FiiO FT5 im Test: Planar-magnetische Perfektion

FiiOs erster planar-magnetischer Kopfhörer liefert ein Hörerlebnis, das begeistert – und seinen Preis locker übertrifft.

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FiiO FT5 im Test
(Bildnachweis: FiiO)
T3 Fazit

FiiOs erster planar-magnetischer Kopfhörer verbindet hochwertige Verarbeitung und stolzes Design mit einem angenehm offenen, direkten Klang – und hat nur wenige Schwächen, solange dein Kopf nicht zu klein für die Passform ist.

Pro
  • +

    Gut ausgestattet

  • +

    Direkter, breiter Sound

  • +

    Guter Standard in puncto Verarbeitung und Ausführung

Kontra
  • -

    Ein Hauch von klanglicher Wärme

  • -

    Zu groß für kleinere Köpfe

  • -

    Lässt sich nicht flach zusammenklappen

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FiiO sorgt schon seit geraumer Zeit mit DACs, Kopfhörerverstärkern und Zubehör für Aufmerksamkeit.

Im vergangenen Sommer wagte sich das Unternehmen mit dem FiiO FT3 erstmals in den Markt für große Over-Ear-Kopfhörer – jetzt legt es mit dem planar-magnetischen FT5 nach. Das Ziel: etablierten Größen im Segment der „erschwinglichen Audiophilen“ Konkurrenz machen.

Ist das hier vielleicht der beste kabelgebundene Kopfhörer 2025?

FiiO FT5: Preis & Markteinführung

Die FiiO FT5 sind derzeit im Angebot und kosten im Vereinigten Königreich £429, in den USA rund 449 $ und in Australien AU$799.

Planar-magnetische Over-Ear-Kopfhörer in dieser Preisklasse sind zwar selten, aber keineswegs einzigartig. Marken wie Audeze und HiFiMan, die in der Audiowelt hohes Ansehen genießen, haben ebenfalls vergleichbar ausgestattete Modelle im Portfolio.

FiiO FT5 im Test: Funktionen & Neuheiten

FiiO FT5 im Test

(Image credit: Future)

Besonders ins Auge fällt beim FT5 die eingesetzte Treibertechnologie: Statt der in dieser Preisklasse üblichen dynamischen Treiber verwendet FiiO hier planare Magnettreiber – und zwar in beeindruckender Größe. Ganze 90 mm messen die Treiber mit einer Dicke von nur 6 µm. Jeder einzelne ist von 20 Neodym-Magneten umgeben, was für diese Bauweise außergewöhnlich aufwendig ist.

FiiO verspricht damit einen weiten Frequenzbereich von 7 Hz bis 40 kHz – das erklärt zum Teil auch die großzügig dimensionierten Ohrmuscheln und das spürbare Gewicht des Kopfhörers. Trotz der aufwendigen Technik ist der FT5 laut Datenblatt mit einer Empfindlichkeit von 96 dB/mW @1 kHz relativ leicht anzutreiben. Das hebt ihn angenehm von vielen anderen planar-magnetischen Modellen ab, die oft einen kräftigen Verstärker voraussetzen.

FiiO FT5 im Test

(Image credit: Future)

FiiO zeigt beim FT5 viel Liebe zum Detail – und das fängt schon bei den Anschlussmöglichkeiten an. Ganze vier verschiedene Adapter liegen bei: 3,5 mm, 4,4 mm, 6,3 mm und ein 4-poliger XLR. Damit bist du praktisch für jedes Quellgerät gerüstet. Die Adapter lassen sich ganz unkompliziert an das 1,5 Meter lange, geflochtene Kabel anschließen, das aus versilbertem, monokristallinem Kupfer besteht. Das Kabel selbst endet auf der Kopfhörerseite in zwei 3,5-mm-Steckern, also je ein Anschluss pro Ohrmuschel.

Auch beim Tragekomfort und Klangtuning gibt’s Flexibilität: FiiO legt zwei verschiedene Ohrpolsterpaare bei. Die mit Proteinleder sollen laut Hersteller für ein klares Klangbild mit breiter Bühne sorgen, während die Wildleder-Versionen eher auf Atmosphäre und Wärme setzen.

FiiO FT5 im Test: Leistung

FiiO FT5 im Test

(Image credit: Future)

Von Anfang an macht der FiiO FT5 klar, dass er sich nicht zu sehr um typische „audiophile“ Ideale wie absolute Neutralität oder klinische Präzision schert. Natürlich hat er diese Qualitäten im Repertoire, aber dieser planar-magnetische Over-Ear-Kopfhörer will vor allem eins: richtig Spaß machen.

Deshalb liefert er ein offenes, direktes und energiegeladenes Hörerlebnis. Sein Klangbild ist nur leicht wärmer als neutral, und statt jedes kleinste Detail zu sezieren, setzt er lieber auf Spielfreude und Ausdruck. Diese gewisse Angriffslust gehört zu seinem Charme.

Vom tiefen, strukturierten Bass mit viel Abwechslung bis hin zu klaren, kräftigen Höhen bringt der FT5 reichlich Details auf die Ohren. Eine Eigenschaft, die ihn aber besonders auszeichnet, ist sein Drive. Im Mitteltonbereich überzeugt er mit Natürlichkeit und Präsenz, sodass Stimmen authentisch und greifbar wirken.

FiiO FT5 im Test

(Image credit: Future)

Der FT5 erzeugt ein weitläufiges, klar umrissenes Klangbild, in dem selbst komplexe Arrangements mühelos strukturiert und jedes einzelne Element sicher platziert wird. Er verfügt über ausreichend Tiefe, um große dynamische Veränderungen in Intensität und Lautstärke eindrucksvoll darzustellen, bleibt dabei aber feinfühlig genug, um auch subtilen harmonischen Nuancen das nötige Gewicht zu verleihen. Selbst die flüchtigsten Details am Rand des Klangfelds werden erkannt und sinnvoll eingebettet.

Im Tieftonbereich überzeugt der FT5 mit direkter und kontrollierter Wiedergabe. Insgesamt spielt er mit hörbarer Begeisterung, was unter den richtigen Bedingungen ein mitreißendes und fesselndes Hörerlebnis schafft.

FiiO FT5 im Test

(Image credit: Future)

Die falschen Umstände – etwa dezente, zurückhaltende oder einfach nur leise Musik – deuten darauf hin, dass der FiiO FT5 möglicherweise einfach auf die nächste Gelegenheit wartet, um richtig loszulegen. Doch eines ist klar: Er gehört nicht zu den Kopfhörern, die außerhalb ihrer Komfortzone sofort schwächeln. Jeder Kopfhörer hat seine Stärken – und selbst wenn man dem FT5 mal weniger ideale Bedingungen zumutet, hält er souverän durch. Anders als manche Konkurrenzmodelle performt er durchs Band.

Auch mit weniger hochwertigen Inhalten zeigt er sich erstaunlich tolerant. Natürlich spielt der FT5 seine Stärken am besten aus, wenn er an ein gutes Quellgerät angeschlossen ist, das hochauflösende, unkomprimierte Audiodateien liefert. Doch selbst wenn du ihn direkt an die Kopfhörerbuchse eines älteren Smartphones anschließt und komprimierte MP3s streamst, bleibt sein Charakter erhalten. Zwar leidet die Detailzeichnung und das Klangbild wirkt etwas weniger definiert, aber insgesamt bleibt das angenehme Hörerlebnis bestehen.

FiiO FT5 im Test: Design & Benutzerfreundlichkeit

FiiO FT5 im Test

(Image credit: Future)

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzmodellen besteht der FT5 größtenteils aus Metall statt Kunststoff. Das macht sich auch im kabellosen Gewicht von 456 g bemerkbar. Allerdings kommt hier eine Magnesium-Aluminium-Legierung zum Einsatz, die nur 64 % so schwer ist wie herkömmliche Aluminiumlegierungen. Es könnte also deutlich schwerer sein. Das aufwendig gestaltete Kopfband verteilt das Gewicht zudem sehr gut und trägt so zum hohen Tragekomfort bei.

Die Metallkonstruktion bringt außerdem nicht nur optische und haptische Vorteile, sondern auch klangliche. Sie dämpft Vibrationen besser als Kunststoff, und die Rückseite des Treibergehäuses fungiert als Schallwand. Die komplexe Verarbeitung der Ohrmuschel-Rückseite steuert den Luftstrom präzise, was sowohl der Hochtonauflösung als auch der räumlichen Abbildung zugutekommt.

Zwar lässt sich der FT5 nicht zusammenklappen, dafür sind die Ohrmuscheln um drei Achsen beweglich. Solange dein Kopf nicht deutlich kleiner als die kleinste Einstellung des Kopfbügels ist, sollte der FT5 bequem sitzen. Und wenn er mal nicht gebraucht wird, lässt er sich sicher und stilvoll im massiven, hochwertig verarbeiteten Lederetui verstauen.

FiiO FT5 im Test: Fazit

FiiO FT5 im Test

(Image credit: Future)

Einmal mehr zeigt FiiO, dass hochwertige Produkte kein Vermögen kosten müssen. Der FT5 ist bemerkenswert gut ausgestattet und verarbeitet – deutlich über seiner Preisklasse. Zwar mag sein direkter, energischer Klang bei eingefleischten Audiophilen nicht nur Begeisterung hervorrufen, doch alle anderen können sich entspannt zurücklehnen und einfach den Genuss erleben.

Ebenfalls eine Überlegung wert

Die Audeze LCD-1 hingegen sind mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, aber trotzdem eine Überlegung wert. Klanglich liefern sie, was man von einem Hersteller mit so viel Erfahrung in der planar-magnetischen Technologie erwartet: eine exzellente Performance. Trotzdem hat man das Gefühl, dass sie preistechnisch dem FT5 nicht ganz das Wasser reichen können.

Simon Lucas is a freelance technology journalist and consultant, with particular emphasis on the audio/video aspects of home entertainment. Before embracing the carefree life of the freelancer, he was editor of What Hi-Fi? magazine and website – since then, he's written for titles such as Wired, Metro, the Guardian and Stuff, among many others. Should he find himself with a spare moment, Simon likes nothing more than publishing and then quickly deleting tweets about the state of the nation (in general), the state of Aston Villa (in particular) and the state of his partner's cat.

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