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Marshall Middleton II im Test: Ein Speaker, der genau weiß, was er tut

Marshalls neuer Speaker zeigt sich in Bestform

T3 Recommends Award
Marshall Middleton II im Test
(Bildnachweis: Future)
T3 Fazit

Marshalls Middleton II ist nur ein kleines Upgrade gegenüber einem ohnehin schon sehr soliden Speaker. Und das gleich in mehr als einer Hinsicht. Er bleibt klobig und schwer, sieht dabei aber unbestreitbar gut aus. Klanglich liefert er ordentlich ab und ist damit eine gute Wahl für alle, die Marshalls Marke und Design mögen.

Pro
  • +

    Wieder richtig guter Sound

  • +

    Kleine, sinnvolle Design-Verbesserungen

  • +

    Bessere Akkulaufzeit

Kontra
  • -

    Updates fallen insgesamt eher klein aus

  • -

    Bleibt ziemlich schwer

  • -

    Nach wie vor teuer

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Bei Prestige-Audio-Marken gehört es einfach dazu, nie stehenzubleiben. Es wirkt inzwischen fast ungewöhnlich, wenn ein Speaker länger als ein oder zwei Jahre kein Update bekommt. Aus einem bestehenden Design lässt sich meist noch ein bisschen mehr Akku-Power oder Soundqualität herausholen.

Genau deshalb fühlen sich manche Updates eher unspektakulär an. Ein gutes Beispiel ist der Marshall Middleton II. Er baut auf einem bereits sehr soliden Versuch auf, einen der besten Bluetooth-Speaker zu bauen, und schraubt an Details, die man vor allem im Datenblatt bemerkt. Ich habe ihn ein paar Wochen genutzt, um zu sehen, wie er sich im Alltag schlägt.

Preis und Verfügbarkeit

Der ursprüngliche Middleton kam Mitte 2024 auf den Markt und ist damit seit über einem Jahr erhältlich. Entsprechend zügig fällt dieses Update aus.

Der neue Speaker kostet hierzulande aktuell 299 Euro als regulärer UVP. In Großbritannien liegt der Preis bei £259, was umgerechnet in etwa dem Euro-Preis entspricht. In den USA kostet er offiziell $329,99.

Wichtig ist in jedem Fall: Das ursprüngliche Middleton-Modell ist aktuell oft deutlich günstiger zu haben, vor allem während Sales. Das solltest du bei der Entscheidung für die neue Version im Hinterkopf behalten.

Design und Features

Marshall Middleton II im Test

(Image credit: Future)

Das Leben als Tech-Tester*in bringt es mit sich, dass ich diesen Satz öfter schreibe, als man denkt: Stellst du dieses Gerät neben die ältere Version, fällt es ohne Hinweise schwer, Unterschiede zu erkennen.

Beim Middleton II ist das wieder der Fall. Als ich den ersten Middleton 2024 getestet habe, hatte ich die weiße Variante. Diesmal war die klassische schwarze Ausführung im Einsatz.

Was hat sich also geändert? Am auffälligsten sind die jetzt deutlich geriffelten Bedientasten oben auf dem Speaker. Sie heben sich stärker vom Gehäuse ab und lassen sich dadurch leichter ertasten und drücken. Das ist eine eher subtile Änderung und neben der neuen, überarbeiteten Trageschlaufe auch die einzige, die sofort ins Auge fällt.

Die Schlaufe ist jetzt etwas aufwendiger gestaltet und hat beim schwarzen Modell eine kontrastierende rote Innenseite, was ziemlich wertig wirkt. Du kannst sie relativ leicht abnehmen, sie ist also komplett optional, aber praktisch, um den schweren Speaker zu bewegen. Denn der Middleton II hat kein Gramm verloren: Mit 1,8 kg ist er genauso schwer wie sein Vorgänger und für seine Größe weiterhin ziemlich stattlich.

Optik und Haptik entsprechen damit weitgehend dem Stand von 2024 – je nach Geschmack ist das gut oder weniger gut. Wenn du Marshalls Rock-Ästhetik magst, kommst du hier voll auf deine Kosten. Der Speaker ist groß genug für ein echtes Frontgitter mit ikonischem Marshall-Logo. Oben sitzt außerdem der bekannte Steuer-Knopf für Lautstärke und Track-Skip, den ich schon immer mochte.

Das Lederimitat an den Stellen ohne Gitter fühlt sich gut an. Der Speaker steht auf zwei leicht erhöhten Gummileisten, was für mehr Stabilität sorgt und Vibrationen reduziert. Oben gibt es jetzt außerdem ein kleines Mikrofonloch für die Freisprechfunktion.

Bei den Verbindungen enttäuscht, dass weiterhin ausschließlich Bluetooth an Bord ist. WLAN wurde nicht ergänzt. Das macht die Nutzung zwar super simpel, aber weniger flexibel als bei manch anderen Speakern.

Die Akkulaufzeit wurde allerdings von 20 auf 30 Stunden pro Ladung erhöht. In meinen Tests habe ich diesen Wert allerdings nicht ganz erreicht, dazu gleich mehr.

Bahnbrechend neu ist das Design nicht, im Grunde ist es das gleiche wie zuvor. Wenn du den Look des älteren Middleton mochtest, dürftest du auch diesmal zufrieden sein.

Sound und Performance

Marshall Middleton II im Test

(Image credit: Future)

Wenn das Design extrem vertraut wirkt und sich bei den Features nicht viel getan hat, kommt es umso mehr darauf an, wie sich der Speaker im Alltag schlägt. Ehrlich gesagt fiel es mir schwer, klare Unterschiede zum Vorjahresmodell auszumachen. Das ist aber nichts Schlechtes.

Beim Sound liefert der Middleton II für seine Größe und sein Gewicht ordentlich Power. Auf maximaler Lautstärke kann er wirklich sehr laut werden. Marshall hat das Tuning aber so gut hinbekommen, dass das in den meisten Situationen gar nicht nötig ist.

Marshall steht für einen ausdrucksstarken, warmen Klang – genau das bekommst du hier auch. Rock macht darauf besonders Spaß, etwa mit Born to Run von Bruce Springsteen. Aber auch mit anderen Genres kommt der Speaker bestens klar – von aktuellen Releases wie dem neuesten Album von Rosalía bis hin zu älterem, weniger trendigem Material.

Die Unterschiede zwischen den Generationen sind sehr subtil. Als echte Neuerung sticht vor allem Auracast hervor, das das neue Modell zukunftssicherer macht, wenn es ums Gruppieren der Wiedergabe geht.

Abseits vom Sound gibt’s tatsächlich spürbar mehr Akkulaufzeit, auch wenn ich die angegebenen 30 Stunden nicht ganz erreicht habe. Dafür dürfte ein sehr moderater Lautstärkepegel nötig sein.

Ich bleibe außerdem dabei: In dieser Preisklasse würde WLAN den Speaker deutlich flexibler machen, gerade zu Hause. Für unterwegs ist er ideal, durch die Bluetooth-Exklusivität fehlen aber schlicht einige Anschluss- und Integrationsoptionen.

Das zusätzliche Mikrofon wird keine Kaufwelle auslösen, sorgt aber dafür, dass du bei Anrufen nicht sofort die Ausgänge umstellen musst. Praktisch ist das auf jeden Fall, auch wenn deine Stimme beim Gegenüber nicht glasklar ankommt.

In puncto Robustheit bleibt es bei der bekannten IP67-Zertifizierung. Damit ist der Speaker problemlos outdoor-tauglich, auch bei schlechtem Wetter. Spannend und ein bisschen nischig: Die zweite Generation schwimmt tatsächlich an der Wasseroberfläche, trotz ihres Gewichts. Das sorgt für extra Sicherheit bei der nächsten Pool-Party.

Marshall Middleton II im Test: Unser Testurteil

Marshall Middleton II im Test

(Image credit: Future)

Der Middleton II ist ein sehr kleines Update gegenüber dem Vorgänger. Vieles unterscheidet ihn nicht wirklich vom letzten Middleton. Da der Preis des Vorgängers weiter fällt, ist dessen größter Konkurrent aktuell wohl der Middleton selbst.

Wenn du Marshalls Marke und Design magst, bekommst du hier genau das, was du erwartest – und richtig guten Sound obendrauf. Das hohe Gewicht ist nicht so meins, aber wer etwas mit Substanz in der Hand will, sieht das vielleicht anders. Die bessere Akkulaufzeit spricht ohnehin für sich.

Weitere Optionen

Wie erwähnt bekommst du den ersten Middleton weiterhin problemlos und meist sogar günstiger als den Middleton II. Für mich bleibt er damit aktuell die sinnvollere Wahl.

Wenn du einen besser klingenden Speaker mit deutlich mehr Flexibilität suchst, lohnt sich ein Blick auf den Sonos Move 2. Er funktioniert sowohl unterwegs als auch zu Hause richtig gut und lässt sich dort einfach auf der Ladeschale ins Setup integrieren.

Max Freeman-Mills
Staff Writer, Tech

Max is T3's Staff Writer for the Tech section – with years of experience reporting on tech and entertainment. He's also a gaming expert, both with the games themselves and in testing accessories and consoles, having previously flexed that expertise at Pocket-lint as a features editor.

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