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Oppo Find X9 Pro im Test: Angriff auf die Flaggschiff-Klasse

Oppos Flaggschiff greift Samsung und Google mit besseren Kameras und längerer Akkulaufzeit an – und das mit Erfolg

Oppo Find X9 Pro im Test
T3 Platinum Award
(Bildnachweis: Future / Mike Lowe)
T3 Fazit

Wenn dir bei einem Smartphone vor allem die Kamera wichtig ist, gehört das Oppo Find X9 Pro ganz nach oben auf die Liste. Die Kombination aus Vielseitigkeit und konstanter Bildqualität setzt es vor viele Konkurrenten, auch Samsung und Google. Dazu kommt eine Akkulaufzeit, die deutlich über dem Durchschnitt liegt. Wer ein neues Android-Flaggschiff sucht und auch Marken abseits der üblichen Verdächtigen in Betracht zieht, sollte sich Oppos 2025er-Modell genauer ansehen. Es mischt die Klasse spürbar auf und bietet Features, mit denen etablierte Marken aktuell kaum mithalten.

Pro
  • +

    Akkulaufzeit kratzt realistisch an zwei Tagen pro Ladung

  • +

    Großes, helles Display und Flaggschiff-Performance

  • +

    Sehr starkes Kamera-Setup

Kontra
  • -

    Nicht alle Apps laufen so flüssig, wie es die Specs vermuten lassen

  • -

    Hoher Preis, aber im Rahmen der etablierten Konkurrenz

  • -

    Einige Software-Details wirken noch nicht ganz durchdacht

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An den etablierten Größen kommt man bei den besten Android-Phones kaum vorbei. Das Samsung Galaxy S25 Ultra und das Google Pixel 10 Pro XL gehören auch dieses Jahr wieder zu den Maßstäben.

Für diesen Test nutze ich das Oppo Find X9 Pro seit über einem Monat als mein Hauptgerät. Und was soll ich sagen: Es mischt die Karten ordentlich neu und stellt den Status quo spürbar infrage.

Kein anderes aktuell erhältliches Smartphone bietet so viel Akkukapazität. Und nachdem ich viel mit der neuen Kamera des Find X9 Pro fotografiert habe – inklusive der Option auf einen ungewöhnlichen Hasselblad-Telekonverter – wird schnell klar: Beim Zoom zieht es an Samsung und Google vorbei.

Klar, der Preis positioniert das Find X9 Pro direkt gegen diese Top-Modelle. Genau das zeigt aber auch Selbstvertrauen – und ist nicht unverdient. Oppo muss seine Rolle als große Marke zwar weiter festigen, dieses Flaggschiff ist dafür aber ein wichtiger Schritt.

Preis & Verfügbarkeit

Das Oppo Find X9 Pro ist ab sofort erhältlich, allerdings nicht in den USA.

Im Vereinigten Königreich liegt der Startpreis bei £1.099 für die einzige Konfiguration mit 16 GB RAM und 512 GB Speicher. In Europa werden 1.299 Euro fällig, in Australien 2.299 AU$.

Den besten Deal gibt's meist direkt bei Oppo, inklusive Trade-in-Aktionen, die den Preis weiter drücken können.

In manchen Regionen gibt's auch Varianten mit 12 GB RAM, während nur das Modell mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher Satelliten-Konnektivität bietet.

Find X8 Pro vs X9 Pro: Was ist neu?

  • Neuester MediaTek Dimensity 9500 Prozessor (zuvor 9400)
    • 16 GB RAM serienmäßig (zuvor mindestens 12 GB)
  • Neues 6,78-Zoll-Display mit höherer Helligkeit und schmaleren Rändern
  • Verbesserter 3D-Ultraschall-Fingerabdrucksensor
  • 7.500-mAh-Akku (zuvor 5.910 mAh)
    • 80-W-Laden per Kabel, kein Qi2
  • Neue seitliche Kamera-Insel statt rundem Modul
    • Von vier auf drei Hauptkameras reduziert
    • Periskop-Zoom jetzt mit 200 MP statt 3x beim Vorgänger
    • „True Color Camera“ als zusätzlicher Sensor für Weißabgleich
  • ColorOS 16 ab Werk

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Nicht alle werden das Find X9 Pro als direkten Nachfolger des Find X8 Pro sehen. Das Find X8 Pro war 2024 Oppos Rückkehr in viele Märkte, auch nach Europa. Trotzdem ist es der naheliegendste Vergleich, um die Entwicklung zu zeigen.

Beim Design fällt der Unterschied sofort auf: Das große runde Kameramodul ist verschwunden. Stattdessen gibt's eine versetzte, aufgeräumte Kameraeinheit, die mir deutlich besser gefällt. Außerdem wackelt das Phone so weniger, wenn es flach auf dem Tisch liegt.

Im Inneren steckt MediaTeks aktueller Flaggschiff-Chip Dimensity 9500, ein 3-nm-Prozessor auf Augenhöhe mit Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5.

Dazu kommt ein Akku mit Silizium-Kohlenstoff-Technologie der dritten Generation und 7.500 mAh Kapazität. Zum Vergleich: Das sind rund 50 % mehr als beim Samsung Galaxy S25 Ultra. Geladen wird außerdem schneller, mit bis zu 80 W per Kabel, sofern ein passendes Netzteil vorhanden ist.

Den größten Sprung machen aber die Kameras. Statt vier Kameras wie beim Find X8 Pro gibt's jetzt drei Hauptkameras, ergänzt durch einen zusätzlichen Sensor für Farbgenauigkeit. Dafür ist die Ausstattung deutlich stärker, allen voran das 3x-Periskop mit großem Sensor und 200 Megapixeln.

Auch an anderer Stelle wurde nachgebessert: ein verbessertes Display mit noch schmaleren Rändern, ein zuverlässigerer Fingerabdrucksensor, aktuelle Funkstandards und ColorOS 16. Insgesamt ein sehr rundes Paket.

Design & Display

  • 6,78-Zoll-OLED-Display mit 1,15 mm Rand auf allen Seiten
    • 1.272 x 2.772 Auflösung (450 ppi Pixeldichte)
    • 1–120 Hz LTPO variable Bildwiederholrate
    • 3.600 nits Spitzenhelligkeit
    • Dolby Vision und HDR10+
    • 2.160 Hz PWM-Dimming
  • Maße: 8,25 mm dünn; Gewicht: 224 g
  • Silk White, Titanium Charcoal

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Direkt zum einzigen Punkt, der mir nicht ganz gefällt: das Silk-White-Finish meines Testgeräts (siehe Bilder). Mir persönlich hätte der graue Titanium-Charcoal-Ton besser gefallen. Titan steckt hier übrigens nicht drin, der Rahmen besteht bei allen X9-Pro-Modellen aus Aluminium. Beide Varianten fühlen sich aber angenehm an und sind wenig anfällig für Fingerabdrücke.

In letzter Zeit wird viel über besonders schlanke Smartphones gesprochen, etwa das Samsung Galaxy S24 Edge oder Apples iPhone Air. Das Find X9 Pro geht hier einen anderen Weg. Mit 8,25 mm ist es zwar nicht extrem dünn, aber schlanker als Googles Flaggschiff und kaum dicker als Samsungs S25 Ultra.

Beim Display setzt Oppo auf ein 19,5:9-Format, ähnlich wie Samsung. Mit 6,78 Zoll trifft es für mich eine sehr gute Größe, auch für die Einhandbedienung. Größere Flaggschiffe können im Alltag schnell unhandlich werden, hier passt die Balance gut.

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Auch das Display gehört zu den Highlights: sehr schmale Ränder, hohe Helligkeit bei Bedarf und eine breite, natürlich wirkende Farbdarstellung ohne übertriebene Sättigung.

Ganz ohne Kritik geht es aber nicht. Es spiegelt etwas und ist trotz Gorilla Glass nicht komplett unempfindlich gegen Kratzer. Ab Werk ist zwar eine Schutzfolie drauf, die habe ich entfernt und das später etwas bereut.

Technisch handelt es sich um ein LTPO-Panel, das die Bildwiederholrate dynamisch anpasst. Möglich sind 1 bis 120 Hz, sodass Inhalte immer flüssig dargestellt werden. Auch die Helligkeit lässt sich sehr weit herunterregeln, bis auf 1 Nit für sehr dunkle Umgebungen.

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Weitere Design-Details: die Snap Key oben links am Rahmen (bei Blick aufs Display). Standardmäßig öffnet sie Oppos KI-Funktion „AI Mind Space“, die Inhalte auf dem Display erfasst, speichert und einordnet.

Auf der rechten Seite sitzen wie üblich die Lautstärketasten und der Power-Button. Dazu kommt der Quick Button, der ähnlich wie bei aktuellen iPhones die Kamera starten und den Zoom steuern kann.

Die Position des Quick Buttons finde ich allerdings nicht ideal. Im Querformat wirkt er zu weit oben und lässt sich nicht besonders bequem erreichen. Ähnlich wie beim iPhone habe ich ihn im Alltag kaum genutzt, eigentlich nur für diesen Test.

Performance & Akku

  • MediaTek Dimensity 9500 Prozessor (3-nm-Fertigung)
    • 1x 4,21 GHz; 3x 3,5 GHz; 4x 2,7 GHz; Arm G1-Ultra GPU
  • 16 GB RAM serienmäßig (für UK-Version)
  • 512 GB Speicher (1 TB in manchen Regionen verfügbar)
  • 7.500 mAh Silizium-Kohlenstoff-Akku
    • 80 W kabelgebunden
    • 50 W kabellos

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Ein Feature sticht beim Find X9 Pro besonders hervor: der Akku. Kein anderes aktuelles Smartphone bietet eine so große Kapazität. 7.500 mAh sind rund 50 % mehr als beim Samsung Galaxy S25 Ultra.

Möglich macht das die Silizium-Kohlenstoff-Technologie der dritten Generation, die eine höhere Energiedichte erlaubt als klassische Lithium-Ionen-Akkus vieler Konkurrenten. Geladen wird trotzdem schnell und zuverlässig. Oppos Software setzt zudem auf intelligente Ladefunktionen, um die Akkugesundheit langfristig zu erhalten.

Wichtig: Für die maximale Ladeleistung von 80 W mit SuperVOOC brauchst du ein passendes Netzteil. Durch die größere Kapazität dauert ein kompletter Ladevorgang trotzdem länger, etwa 80 Minuten von 0 auf 100 %. Damit ist es sogar etwas langsamer als das Samsung Galaxy S25 Ultra, obwohl dieses maximal 45 W unterstützt.

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Was heißt das im Alltag? Anfangs war ich noch skeptisch, aber nach über vier Wochen Nutzung lade ich nicht einmal mehr jede Nacht. So gut ist die Ausdauer.

Zur Einordnung: In meinem Streaming-Test kam ich bei Netflix auf rund 20 Stunden Wiedergabe am Stück. Da ich selten so lange wach bin, ist das mehr als genug. Offline dürfte sogar noch mehr drin sein.

Im Alltag schwankt das natürlich je nach Nutzung. Aber nichts, was ich dem Find X9 Pro zugemutet habe, hat den Akku in weniger als einem Tag leer bekommen. Dazu gehörten stundenlanges Bluetooth-Streaming, rund sechs Stunden Screen-on-Time, viele Testfotos und mehrere Gaming-Sessions, inklusive der Hintergrundaktivität von Pikmin Bloom. Am Ende waren trotzdem noch über 20 % übrig. An normalen Arbeitstagen bleiben meist rund 40 %. Bei leichter Nutzung sind auch zwei Tage pro Ladung drin.

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Die Performance passt zum „Pro“ im Namen. PUBG: Battlegrounds läuft mit stabilen Framerates, und die integrierte Vapor Chamber hält das Gerät dabei angenehm kühl.

Ganz perfekt läuft es aber nicht immer. Ob es an Kinderkrankheiten zwischen MediaTeks neuem Chip und Oppos ColorOS liegt, kann ich nicht sagen. Mein Standardspiel South Park: Phone Destroyer läuft zum Beispiel nicht durchgehend flüssig, egal was Display oder Game Mode anzeigen. Irgendwo hakt es also noch etwas.

Davon abgesehen ist das klar ein Flaggschiff mit der erwarteten Leistung für 2025. Viele Apps gleichzeitig? Kein Problem. Schnelles Wechseln? Ebenfalls nicht. Das Nutzererlebnis bleibt flüssig, ohne dass das Gerät übermäßig warm wird. Auch für KI-Features ist mehr als genug Leistung vorhanden, und die werden zunehmend wichtiger.

Software

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Manche KI-Features sind aktuell noch eher Spielerei, etwa der Zugriff auf Oppos AI Mind Space über die Snap Key. Praktisch ist das schon, etwa um schnell Kontext zu einem Foto oder Screenshot zu bekommen. Manchmal wirkt das System aber noch nicht ganz ausgereift.

Als Sammelstelle für Bilder und Sprachnotizen, ähnlich wie Nothings Essential Space, hat das aber Potenzial. Auf Reisen war es zum Beispiel praktisch: Screenshot der Flugdaten gemacht, und direkt kam der Vorschlag, den Termin in den Kalender zu übernehmen.

Oppos ColorOS 16 läuft insgesamt sehr flüssig und erinnert in vielen Punkten an Googles Android 16. Dazu kommen viele Anpassungsmöglichkeiten, vom Homescreen über Animationen bis zu Größe und Stil der Icons. Das sorgt für ein stimmiges Gesamtbild.

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Im Detail fehlt aber noch etwas Feinschliff. Beispiel: Die Software wechselt teilweise ohne klare Logik die Tastatur. Standardmäßig wohl aus Sicherheitsgründen, etwa bei bestimmten Logins. Bei mir sprang Gboard auf die Secure Keyboard und danach sogar ohne Nachfrage zu Microsoft SwiftKey. Erst nach ein paar Einstellungen und dem Entfernen von SwiftKey war Ruhe. So etwas sollte eigentlich gar nicht passieren.

Für ein so KI-fokussiertes Gerät fehlt mir außerdem an manchen Stellen das Zusammenspiel der Funktionen. Wenn ich ein Foto mache und über WhatsApp teile, werden mir zum Beispiel nicht automatisch meine letzten Kontakte vorgeschlagen. Manchmal tauchen nicht einmal die meistgenutzten Apps direkt auf. Das macht den Vorgang unnötig umständlich.

Es gibt aber auch gute Ansätze, etwa die kleinen Pop-up-Fenster für Apps, die beim Multitasking helfen. Schön wäre hier nur mehr Kontrolle, etwa pro App oder die Option, das Feature komplett abzuschalten. Aktuell geht das nicht.

Mehr Möglichkeiten zur Personalisierung würden ColorOS insgesamt noch weiterbringen. Die Basis ist gut, mit vielen sinnvollen Funktionen und ohne den Bloatware- oder Werbe-Ballast, den manche Konkurrenten mitbringen. Insgesamt ein solides Gesamtpaket.

Kameras

  • Dreifach-Kamera hinten (plus vierte Einheit für Farbgenauigkeit):
    • Main (23 mm): 50 Megapixel, f/1,5 Blende, 1/1,28 Zoll (Sony LYT-828), Autofokus (PDAF), optische Stabilisierung (OIS)
    • Tele (70 mm; Periskop-Zoom): 200 MP, f/2,1, 1/1,56 Zoll (Samsung S5KHP5), PDAF, OIS
    • Ultraweit (14 mm): 50 MP, f/2,0, 1/2,76 Zoll (Samsung 5KJN5), PDAF
    • True Color Camera (21 mm): 2 MP, f/2,4, 9-Kanal-Farbe
  • Single-Frontkamera für Selfies:
    • 21 mm (weitester Bereich): 50 MP, f/2,0, 1/2,76 Zoll (Samsung 5KJN5), PDAF
  • Hasselblad-Telekonverter-Kit verfügbar:
    • 3,28-fache Vergrößerung ergibt 230 mm (sowie 460 mm/920 mm)

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Die Kameras sind oft der wichtigste Kaufgrund – und hier fährt Oppo einiges auf: ein vielseitiges Setup, größere Sensoren als üblich und viele starke Funktionen.

Außerdem arbeitet Oppo weiterhin mit Hasselblad zusammen, nachdem OnePlus die Partnerschaft beendet hat. Das ist ein klarer Pluspunkt. Besonders das als „Hasselblad Telephoto“ bezeichnete Periskop-Zoom sticht hervor.

Durch die lange Testphase konnte ich in ganz unterschiedlichen Situationen fotografieren, vom Urlaub auf Malta bis zum offiziellen X9-Pro-Launch während des Día de los Muertos in Mexiko.

Hunderte Fotos für diesen Test durchzugehen, hat tatsächlich Spaß gemacht. Ich habe viele Szenen bei ganz unterschiedlichen Lichtverhältnissen aufgenommen. In der Galerie oben finden sich etwa zahlreiche Low-Light-Aufnahmen, die das X9 Pro mit Haupt- und Zoomkamera sehr gut meistert. Möglich machen das OIS, lichtstarke Blenden und große Sensoren.

Im Hintergrund läuft viel Bildverarbeitung. Die Lumo Image Engine in Kombination mit dem MediaTek-Chip zeigt hier klar ihre Stärken.

Die Hauptkamera bezeichnet Oppo als „Ultra HDR“, weil sie einen sehr hohen Dynamikumfang abbilden kann. Nach dem Auslösen sieht man direkt, wie Über- und Unterbelichtungen ausgeglichen werden. So gelingen auch Fotos, die sonst verloren wären.

Zoom ist ein großes Thema beim Find X9 Pro. Die 70-mm-Brennweite bietet mehrere Crop-Stufen direkt in der Kamera-App und nutzt die 200 Megapixel effektiv aus.

In der Galerie oben siehst du z. B. 2x-, 3x- und 6x-Zoom, die Kamera-Defaults. Weitere Zoomstufen sind natürlich möglich. Der Detailgrad ist beeindruckend. Klar, auch hier arbeitet viel Software im Hintergrund: Nach dem Auslösen sieht man in Echtzeit, wie das Bild sichtbar nachgeschärft wird.

Wie schon in meinem Artikel zum Hasselblad-Telekonverter erwähnt, kann die KI-Verarbeitung in Extremfällen aber auch über das Ziel hinausschießen. Um Verwacklungen zu kaschieren, werden Details manchmal regelrecht „hineingerechnet“, was gerade bei Personen und Porträts nicht immer gut aussieht.

Meist gefallen mir die Ergebnisse trotzdem, aber es gibt Grenzen. Auch der Bokeh-Effekt im Porträtmodus ist oft gelungen, allerdings sitzt der Fokus nicht immer perfekt, was das Bild manchmal etwas weich wirken lässt.

Bei gutem Licht liefert das X9 Pro sehr starke Ergebnisse. Selbst bei greller Sonne, wenn Überbelichtung droht und die Belichtung schwierig wird, entstehen überzeugende Fotos. Auch Close-ups gelingen dank des Zooms sehr gut, etwa beim ersten Bild in der Galerie mit einem maltesischen Snack.

Die vierte „Kamera“, die True Color Camera, sorgt dabei für einen sehr guten Weißabgleich und natürliche Farben. Selbst in schwierigen Situationen hatte ich hier keine Ausreißer. Fotos wirken dadurch über alle Linsen hinweg konsistent, fast so, als kämen sie aus einer einzigen Kamera. Das schaffen nur wenige Smartphones.

Auch die 50-MP-Ultraweitwinkelkamera überzeugt. Wie die Beispielbilder unten zeigen, ist sie nicht nur Beiwerk, sondern ein sinnvoller Teil des Kamera-Setups. Gerade weil diese Linse oft der Schwachpunkt ist, fällt das beim Oppo positiv auf.

Unterm Strich bleiben nur kleine Kritikpunkte, etwa gelegentliche KI-Aussetzer und eine Gesichtserkennung, die manchmal etwas zu aggressiv priorisiert. Ein schneller Schalter, um das in belebten Szenen zu deaktivieren, wäre hilfreich. Insgesamt gehört das Kamera-Setup des Oppo Find X9 Pro aber klar zur Spitzenklasse.

Ganz ehrlich: Samsung und Google bekommen hier ernsthafte Konkurrenz. Oppo liefert ein Gesamtpaket, das schwer zu schlagen ist. Dazu kommen KI-Features wie cloudbasierte Kompositionsanpassungen, ein Objektradierer und weitere Tools, die die starke Hardware sinnvoll ergänzen.

Oppo Find X9 Pro im Test: Unser Testurteil

Oppo Find X9 Pro im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Wenn dir bei einem Smartphone vor allem die Kamera wichtig ist, gehört das Oppo Find X9 Pro ganz nach oben auf die Liste. Es bietet eine seltene Kombination aus Vielseitigkeit und konstant hoher Bildqualität, dazu starke Hardware und die Vorteile moderner KI-Verarbeitung. Damit setzt es sich sogar vor viele Top-Modelle von Samsung und Google.

Dazu kommt eine außergewöhnlich starke Akkulaufzeit. Das sehr gute Wärmemanagement in Verbindung mit dem MediaTek-Flaggschiff-Chip zeigt außerdem, wie viel Leistung insgesamt im Gerät steckt.

Ganz ohne Kritik bleibt es aber nicht. Mehr manuelle Kamerakontrollen wären wünschenswert, die KI bearbeitet manche Fotos etwas zu stark nach, einzelne Apps laufen nicht immer perfekt flüssig und ColorOS 16 könnte hier und da noch Feinschliff vertragen. Nichts davon trübt das Gesamtbild jedoch ernsthaft.

Ganz ohne Kritik bleibt es aber nicht. Mehr manuelle Kamerakontrollen wären wünschenswert, die KI bearbeitet manche Fotos etwas zu stark nach, einzelne Apps laufen nicht immer perfekt flüssig und ColorOS 16 könnte hier und da noch Feinschliff vertragen. Nichts davon trübt das Gesamtbild jedoch ernsthaft.

Weitere Optionen

Trotz allem nutze ich das Samsung Galaxy S25 Ultra weiterhin gern, vor allem wegen des integrierten S Pen, der ein ganz eigenes Nutzungserlebnis bietet. Es ist zwar etwas älter als Oppos neues Flaggschiff und bei den Kameras nicht mehr ganz auf Augenhöhe, aber das Gesamtpaket funktioniert nach wie vor sehr gut.

Auch Googles Pixel 10 Pro und Pixel 10 Pro XL sind einen Blick wert. Sie bieten ein sehr rundes Software-Erlebnis und auch wenn der Zoom nicht ganz auf dem Niveau der Konkurrenz liegt, gehört die Computational Photography weiterhin zu den Stärken.

Mike Lowe
Tech Editor

Mike is T3's Tech Editor. He's been writing about consumer technology for 15 years and his beat covers phones – of which he's seen hundreds of handsets over the years – laptops, gaming, TV & audio, and more. There's little consumer tech he's not had a hand at trying, and with extensive commissioning and editing experience, he knows the industry inside out. As the former Reviews Editor at Pocket-lint for 10 years where he furthered his knowledge and expertise, whilst writing about literally thousands of products, he's also provided work for publications such as Wired, The Guardian, Metro, and more.

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