in den letzten Jahren bei Wearables gesehen habe. Die verschiedenen Features, darunter Schlaf-, Aktivitäts- und Resilienz-Scores, greifen ineinander und helfen dir, deine Gesundheit besser zu verstehen. Sehr empfehlenswert für alle, die einen zuverlässigen Gesundheitsbegleiter suchen und nicht den ganzen Tag eine Smartwatch tragen möchten.

Drei Dinge solltest du vor dem Kauf bedenken: die bevorstehende Veröffentlichung der nächsten Generation, die Mitgliedsgebühr und die Größe des Rings.

Der Ring der dritten Generation ist seit drei Jahren auf dem Markt, und Oura arbeitet wahrscheinlich an einem Nachfolger. Der neue Ring dürfte über verbesserte Sensoren verfügen und vielleicht sogar ein schlankeres Design bieten – ganz abgesehen davon, dass ein frisches Modell den Preis des Gen-3-Rings drücken könnte.

Auch die Mitgliedschaftskosten sind ein Punkt. Es ist nicht viel Geld, und meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, einen Oura Ring ohne Abo zu nutzen, aber es ist eben eine laufende Ausgabe.

Und schließlich: Auch wenn der Ring nicht riesig ist, fanden viele meiner Freundinnen, dass er recht groß wirkt. An meinen größeren Händen passt er gut, aber wer schmalere Finger hat, könnte ihn etwas klobig finden. Das gilt allerdings für die meisten Smart-Rings und ist kein Oura-exklusives Problem.

Ansonsten: Wenn dir das alles passt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, dir deinen Oura Ring zu holen.

Matt Kollat
Section Editor | Active

Matt Kollat is a journalist and content creator for T3.com and T3 Magazine, where he works as Active Editor. His areas of expertise include wearables, drones, action cameras, fitness equipment, nutrition and outdoor gear. He joined T3 in 2019.

His work has also appeared on TechRadar and Fit&Well, and he has collaborated with creators such as Garage Gym Reviews. Matt has served as a judge for multiple industry awards, including the ESSNAwards. When he isn’t running, cycling or testing new kit, he’s usually roaming the countryside with a camera or experimenting with new audio and video gear.

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