Coros Pace 4 Test: Die ultraleichte AMOLED-Laufuhr, die mehr leistet, als ihr Preis vermuten lässt
Eine federleichte AMOLED-Laufuhr mit hervorragender Genauigkeit und einer für diesen Preis außergewöhnlichen Akkulaufzeit
Die Coros Pace 4 trifft genau das Wesentliche. Sie ist leicht, gut ablesbar, präzise und hält länger durch, als man es von einer AMOLED-Uhr in dieser Preisklasse erwarten würde. Wer umfangreiche Trainingsfunktionen möchte, ohne Premiumpreise zu zahlen, findet hier eine klare Empfehlung.
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Extrem leicht
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Sehr lange Akkulaufzeit
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AMOLED-Display für bessere Ablesbarkeit
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Präzises GPS und zuverlässige Herzfrequenzmessung
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Top Preis-Leistungs-Verhältnis
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Action-Button nicht frei belegbar
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Keine Offline-Maps
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Begrenzter Musikspeicher
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Kerstin Findeisen
Coros dürfte sich in diesem Jahr ein bisschen übergangen gefühlt haben – kein Wunder bei der Flut an Garmin-Launches 2025. Vielleicht erklärt das auch, warum das Unternehmen innerhalb von drei Monaten gleich drei neue Smartwatches vorgestellt hat. Das neueste Modell der Performance-Reihe ist zugleich das einsteigerfreundlichste – und eines meiner liebsten in Coros-Line-Up: Die Coros Pace 4.
Die Pace-Serie war schon immer die unkomplizierteste Wahl bei einer Marke, die generell für pragmatische Laufuhren steht. Die Pace 4 führt diese Tradition fort und bietet starke Funktionen in einem ultraleichten Gehäuse zu einem sehr fairen Preis und unterbietet große Konkurrenten wie Garmin dabei deutlich.
Zum ersten Mal setzt ein Pace-Modell auf ein AMOLED-Display statt des MIP-Screens der Coros Pace 3. Dazu kommen Dual-Band-GPS, ein integriertes Mikrofon und eine längere Akkulaufzeit. Im Coros-Line-up ist sie unter der Coros Pace Pro angesiedelt, bietet aber mehr als genug Features, um Läufer*innen aller Level anzusprechen.
Nach einer Woche Testzeit ist mir die Pace 4 richtig ans Herz gewachsen – nicht nur wegen ihres reduzierten Ansatzes, sondern auch wegen ihres federleichten Tragegefühls und der hervorragenden Genauigkeit. Wenn du eine echte Performance-Uhr willst, ohne Garmin-Preise zu zahlen, gehört die Coros Pace 4 ganz nach oben auf deine Liste.
Coros Pace 4 Test
Preis und Verfügbarkeit
Die Coros Pace 4 wurde am 10. November 2025 eingeführt und ist jetzt bei Coros mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 269 Euro erhältlich.
Das positioniert die Uhr fest im Mittelfeld des Laufuhrmarktes und macht sie zum natürlichen Nachfolger der Pace 3, deren Preis kürzlich gesenkt wurde. Die Pace 3 wird jetzt ab 229 Euro verkauft.
Die Premium-Stufe in diesem Portfolio wird weiterhin von der Pace Pro besetzt, obwohl auch deren Preis kürzlich dauerhaft angepasst wurde. Der neue Verkaufspreis der Pace Pro bei 349 Euro.
Design und Verarbeitungsqualität
Die Coros Pace 4 wirkt wie die bislang ausgereifteste Version der Pace-Serie. Sie bleibt der ultraleichten Designphilosophie treu, die die Vorgänger ausgezeichnet hat, modernisiert aber das komplette Gehäuse mit zeitgemäßeren Komponenten.
Das Case misst 43,4 Millimeter im Durchmesser und ist damit etwas größer als die kompakte Pace 3, aber immer noch deutlich kleiner und schlanker als die Pace Pro. Die Dicke liegt bei 11,8 Millimetern ohne PPG-Dom und 13,6 Millimetern inklusive Sensorgehäuse. Damit entsteht ein Profil, das selbst bei langen Trainingseinheiten kaum am Handgelenk auffällt.
Das Gewicht gehört seit jeher zu den größten Stärken der Pace-Reihe – und die Pace 4 führt dieses Erbe mühelos fort. Das Gehäuse bringt gerade einmal 27 Gramm auf die Waage, 32 Gramm mit dem Nylon-Armband oder 40 Gramm mit dem Silikon-Armband. Damit liegt sie fast auf dem Niveau der ultraleichten Pace 3, die zu den leichtesten GPS-Uhren auf dem Markt zählt, und deutlich unter der Pace Pro.
Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie leicht die Pace 4 wirklich ist. Sie saß eine ganze Woche an meinem Handgelenk, und kein einziges Mal fühlte sie sich störend an. Zum Vergleich: Sie bringt ungefähr die Hälfte des Gewichts einer Garmin Fenix 8 Pro auf die Waage – und ist gleichzeitig viel schlanker. Genau dieser Unterschied sorgt dafür, dass man die Uhr problemlos den ganzen Tag tragen möchte, nicht nur beim Laufen.
Die neue Taschenlampenfunktion in Aktion
Das Display gehört zu den größten Neuerungen der aktuellen Pace-Generation. Coros setzt erstmals auf ein 1,2-Zoll-AMOLED-Touchscreen-Panel mit einer Auflösung von 390 x 390 Pixeln. Im Vergleich zur Pace 3, die noch ein niedrig auflösendes MIP-Display nutzte, ist das ein enormer Sprung in puncto Schärfe und Farbdarstellung.
Im Test überzeugte mich das Display komplett. Es ist scharf, reaktionsschnell und in den meisten Lichtverhältnissen hervorragend ablesbar. Auch die Touch-Steuerung funktioniert zuverlässig. Das Ganze erinnert an Garmins Umstieg auf AMOLED bei den günstigeren Forerunner-Modellen – dort war es ein Erfolg, und hier ist es das ebenso.
Bei den Materialien bleibt Coros seiner Linie treu: Die Pace 4 setzt auf faserverstärktes Polymer für Lünette, Rückseite und Gehäuse, kombiniert mit Mineralglas über dem Display. Die Bedienung erfolgt wie gewohnt über ein digitales Drehrad, einen Zurück-Button und einen Action-Button, ergänzt durch die vollständige Touch-Steuerung. Die Uhr ist weiterhin bis 5 ATM wasserdicht.
Action-Button: Eine verpasste Chance (vorerst)
Obwohl die Tastenbelegung funktioniert und sich der Druckpunkt gut anfühlt, bleibt das Action-Button-Potenzial aktuell ungenutzt. Außerhalb eines Trainingsmodus tut es nichts, und eine Möglichkeit zur individuellen Belegung konnte ich nicht finden. Es wäre wünschenswert, dem Button weitere Features jenseits der Trainingsmodi zuzuweisen.
Features
Im Inneren ist die Pace 4 jetzt mit einem überarbeiteten optischen Herzfrequenzsensor ausgestattet, der laut Coros die Genauigkeit verbessert, indem Spitzen und Einbrüche während der Aktivität reduziert werden. Ein neuer SpO2-Sensor, ein Temperatursensor und ein Dual-Mikrofon-Array ergänzen die Ausstattung.
Die Mikrofone ermöglichen die Sprachfunktionen, die erstmals beim Nomad und der neuen Apex 4 eingeführt wurden, darunter Sprachnotizen und Trainingsprotokolle nach dem Workout. So kann man kurze Sprachnotizen direkt über die Uhr aufnehmen, inklusive Standortmarkierungen oder Trainingskontext, die automatisch transkribiert und gespeichert werden.
Ich war zunächst gespannt darauf, dieses Feature auszuprobieren, doch nach der anfänglichen Begeisterung nutzte ich die Sprachnotizen deutlich seltener. Ich kann mir vorstellen, dass diese Funktion für ernsthafte Athlet*innen oder Personen, die mit einem Coach trainieren, sehr praktisch ist, für das Alltagstraining wirkt sie jedoch etwas überflüssig. Schön ist aber, dass sie integriert ist. Man bekommt mehr Leistung fürs Geld, und sicher werden einige Nutzer*innen sie zu schätzen wissen.
Die GPS-Leistung hat sich ebenfalls gegenüber der Pace 3 verbessert. Die Pace 4 unterstützt Satellitensysteme mit Dual-Frequenz und verfügt über neue Optimierungen beim Satelliten-Fix für schnellere und genauere Positionierung. Die Navigation bleibt, wie bei der Pace 3, breadcrumb-basiert, wird jedoch durch Funktionen wie Turn-by-Turn-Anweisungen, Routen-Synchronisation und Waypoint-Unterstützung erweitert.
(Der Pace Pro bleibt hier führend, mit vollständiger Offline-Weltkarte, aber die Pace 4 schließt die Lücke im täglichen Gebrauch.)
Die Uhr unterstützt Bluetooth-Audio und bietet 4 GB internen Speicher für Musik und Podcasts, eine Funktion, die von der Pace 3 übernommen wurde. Neu bei der Pace 4 ist die horizontale Navigation innerhalb der Aktivitätsoberfläche über die Action-Taste. Das digitale Drehrad scrollt weiterhin vertikal zwischen Datenseiten, aber der Action-Button ermöglicht nun seitliche Bewegungen über Layouts hinweg, nützlich, um direkt zu Karten und Pins zu springen.
Alle wichtigen Coros-Tools sind vorhanden, darunter EvoLab-Trainingsanalysen, der Running Fitness Test, Race Predictor, Effort Pace, Recovery Time, Training Load und die zunehmend verfeinerten personalisierten Marathonpläne.
Einmal klicken: Wellness-Check ist ebenfalls auf der Pace 4 verfügbar
Obwohl Coros als Marke für ernsthafte Athlet*innen bekannt ist, bietet die Pace 4 auch zahlreiche wirklich nützliche Alltagsfunktionen, darunter Stress-Tracking, Schlafüberwachung, intelligente Benachrichtigungen und Sonnenstandsdaten. So sehr ich nicht möchte, dass meine Sportuhren zu „smart“ werden, möchte ich auch nicht, dass sie sich unterdimensioniert anfühlen – und die Pace 4 meistert diesen Spagat auf beeindruckende Weise.
GPS- und Herzfrequenzgenauigkeit
Die Pace 4 liefert eine ausgezeichnete GPS-Genauigkeit, besonders für ihren Preis, dank des aktualisierten Algorithmus und des Dual-Band-GPS. Ich habe meine Outdoor-Aktivitäten mit der Pace 4 und der Garmin Forerunner 970 verfolgt und konnte zwischen den beiden kaum einen Unterschied feststellen.
Nur um das klarzustellen: Ich lebe nicht in einer „Herausfordernden GPS-Zone“ mit hohen Gebäuden und vielen Smartwatches, die sich dasselbe Signal teilen. Dennoch lässt sich bei diesem Preis die GPS-Genauigkeit kaum bemängeln. Wie immer können in einem sehr verwinkeltem Gelände oder bei dichtem Baumbestand andere Ergebnisse auftreten.
Die Herzfrequenzmessung über den optischen Sensor am Handgelenk ist beeindruckend zuverlässig. Die Uhr liefert bei gleichmäßigen Belastungen wie langen Läufen oder Radtouren präzise und stabile Werte. Bei Krafttraining oder HIIT-Training misst die Pace 4 ähnlich wie fast alle anderen Handgelenk-Sensoren: Sie glättet schnelle Ausschläge, interpretiert sie also eher als Messrauschen statt als echte kurze Belastungsspitzen.
In der Praxis bedeutet das, dass die Pace 4 im Alltag beim Laufen und beim allgemeinen Tracking von Tempo und Herzfrequenz hervorragend arbeitet – deutlich besser, als man in dieser Kategorie erwarten würde. Allerdings werden Performance-Uhren immer genauer, sodass sich die Pace 4 heute nicht mehr ganz so stark abhebt wie noch vor drei bis vier Jahren.
Akkulaufzeit und Aufladen
Im Hochpräzisions-GPS-Modus liefert die Pace 4 bis zu 41 Stunden durchgehendes Tracking. Das ist eine enorme Verbesserung gegenüber der Pace 3, die mit 25 Stunden bewertet wurde, und übertrifft sogar die größere und teurere Pace Pro, die im gleichen All-Systems-Modus bei 38 Stunden liegt.
Der Dual-Frequenz- oder Max-GPS-Modus zeigt ebenfalls einen deutlichen Sprung. Die Pace 4 ist in diesem Modus für 31 Stunden bewertet, was sie auf Augenhöhe mit der Pace Pro bringt und die 15 Stunden Ausdauer der Pace 3 verdoppelt. Für lange Trainingstage oder mehrstündige Events bringt das das Mittelklasse-Modell in Bereiche, die sonst deutlich teureren Uhren vorbehalten sind.
Starke Akku-Leistung
Selbst mit aktiviertem Always-on-Display hält die Pace 4 erstaunliche 30 Stunden bei hoher GPS-Nutzung (!) und 24 Stunden im Max-GPS-Modus durch – für eine AMOLED-Uhr in dieser Kategorie ist das ungewöhnlich stark.
Die Pace 4, so angegeben, hält 19 Tage (!) typische Nutzung ohne Always-on-Display und sechs Tage mit aktiviertem Display durch. Ich habe mein Testgerät mit 80 % Ladung erhalten, und nach etwa einer Woche durchgehender Nutzung lag der Akkustand immer noch bei 47 %. Wer häufiger draußen trainiert, kann immer noch mit etwa 12–13 Tagen Laufzeit pro Ladung rechnen.
Die Ladezeit ist bei den aktuellen Coros-Modellen gleich geblieben. Es dauerr etwa 90 Minuten, sie von leer bis voll zu laden. Ein kleines Detail ist jedoch zu beachten: Die Pace 4 lässt sich nicht unter Null Grad oder über 45 °C laden, um den Akku zu schützen. Für Wintersport bei Minusgraden sollte man dies berücksichtigen, wobei es die meisten Nutzer*innen wohl kaum betreffen dürfte.
Fazit
Die Pace-Serie war schon immer eine der größten Stärken von Coros und eine der einfachsten Empfehlungen für Läufer:innen, die Leistung wollen, ohne Premiumpreise zu zahlen. Die Pace 4 setzt diese Erfolgsgeschichte fort: Sie ist federleicht, funktionsreich, beeindruckend genau und hält mit einer Akkuladung deutlich länger durch, als man es von einer AMOLED-Uhr in dieser Preisklasse erwarten würde.
Meine Kritikpunkte sind klein. Der Action-Button könnte ein flexibleres Anpassungssystem vertragen, aber das ist eher eine kleine Unannehmlichkeit als ein echter Mangel, und solche Dinge löst Coros meist per Software-Update. Für den Preis ist die Pace 4 hervorragend und gehört zu den besten Preis-Leistungs-Sport-Watches des Jahres.

Matt Kollat is a journalist and content creator who works for T3.com and its magazine counterpart as an Active Editor. His areas of expertise include wearables, drones, fitness equipment, nutrition and outdoor gear. He joined T3 in 2019. His byline appears in several publications, including Techradar and Fit&Well, and more. Matt also collaborated with other content creators (e.g. Garage Gym Reviews) and judged many awards, such as the European Specialist Sports Nutrition Alliance's ESSNawards. When he isn't working out, running or cycling, you'll find him roaming the countryside and trying out new podcasting and content creation equipment.