Hisense E7K Pro im Test: Der Name klingt nach Profi, die Leistung weniger
Der E7K Pro ist ein solider Hisense QLED-Fernseher, kommt jedoch nicht ganz an die Top-Modelle des Herstellers heran
Eine tolle Smart-TV-Oberfläche, praktische Gaming-Funktionen, QLED-Technik und ein fairer Preis machen den Hisense E7K Pro zu einer interessanten Wahl. Geringe Helligkeit, flach wirkende Bilder und das eher unauffällige Gehäuse sprechen jedoch dagegen.
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Viele positive Aspekte bei der Bildqualität
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Gute Gaming- und Smart-TV-Funktionen
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Anständige Ergonomie
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Flach wirkende, nicht besonders helle Bilder
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Starke Spiegelungen auf dem Bildschirm
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Tiefes, etwas unzeitgemäßes Gehäuse
Warum können Sie T3 vertrauen?
Bilal Fahmi
Hisense verfolgt den Plan, die besten Fernseher zu liefern, die in Sachen Technologie, Ausstattung und Leistung konkurrenzfähig sind – und dabei die etablierten Marktführer preislich unterbieten. So einfach dieser Plan klingen mag, in der Praxis ist er schwer umzusetzen – Hisense hat im Laufe der Jahre sowohl Erfolge als auch Misserfolge erlebt.
Mit dem E7K Pro, hier als 55-Zoll-Modell „55E7KQTUK PRO“ in Großbritannien getestet, möchte das Unternehmen einem bereits über seine Preisklasse hinaus ausgestatteten Modell zusätzlich Gaming-Credibility verleihen. Doch gehört der E7K Pro nun zu den Treffern oder den Fehlschlägen?
Hisense E7K Pro im Test: Preis & Verfügbarkeit
Der Hisense E7K Pro ist ab sofort in den Größen 55, 65 und 75 Zoll erhältlich. Das getestete 55"-Modell kostet 999 £. Das „UK“ in der Modellnummer weist darauf hin, dass das Modell nicht automatisch in anderen Regionen verfügbar ist – in den USA bezeichnet Hisense keines seiner Geräte als „QLED“, in Australien ist es ähnlich. Einige dort als „ULED“ verkaufte Modelle sind zwar tatsächlich QLED, kommen aber in puncto Spezifikation nicht an den E7K Pro heran.
Angesichts der teils willkürlichen Modellbezeichnungen empfiehlt es sich, die Testergebnisse auf die E7K Pro-Reihe zu beziehen. Es gibt außerdem ein Hisense-Modell namens E7KQTUK – kein „Pro“-Modell, günstiger und in Größen von 43 bis 70 Zoll erhältlich.
Hisense E7K Pro im Test: Features & Neuheiten
Der Hisense E7K Pro ist ein 4K-QLED-Fernseher mit Full-Array-Hintergrundbeleuchtung (bei Hisense „DLED“ genannt) und einem Quad-Core-Prozessor. Die Bildwiederholfrequenz von 144 Hz ist optimal für aktuelle Spielekonsolen, und zwei der vier HDMI-Eingänge unterstützen den vollen HDMI 2.1-Standard. Damit lassen sich Funktionen wie AMD Freesync Premium, VRR, ALLM sowie eARC nutzen.
Der E7K Pro unterstützt alle gängigen HDR-Standards wie HDR10+ und Dolby Vision. Den Filmmaker Mode kannst du nach Bedarf ein- oder ausschalten.
Neben vier HDMI-Anschlüssen bietet der E7K Pro einen Ethernet-Eingang sowie Dual-Band-WLAN. Kabellos lassen sich Bluetooth 5.0 und Apple AirPlay 2 nutzen. Für weitere Geräte stehen zwei USB-A-Ports (1× 3.0, 1× 2.0), ein Composite-Video-Eingang über 3,5 mm, ein Kopfhörerausgang, ein optischer Digitalausgang sowie Anschlüsse für die Doppeltuner bereit.
Im „Game“-Modus soll der E7K Pro (55") eine Reaktionszeit von 6 ms erreichen – das macht ihn, selbst wenn der Wert nicht ganz stimmt, extrem schnell. Mit der integrierten „Game Menu“-Leiste eignet er sich noch besser als Gaming-Monitor: Du kannst die wichtigsten Leistungswerte direkt überprüfen, ohne das Spiel verlassen und ins Hauptmenü wechseln zu müssen. Für manche Nutzer:innen ist das besonders praktisch.
Der Sound kommt aus einem 2.1-System mit 40 W Leistung, das sowohl hochauflösende digitale Audioformate als auch Dolby-Atmos-Soundtracks unterstützt. Der „.1“ steht für einen nach hinten gerichteten Basslautsprecher, den Hisense als „Subwoofer“ bezeichnet. Er reicht allerdings nicht an die Leistung eines echten Subwoofers heran.
Hisense E7K Pro im Test: Leistung
Auch wenn der Hisense E7K Pro bei Weitem nicht perfekt ist, gibt es doch einiges, das man an ihm mögen kann. Vor allem einige Aspekte seiner Bildwiedergabe machen ihn zu einer attraktiven Wahl.
Trotz seiner eher schwachen Spitzenhelligkeit von 350 Nits schafft es der E7K Pro, beeindruckende Kontraste zu schaffen. Weißtöne bleiben sauber, zeigen gute Detailabstufungen und verlieren selbst in sehr hellen Szenen kaum an Differenzierung. Die Schwarztöne sind zwar nicht die tiefsten, die du je gesehen hast, enthalten aber viele Bildinformationen und wirken weniger „erdrückt“ als bei manchen anderen hintergrundbeleuchteten LED-Fernsehern.
Dazwischen zeigt der Hisense eine ausgewogene, umfangreiche und glaubwürdige Farbpalette. Besonders Hauttöne wirken vielfältig und realistisch, und auch bei Hautstrukturen leistet der E7K Pro überzeugende Arbeit. Gerade bei Texturen zeigt er seine Stärke – selbst komplizierte Muster stellt der E7K Pro sauber dar. Die Bilder sind stabil, und auch die Bewegungsdarstellung ist in jeder Situation beeindruckend. Selbst schnelle Sportübertragungen bringen ihn nicht ins Straucheln: Bewegungen bleiben flüssig, ohne Ruckeln oder Stottern. Das zeigt sich besonders beim Gaming und macht den Hisense zu einem leistungsfähigen Monitor – insbesondere wenn man seine Größe beachtet.
Die Bilder, die der Hisense E7K Pro liefert, wirken zweifellos flach und eher zweidimensional. Es fehlt an Tiefenschärfe, selbst wenn Spieler:innen am nahen Ende eines Tennisplatzes stehen und ihre Gegner:innen am anderen. Filme mit weitläufigen Landschaftsaufnahmen oder ähnlichem erreichen nicht die Bildtiefe, die bei leistungsfähigeren Fernsehern üblich ist.
Trotz seiner Fähigkeit, Kontraste darzustellen, ist der E7K Pro kein heller Fernseher. Die Einstellung „HDR Day“ liefert die maximale Weißton-Power, die der Fernseher aufbringen kann. Hinzu kommt, dass das Panel stark spiegelt. In Kombination mit dem eher fehlenden „Pop“ der Bilder, besonders bei Tageslicht, bietet er kein überzeugendes Seherlebnis.
Beim Klang lässt sich der E7K Pro als „unaufdringlich“ beschreiben – und damit liegt er vor vielen preislich vergleichbaren Konkurrenten. Die Audioqualität ist zwar eher dünn, dafür aber ausgewogen und bleibt auch bei höheren Lautstärken stabil. Für deutlich bessere Klangerlebnisse brauchst du keine extrem teure Soundbar. Einen guten Überblick findest du in der Liste der besten Soundbars von T3.
Hisense E7K Pro im Test: Design & Benutzerfreundlichkeit
Auf den ersten Blick wirkt der Hisense E7K Pro genau so, wie du es von einem Fernseher erwartest: ein großer Bildschirm, und davon reichlich. Die Ränder um den Bildschirm sind minimal – selbst der untere Rand, der an den Enden mit Branding und einer dezenten Designverzierung versehen ist, fällt kaum auf. Die Füße, die ihn stützen, sind einfache Bumerang-Formen, heben den Bildschirm aber so weit an, dass nur besonders breite Soundbars im Weg stehen. Gleichzeitig sind sie nicht so weit auseinander, dass der Fernseher eine große Standfläche benötigt.
Vielleicht willst du deinen neuen Fernseher lieber an die Wand hängen. Schaut man sich das E7K Pro im Profil an, könnte man das aber überdenken: An seiner tiefsten Stelle ist er mit 81 mm ziemlich wuchtig, und diese Tiefe zieht sich über einen großen Teil der Rückwand. Da weder Kabelabdeckung noch Kabelmanagement enthalten sind, ist der Hisense für eine Wandmontage leider nicht optimal.
Die Bedienung des E7K Pro ist unkompliziert. Im Lieferumfang ist eine große, klickende Fernbedienung enthalten, die alle wichtigen – und die meisten weniger wichtigen – Funktionen abdeckt. Direktzugriffstasten führen zu Diensten wie Netflix, Apple TV+, Deezer oder Pluto TV. Alternativ kannst du die VIDAA Control App nutzen: Sie spiegelt die Funktionen der Fernbedienung, bietet eine übersichtliche App-Übersicht und ist logisch und einfach zu bedienen.
Die Sprachassistenz von Amazon Alexa ist integriert und hier genauso nützlich und benutzerfreundlich wie in jeder anderen Anwendung. Alternativ kannst du auch die proprietäre VIDAA Voice von Hisense nutzen.
Wie du den E7K Pro auch steuerst, bekommst du ein umfangreiches, gut durchdachtes Einrichtungsmenü und die VIDAA Smart-TV-Oberfläche. Die kann manchmal etwas aufdringlich wirken, bietet dafür aber alle wichtigen Streaming- und Catch-up-Apps – meist in ihren besten Versionen. Über die Empfehlungen, die den ganzen Bildschirm einnehmen, kann man gut hinwegsehen. Praktisch ist außerdem, dass du die Reihenfolge deiner Apps selbst anpassen kannst.
Die Einrichtung des Hisense dauert nicht lange, und HDR-Standards werden automatisch erkannt und markiert. Im Filmmaker-Modus fällt jedoch die starke Reduzierung der Helligkeit sofort auf.
Hisense E7K Pro im Test: Fazit
Von einem 55-Zoll-QLED-Fernseher, der weniger als 1.000 Euro kostet, darfst du natürlich keine Perfektion erwarten.
Dafür bekommst du aber ein gut ausgestattetes Modell mit einer soliden Smart-TV-Oberfläche, spannenden Gaming-Funktionen und einer Bewegungsdarstellung, die es locker mit deutlich teureren Geräten aufnehmen kann.
Die begrenzte Helligkeit, die Spiegelungen auf dem Bildschirm und das klobige Gehäuse bleiben allerdings klare Schwächen. Überleg dir also gut, ob der E7K Pro etwas für dich ist – vor allem, weil Hisense mit dem U7K in der gleichen Preisklassse eine stärkere Alternative bietet.
Ebenfalls eine Überlegung wert
Wenn du nach exzellenter Qualität zu einem fairen Preis suchst, schau dir die neue Amazon Series 4 und den Samsung AU7100 an. Beide sind zwar nicht perfekt, bieten aber ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wenn du dich für die QLED-Technologie interessierst, wirf auch einen Blick auf den Samsungs QN95B. Zugegeben, er ist zwar aus dem Jahr 2022, doch genau deshalb bekommst du ihn zu einem super Preis – ganz ohne Abstriche machen zu müssen.
Für Gamer:innen ist der LG C2 ein heißer Tipp. Auch hier handelt es sich zwar um ein 2022er-Modell, aber das dürfte dich kaum stören, sobald du merkst, wie schnell er auf die Eingaben deiner Konsole reagiert.
Simon Lucas is a freelance technology journalist and consultant, with particular emphasis on the audio/video aspects of home entertainment. Before embracing the carefree life of the freelancer, he was editor of What Hi-Fi? magazine and website – since then, he's written for titles such as Wired, Metro, the Guardian and Stuff, among many others. Should he find himself with a spare moment, Simon likes nothing more than publishing and then quickly deleting tweets about the state of the nation (in general), the state of Aston Villa (in particular) and the state of his partner's cat.
