Zurück nach oben

LG QNED85 / QNED86 im Test

LGs Mini-LED sieht großartig aus, könnte klanglich aber deutlich besser sein…

T3 Recommends Award
LG 65QNED85 im Test
(Bildnachweis: Future)
T3 Fazit

Wenn du einen großen TV von einer bekannten Marke suchst, der ein paar starke Ausstattungsmerkmale bietet, ohne gleich teuer zu werden, lohnt sich ein Blick auf dieses LG-Modell. Hochauflösende Inhalte kommen besonders gut zur Geltung. Beim Sound gibt es allerdings Abstriche – eine Soundbar solltest du also direkt mit einplanen.

Pro
  • +

    Helle, lebendige und detailreiche Bilder bei 4K-Inhalten

  • +

    Gute Ausstattung mit mehreren interessanten Technologien

  • +

    Stark für Gamer*innen, wie man es von LG kennt

Kontra
  • -

    Die AI-Funktionen überzeugen nicht durchgehend

  • -

    Beim Upscaling stößt der TV an seine Grenzen

  • -

    Der Klang bleibt eher schwach

Warum können Sie T3 vertrauen? Unsere Experten verbringen Stunden damit, Produkte und Dienstleistungen zu testen und zu vergleichen, damit Sie das Beste für sich auswählen können. Erfahren Sie mehr darüber, wie wir testen.

Der LG QNED85, bzw. der QNED86 mit einer anderen Standfuß-Lösung, ist auf dem Papier definitiv ein Hingucker. Wir haben uns hier die 65-Zoll-Variante angeschaut. Die „Qualified Nano Enhanced Display“-Technologie, mit der LG die Bilder aufs Display bringt, klingt auf jeden Fall spannend.

Typisch LG: Dem Gaming-Einsatz wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt. Auch die Gaming-Features können sich sehen lassen.

Die entscheidende Frage ist, wie sich LGs Mini-LED-TV im Alltag gegen die besten OLED-Modelle der Marke behauptet – und für wen sich der Kauf lohnt.

Preis & Verfügbarkeit

Die 65-Zoll-Modelle LG QNED85 und QNED86 – daneben gibt es auch Varianten mit 55, 75 und 85 Zoll – sind mittlerweile deutlich günstiger als zum Marktstart. In Europa liegen die Preise für die 65-Zoll-Variante aktuell meist grob zwischen rund 800 und 1.100 Euro, je nach Händler und Verfügbarkeit.

Je nach Region unterscheiden sich die Spezifikationen, oft auch die Modellnummern. In den USA kostet ein vergleichbares Modell derzeit rund 999 US-Dollar, in Australien liegt der Preis bei etwa 2.499 AU-Dollar.

Features & Neuheiten

LG 65QNED85 im Test

(Image credit: Future)

An LGs TV-Spezifikationen ist nicht alles kaputt – und zum Glück wurde auch nicht alles „repariert“.

Die Namensgebung kann allerdings verwirren. Zur Klarstellung: QNED85 und QNED86 nutzen dasselbe Panel. Der Unterschied liegt im Standfuß – der QNED85 steht auf zwei Füßen, der QNED86 auf einem zentralen Standfuß.

Egal, welches Modell du erwischst: Es gibt vier HDMI-Eingänge, alle im 2.1-Standard. Heißt: volle Unterstützung für aktuelle Konsolen-Features von VRR (bis 144 Hz) und ALLM über AMD FreeSync und HGiG bis hin zu Dolby Vision for Gaming (4K @ 120 Hz). Einer der Anschlüsse unterstützt außerdem eARC.

Weitere Anschlüsse sind zwei USB-2.0-Ports, ein CI-Kartenslot, Ethernet, Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.3, zwei Antennenanschlüsse sowie ein optischer Digitalausgang. Apple Home, Google Home und Google Cast stehen nach der Einrichtung ebenfalls zur Verfügung.

Als Smart-TV-Plattform kommt webOS 25 zum Einsatz, inklusive Zugriff auf eine große Auswahl an Streaming-Apps und Inhalten.

Im Hintergrund übernimmt der „a8 AI Processor 4K Gen 2“ die Verarbeitung der Inhalte.

LG 65QNED85 im Test

(Image credit: Future)

Zehn Bild-Presets stehen zur Auswahl, darunter natürlich auch der „Filmmaker Mode“ – also genau der Modus, der den Herstellern den Spaß an immer helleren Bildern ein wenig verdirbt. Dazu kommen verschiedene AI-gestützte Prozesse, die das Seherlebnis optimieren sollen.

Beim Panel setzt LG auf ein 4K-LCD. Die hauseigene „QNED“-Technologie (Qualified Nano Enhanced Display) kombiniert Quantum Dots und NanoCell-Partikel mit einer großen Anzahl einzelner LEDs für lokales Dimming im Backlight.

Das soll für eine hohe Helligkeit, einen breiten Farbraum, starke Kontraste und so tiefe Schwarztöne sorgen, wie es bei einem LCD eben möglich ist. Unterstützt werden zudem gängige HDR-Formate wie HLG, HDR10 und Dolby Vision.

Für den Sound ist ein nach unten abstrahlendes Zwei-Treiber-System mit insgesamt 20 Watt zuständig. Auch hier kommt „AI“ zum Einsatz: „a8 AI Sound Pro“ versucht, aus zwei Kanälen einen 9.1.2-Raumklang zu simulieren, während „AI Acoustic Tuning“ den Klang an den Raum anpassen soll.

Gute Nachrichten: Der TV ist mit LGs Wow-Orchestra-Feature kompatibel. In Kombination mit einer passenden Soundbar spielt das TV-Soundsystem mit, statt einfach übergangen zu werden.

Bildqualität

LG 65QNED85 im Test

(Image credit: Future)

Wenn du George Lucas’ Theorie teilst, dass rund 50 Prozent des Filmvergnügens auf den Sound entfallen, ist der LG QNED85/86 ein Fall von Licht und Schatten. Bei der Bildqualität gibt es vieles, das überzeugt – beim Sound dagegen eher weniger.

Mit hochwertigen nativen 4K-Inhalten in Dolby Vision ist der TV gemessen an seinem Preis dennoch beeindruckend. Er wird sehr hell, liefert bemerkenswert tiefe und gut differenzierte Schwarztöne und sorgt damit für extrem starke Kontraste.

Auch die Hintergrundbeleuchtung wird gut kontrolliert. Solange du nicht im gefürchteten „weißer Text auf schwarzem Hintergrund“-Szenario landest, bleibt das Backlight gleichmäßig, zeigt kaum Halo-Effekte und reagiert flott auf abrupte Bildwechsel.

Die Farbdarstellung ist breit aufgestellt, sauber abgestuft und trifft eine gute Balance zwischen „knackig“ und „naturnah“ – außer im „Filmmaker Mode“, dort kannst du „knackig“ gleich vergessen.

Besonders stark ist der LG bei Hauttönen: Dank der feinen Detaildarstellung und einer stimmigen Kontextualisierung überzeugt er auch bei Hauttexturen. Knallige Szenen haben Punch und Pop, ohne dabei übertrieben oder unnatürlich zu wirken.

LG 65QNED85 im Test

(Image credit: Future)

Kanten werden sauber gezeichnet. Komplexe, feine Muster bleiben stabil, ohne Rauschen oder Flimmern. Auch die Bewegungsdarstellung bekommst du mit dem QNED85/86 sehr gut in den Griff – vorausgesetzt, du überstimmst den „AI Picture Wizard“ und schaltest die meisten „Klarheit“-Einstellungen im „Erweitert“-Bereich der Menüs aus. „TruMotion“ bringt hier keinen echten Mehrwert – deaktiviert wirkt das Bild natürlicher.

Mit Full-HD-(1080p)-Material schlägt sich der LG ordentlich. Klar, die Detailtiefe nimmt etwas ab und Bildrauschen kann eher auftreten. Unterm Strich bleibt der QNED85/86 aber stabil: Kontraste sitzen, Bewegungen wirken sauber, und selbst in hektischen Szenen macht das Bild einen guten Eindruck.

Geht man mit der nativen Auflösung noch weiter runter, merkt man, wie hart der LG arbeiten muss. Das überrascht allerdings wenig. 720p-Material wirkt stellenweise weich und etwas beliebig, und auch die Bewegungskontrolle kommt hier an ihre Grenzen.

Als Gaming-Monitor liefert der LG genau das, was man von der Marke erwartet. Im Game Mode ist die Reaktionszeit sehr gut, Lichteffekte und Farben werden sauber ausgespielt, Bewegungen bleiben gut kontrolliert – selbst in anspruchsvollen Szenen. Dass dieses Leistungsniveau an allen HDMI-Ports verfügbar ist, wertet das Gesamtpaket zusätzlich auf.

LG 65QNED85 im Test

(Image credit: Future)

Beim Sound zeigt der QNED85/86 dagegen eine andere Seite, wie schon angedeutet. Ohne den „AI Sound Wizard“ klingt der LG schneidend und dünn, recht eingeengt und ohne viel Subtilität oder echte Variabilität.

Schon kleine Drehungen am Lautstärkeregler lassen den Klang hart und ziemlich schrill werden. Basspräsenz fehlt, ebenso echte dynamische Reserven. Die stark nach vorne geschobenen Dialoge verstärken diese merkwürdige Mischung aus harsch und zugleich stumpf.

Mit aktiviertem „AI Sound Wizard“ klingt der TV anders, aber nicht überzeugender. Der Klang wird größer und weiter, dafür gehen Fokus und jede kohärente Bühne verloren. Zudem wirkt er noch vordergründiger und angriffslustiger. Sprich: schriller, härter und dünner.

Klanglich schwächeln viele große, vergleichsweise günstige TVs – beim QNED85/86 fällt das allerdings besonders ins Gewicht. Eine Soundbar würde ich hier dringend empfehlen.

Design & Bedienung

LG 65QNED85 im Test

(Image credit: Future)

„Aufgeräumt und ordentlich“ ist bei großen TVs oft das Maximum. Mit 840 × 1.456 × 30 mm (H × B × T) trifft der 65-Zöller von LG genau diesen Sweet Spot.

Verarbeitung und Finish sind tadellos. Die Füße lassen sich in vier Positionen montieren (zwei Breiten, zwei Höhen), sodass du den TV auch auf einer kleineren Fläche platzieren und darunter Platz für eine Soundbar lassen kannst.

Falls du lieber zur Wandmontage greifst: Der QNED85/86 ist VESA-kompatibel und mit 22,5 kg in der 65-Zoll-Version noch gut handhabbar.

LG legt die bekannte Magic Remote bei. Sie kombiniert Bewegungssteuerung, Scrollrad und Point-and-Click-„Air-Maus“ mit einem insgesamt stimmigen Tastenlayout. Eine Tastenbeleuchtung wäre allerdings wünschenswert.

Über die Fernbedienung lassen sich zahlreiche AI-Features nutzen. „AI Voice ID“ erkennt Stimmen einzelner Nutzer*innen und schlägt passende Inhalte vor. Der „AI Chatbot“ unterstützt bei Einrichtung und Einstellungen, während „AI Concierge“ personalisierte Keywords und Suchvorschläge ausspielt. „AI Picture Wizard“ und „AI Sound Wizard“ sollen die Einrichtung möglichst schnell und schmerzfrei machen. Klar ist: LG hat den „AI“-Hype definitiv nicht verschlafen.

LG 65QNED85 im Test

(Image credit: Future)

Es gibt auch die LG ThinQ App. Optisch kein Highlight, dafür umfangreich und stabil.

Egal ob per App oder Fernbedienung: Die Setup-Menüs sind erfreulich klar und übersichtlich. Außerdem kommt die 25er-Version von LGs Betriebssystem „webOS“ zum Einsatz. Die Oberfläche ist so aufgeräumt wie das physische Design, bietet etwas Personalisierung und drängt dir ihre Inhalte nicht allzu aggressiv auf.

Alle großen Streaming- und Mediathek-Dienste sind verfügbar. Zusätzlich gibt’s in der App „LG Channels“ reichlich kostenlose Inhalte (mit Werbung). Sehr willkommen: LG verspricht kostenlose OS-Upgrades in den ersten fünf Jahren der TV-Lebensdauer.

Trotz aller AI-Smartness gibt es bei der Content-Kuration noch Luft nach oben. Ich bin sicher nicht der*die Einzige, den*die es überrascht, dass die britische Softsex-Komödie der 70er Adventures of a Private Eye, die in LG Channels läuft, laut System plötzlich 2024 von Spike Jonze inszeniert wurde.

LG QNED85 / QNED86 im Test: Unser Testurteil

LG 65QNED85 im Test

(Image credit: Future)

Großer Screen, große Marke, große Spezifikationen und große Performance-Highlights? Aber hallo!

Wenn er gut ist, ist der LG QNED85 (beziehungsweise QNED86) richtig gut. Solange du nicht massenhaft Low-Res-Inhalte schaust, gibt es an der Bildqualität wenig ernsthaft zu kritisieren – vor allem mit Blick auf den Preis.

Beim Klang dagegen gibt es klare Schwächen. Planst du aber direkt eine der besten Soundbars für LG-TVs ein, bekommst du einen herausragenden Screen – gerade für Gamer*innen.

Weitere Optionen

Ich habe vor Kurzem den preislich extrem attraktiven 65-Zöller TCL P7K getestet. Angesichts des deutlich niedrigeren Preises ist er im Vergleich zu diesem LG eine echte Alternative. Ausstattung und Performance sind solide, beim Preis-Leistungs-Verhältnis spielt er damit klar vorne mit.

Ebenfalls einen Blick wert ist die 65-Zoll-Version des Sky Glass 2. Im Vergleich zum Vorgänger ist er deutlich runder geraten, setzt auf ein eigenes Preismodell und hat ein klares Verkaufsargument: jede Menge Sky-Content ganz ohne Set-Top-Box. Bauform und Gewicht fallen allerdings üppig aus, was nicht zuletzt am deutlich besseren Soundsystem liegt.

Simon Lucas is a freelance technology journalist and consultant, with particular emphasis on the audio/video aspects of home entertainment. Before embracing the carefree life of the freelancer, he was editor of What Hi-Fi? magazine and website – since then, he's written for titles such as Wired, Metro, the Guardian and Stuff, among many others. Should he find himself with a spare moment, Simon likes nothing more than publishing and then quickly deleting tweets about the state of the nation (in general), the state of Aston Villa (in particular) and the state of his partner's cat.

Mit Unterstützung von