Hisense U8Q Test: brillante Helligkeit
Wie schlägt sich Hisenses High-End-Mini-LED-TV?
Der Hisense U8Q hält, was er verspricht: hohe Helligkeit für wirkungsvolle HDR-Leistung (High Dynamic Range) mit Breitformatunterstützung. Die Bildqualität ist großartig, allerdings bedarf es etwas Management, um das Beste daraus zu machen. Solider Sound untermauert dies. Aber im Vergleich zu seinen engsten Konkurrenten ist es etwas teuer.
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Tolle Bildleistung
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Tolle Unterstützung für Gamer
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Solides Soundsystem
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Für beste Ergebnisse muss das Bild optimiert werden
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Fühlt sich teuer an
Warum können Sie T3 vertrauen?
Mara Mainka
Wenn es eine Marke gibt, die den TV-Status quo ordentlich aufmischt, dann Hisense. Das Unternehmen, das sich inzwischen als weltweite Nummer 1 bei TVs über 100 Zoll positioniert, hat sich den Ruf erarbeitet einen starken Gegenwert zu liefern – ohne die typischen Abstriche auf dem Datenblatt, die man anderswo findet.
Samsung unterstützt zum Beispiel kein Dolby Vision, LG kein HDR10+, einige Flaggschiffe haben nur zwei HDMI‑2.1-Ports – die Liste ließe sich fortsetzen. Hisense packt beim U8Q im Grunde alles rein. Ein echtes Specs-Monster.
Das „U“ im Namen steht für ULED – also „Ultra LED“, meist als Mini‑LED bezeichnet – und die 8er-Serie, die diesen Fernseher an die Spitze von Hisenses Line-up setzt. Das „Q“ wiederum markiert das Jahr – hier 2025–26.
Damit ist der U8Q – in den USA als U8QG – das Flaggschiff des Unternehmens. Ist das einer der besten TVs den es gibt?
Preis & Verfügbarkeit
Der Hisense U8Q wurde im Mai 2025 angekündigt und ist seit dem Sommer erhältlich. Getestet habe ich die 65‑Zoll‑Variante, die zum Zeitpunkt des Schreibens circa 1.300 Euro kostet.
Es gibt außerdem 55‑, 75‑, 85‑ und 100‑Zoll‑Größen, wobei nicht alle in allen Regionen verfügbar sind. Das 55‑Zoll‑Modell ist aktuell für 1049 Euro erhältlich – ein konkurrenzfähiger Preis für diesen Fernseher. Zum Glück gibt es für alle Größen ordentliche Rabatte.
Was ist neu?
- Heller mit mehr Dimming-Zonen
- Neues Devialet-Soundsystem
- Bessere Unterstützung für Gamer*innen
Der Hisense U8Q aktualisiert und ersetzt den Hisense U8N von 2024 – mit einer sehr ähnlichen Ausrichtung: High-End‑Mini‑LED‑Performance. Das Panel wurde umfassend überarbeitet und liefert jetzt höhere Helligkeit und stärkeren Kontrast.
Die Bildwiederholrate liegt nun bei 165 Hz statt 144 Hz beim Vorgänger, außerdem gibt es 2.048 Dimming‑Zonen – zuvor waren es 1.600. Das sorgt für den höheren Kontrast, während die Spitzenhelligkeit von 3.000 auf 4.000 Nits steigt.
Es gibt jetzt drei HDMI‑2.1‑Anschlüsse (zuvor zwei) – super für Gamer*innen – und das Soundsystem wurde mit Devialet‑Tuning neu aufgestellt: 80 W Ausgangsleistung statt 60 W. Das WLAN ist stärker und das Design des TVs ist schlanker geworden.
Design
- Zentraler Standfuß
- Solar‑Fernbedienung
Der Hisense U8Q ist im Vergleich zu High-End‑OLEDs recht wuchtig, da Mini‑LED etwas mehr Tiefe benötigt als selbstleuchtende Display‑Technologien. Trotzdem ist dieses Modell etwas schlanker und leichter als sein Vorgänger – obwohl mehr Speaker verbaut sind.
Das prägt auch das Design: Auf der Rückseite sitzen zwei Treiber für mehr Bass, während die Seiten mit einem zurückgesetzten, angewinkelten Rahmen arbeiten, der die nach vorn gerichtete Schallabstrahlung der seitlichen Speaker begünstigt.
Es gibt einen zentralen, hexagonalen Standfuß – bei größeren Fernseher immer praktisch. Wie ich beim Sony Bravia 8 II festgestellt habe, sind weit außen sitzende Füße oft schwerer auf Möbel zu stellen. Nicht so beim Hisense U8Q, der – wie viele aktuelle Modelle – auf eine zentrale Lösung setzt. Der Standfuß bietet zudem zwei Höhen, ideal, wenn du eine der besten Soundbars davor platzieren möchtest.
Die Fernbedienung passt optisch nicht ganz zum Fernseher: Sie ist lang und wirkt überladen. Der große Look kommt vom Solarpanel am Ende, das über Umgebungslicht lädt; zusätzlich gibt es einen USB‑C‑Port – praktisch für alle, die sprichwörtlich im Dunkeln leben.
Statt Minimalismus fährt Hisense hier viel auf mit umso mehr Tasten. Etwas Oldschool, aber manche werden das mögen, weil sich der Fernseher so direkter bedienen lässt. Mein Favorit ist die „Info“-Taste, die bei manchen Eingängen die aktuellen Spezifikationen einblendet – so siehst du sofort, in welcher Qualität du schaust.
Am frustrierendsten ist die Play/Pause‑Taste, denn sie pausiert nicht direkt. Stattdessen öffnet sie ein On‑Screen‑Bedienfeld, in dem du noch „OK“ drücken musst. Eine Pause braucht so ein, zwei Tastendrücke – genau das, was man nicht möchte.
Bildqualität
- 2.048 Dimming‑Zonen (für 65 Zoll, getestet)
- 4.000 Nits Spitzenhelligkeit
- Dolby Vision & HDR10+
Hisense pusht Mini‑LED stark als Alternative zu teureren OLEDs und spielt die höhere Helligkeit als Vorteil in hellen Umgebungen aus.
Der breite HDR‑Support ist ein Plus: Dolby Vision IQ und HDR10+ Adaptive sind an Bord. Bis Ende 2025 galten beide als aktuelle Standards, doch die jüngste Entwicklung HDR10+ Advanced zeigt (Wortspiel beabsichtigt) ein Problem der Technik auf: Das Bild kann zu dunkel sein.
Hier kommen Hisenses Bildmodi ins Spiel, die unterschiedliche Optionen bietet. Bei HDR10+ gibt es mehrere Optionen – vom Filmmaker Mode (der jegliche Verarbeitung abschaltet) bis zum Standardmodus (heller), dazu Kinomodus und mehr. Für Dolby‑Vision‑Content stehen IQ, Dark und Benutzerdefiniert bereit – letzterer, um die Settings nach eigenem Geschmack zu justieren.
So lässt sich schnell zu einem helleren HDR‑Bild wechseln, wenn es dir zu dunkel ist – ohne jedes Mal zig Regler einzustellen. Perfekt, wenn mal bei Tageslicht, mal im Dunkeln guckt. Natürlich gibt es jede Menge Einstellungen, damit das Bild genauso angezeigt wird wie du möchtest.
Filmmaker Mode wirkt auf mich etwas flach – ich erziele bessere Ergebnisse, wenn ich den Standardmodus leicht anpasse. Der hat von Haus aus mehr Kontrast, mit dem Risiko, dass sehr dunkle Szenen zu dunkel werden und feine Texturen verloren gehen. Es lohnt sich, die Adaptive‑Kontrast‑Einstellungen zu reduzieren – das sorgt im Standardmodus für ein natürlicheres Bild.
Die vielen Dimming‑Zonen arbeiten hart für starken Kontrast, wenn es nötig ist – und das gelingt meist sehr gut. Blutende Farben werden auch im Zaum gehalten, auch wenn ich in 16:9 bei Szenen mit sehr hellen Elementen direkt an den Rändern ein leichtes Aufhellen der Balken oben und unten gesehen habe.
Auch die Bewegungsglättung solltest du außerhalb des Filmmaker Mode etwas zähmen. Ich nutzte die Einstellung benutzerdefiniert und habe die Regler leicht heruntergedreht – genug Flexibilität, um die Balance zu finden. Insgesamt liefert der U8Q eine sehr gute Bildperformance.
Getestet wurde mit einem breiten Mix aus Streaming‑Diensten, Ultra‑HD‑Blu‑ray und linearem Fernsehen. Denk dran: Jede Quelle hat eigene Settings – es lohnt sich, für SD‑ und SDR‑Content die Bewegungsglättung zu reduzieren, damit es natürlicher wirkt.
Das Upscaling ist insgesamt stark, allerdings kann die Einstellung „Spitzenhelligkeit“ Dinge unnatürlich betonen und Rauschen sowie Artefakte sichtbarer machen. Mit niedrigeren Werten gefiel es mir meist besser – am Ende zählt aber dein Geschmack und das Material, das du schaust.
Das Display ist glänzend und mit einer entspiegelnden Beschichtung versehen. Lokale Reflexionen werden nicht ganz so gut gebändigt wie beim Samsung QN90F (Samsungs Mini‑LED‑Gegenstück), aber dank der hohen Helligkeit sticht der U8Q störende Spiegelungen gut aus – top für die Tageslicht‑Nutzung.
Soundqualität
- 80‑W‑Devialet‑Soundsystem
- Dolby Atmos und DTS Virtual:X
Wie Konkurrent TCL setzt auch Hisense auf eine Audio‑Marke für besseren Klang – hier Devialet. Im U8Q steckt ein 4.1.2‑System, die Speaker sind so verteilt, dass ein immersiverer Sound entsteht.
Wie schon erwähnt: Auf der Rückseite sitzen zwei Woofer; vorn gibt es vier Kanäle für links/rechts und die Mitten samt Bass; dazu zwei Height‑Kanäle. Spielt man DTS‑ oder Dolby‑Atmos‑Content ab, erscheint ein Logo im Bild, das die Decodierung bestätigt.
Dazu kommen diverse Sound‑Modi. Bei Fernsehern bringen die oft wenig, weil die Hardware limitiert, doch beim Hisense U8Q steckt genug drin, damit es hörbar wirkt. Theatre sorgt für eine immersivere Bühne, Late Night reduziert tiefe Töne, damit niemand beim Schlafen gestört wird.
Die Klangqualität liegt klar über dem Durchschnitt: Sie erreicht nicht das Niveau des Panasonic Z95B, aber viele werden mit den integrierten Lautsprechern zufrieden sein. Anspruchsvollere Zuschauer*innen holen mit einer Soundbar noch mehr raus.
Apropos: Es gibt drei HDMI‑2.1‑Anschlüsse, alle mit 165 Hz – super für Gamer*innen. Einer davon (HDMI 3) bietet eARC für externe Soundsysteme. Selbst mit zwei Konsolen profitierst du so von HDMI mit voller Bandbreite.
User Interface
- VIDAA OS
- Freely
Bei der Bedienoberfläche geht Hisense seinen eigenen Weg mit dem hauseigenen VIDAA OS.
Das Interface ist aufgeräumt und lief in meinem Test flott. Damit niemand Sprachsteuerung vermisst, gibt’s neben Hisenses eigener Lösung auch Google Assistant und Amazon Alexa – optional aktivierbar.
Außerdem gibt es weniger Sender als bei Freeview. Alles halb so wild – ein Freeview‑Tuner ist vorhanden, falls du lieber den nutzt.
Hisense U8Q Test: Unser Testurteil
Der Hisense U8Q bietet ein Premium‑Mini‑LED‑Erlebnis, das Flaggschiffen in vielen Bereichen Paroli bietet – zu einem etwas zugänglicheren Preis. Das größte Hindernis ist der noch günstigere TCL C8K.
Die Bildqualität erreicht nicht ganz die absoluten Spitzen von OLED. Zudem erfordert der U8Q mehr Feintuning als andere Top‑Modelle, um Extreme zu vermeiden – also entweder abgesoffene Schwarztöne bei zu aggressivem Kontrast oder blass wirkende Farben, wenn die Helligkeit zu stark gepusht wird.
Wenn du aber starke Konnektivität und gute Performance bei Bild und Sound möchtest – und das günstiger als typische Flaggschiff‑Fernseher – liefert der Hisense U8Q eine überzeugende Vorstellung. Eine brillant helle Lösung für sonnige Räume, mit allen wichtigen Audio‑/Video‑Formaten.
Weitere Optionen
Der TCL C8K ist der natürliche Rivale des Hisense U8Q: Beide setzen auf Mini‑LED mit hoher Helligkeit und vielen Dimming‑Zonen. Der TCL ist etwas günstiger und bietet ein starkes Erlebnis – Nachteil: Die Google‑TV‑Oberfläche unterstützt Freely nicht.
Von den großen Marken ist der Samsung QN90F der Mini‑LED‑Gegenspieler mit blendfrei mattem Display. Manche finden dennoch, dass matte Bildschirme nicht ganz so knackig wirken, außerdem ist er nicht so hell – und dem Samsung fehlt der Dolby‑Vision‑Support.
Außerdem liegt der Preis des LG OLED C5 nicht allzu weit entfernt. Er bietet einen Sprung bei der Bildleistung, ein deutlich schlankeres Design, aber eine etwas fummelige Oberfläche, schwächeren Sound sowie weder Freely‑ noch HDR10+‑Support.

Chris has been writing about consumer tech for over 15 years. Formerly the Editor-in-Chief of Pocket-lint, he's covered just about every product launched, witnessed the birth of Android, the evolution of 5G, and the drive towards electric cars. You name it and Chris has written about it, driven it or reviewed it. Now working as a freelance technology expert, Chris' experience sees him covering all aspects of smartphones, smart homes and anything else connected. Chris has been published in titles as diverse as Computer Active and Autocar, and regularly appears on BBC News, BBC Radio, Sky, Monocle and Times Radio. He was once even on The Apprentice... but we don't talk about that.
- Mara MainkaGerman editor