Insta360 GO Ultra im Test: Die vielseitigste Mini Action Kamera bisher
4K 60fps, bessere Low Light Performance und ein modulares Design machen sie zur bislang leistungsfähigsten GO
Die Insta360 GO Ultra liefert beeindruckende Leistung in einem winzigen, modularen Gehäuse. Mit 4K60 Video, dem PureVideo Low Light Modus und deutlich besserer Akkulaufzeit sowie mehr Flexibilität beim Speicher ist sie eindeutig die bisher stärkste GO. Sie ist schwerer und teurer als die GO 3S, aber wenn du als Creator:in scharfe POV Aufnahmen und maximale kreative Freiheit suchst, ist dieses Mini Kraftpaket kaum zu schlagen.
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4K Video mit 60 fps
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Lange Akkulaufzeit und schnelles Laden
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Kompakte Kameraeinheit
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Austauschbarer Speicher
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4K Active HDR und PureVideo Modi
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Speicherkarte lässt sich etwas fummelig einsetzen
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Größere Kameraeinheit als bei der GO 3S
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Schwerer als die GO 3S
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Wärmeprobleme bestehen weiterhin
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Bilal Fahmi
Ich berichte oft über die Marke, und das aus gutem Grund. Insta360 hat gerade die neueste Iteration seiner GO Serie angekündigt, die GO Ultra. Als Nachfolgerin der 4K fähigen Insta360 GO 3S bringt das neue Modell zahlreiche Verbesserungen mit, von einem größeren Sensor und längerer Akkulaufzeit bis hin zu flüssigeren Aufnahmen und besserer Low Light Performance.
Die Kamera richtet sich klar an Content Creator:innen, die bereit sind, für bessere Bildqualität etwas mehr zu zahlen und die GO Ultra für mehr als nur einfache Action Cam Aufnahmen nutzen möchten. Natürlich und wie zu erwarten macht die neue Insta360 die Bearbeitung ihrer Aufnahmen für alle zugänglicher, nicht nur für Profis.
Ist die Insta360 GO Ultra die beste Action Kamera für Content Creator:innen? Kommt drauf an. Ich kenne viele Runfluencer:innen, die GO Kameras nutzen, aber es gibt auch Vorbehalte, besonders wenn man längere Aufnahmen in höheren Auflösungen oder mit hohen Framerates machen möchte.
Außerdem lässt sich argumentieren, dass die GO 3S für die meisten Nutzer:innen mehr als genug Funktionen bietet, wodurch die GO Ultra weiterhin ein Nischenangebot der Marke bleibt. Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass die neue Kamera – wie viele andere Produkte des Unternehmens – richtig Spaß macht und zum Experimentieren einlädt.
Insta360 GO Ultra im Test
Preis und Verfügbarkeit
Die GO Ultra wurde im August 2025 angekündigt und ist jetzt direkt bei Insta360 zum empfohlenen Preis von 429 Euro erhältlich. Das gilt für das Standard Bundle, das die Insta360 GO Ultra, ein Quick Release Safety Cord, einen Magnet Pendant, einen Magnetic Easy Clip, ein USB C Kabel und einen Lens Guard enthält.
Für das Creator Bundle musst du etwas tiefer in die Tasche greifen. Preislich liegt es bei 479 Euro und bietet zusätzlich zum Standard Bundle ein Mini 2 in 1 Tripod 2.0, eine Quick Release Mount und einen Pivot Stand.
Zum Vergleich: Der Einstiegspreis der Insta360 GO 3S lag im letzten Jahr bei 399,99 Euro für das Standard Bundle mit 64 GB. Aktuell wird sie für 329 Euro angeboten.
Spezifikationen
- Fotoauflösung: Bis zu 50 MP (8192 × 6144, 4:3)
- Videoauflösung: Bis zu 4K 60fps (16:9)
- Sensorgröße: 1/1,28 Zoll
- Blende: f/2,85
- Max. Sichtfeld: 156 Grad
- Gewicht (nur Kameraeinheit): 53 g
- Gesamtgewicht (GO Ultra + Pod): 161 g
- Abmessungen: 46 × 45,7 × 18,3 mm
- Laufzeit: 70 Minuten (Standalone-Kamera), 200 Minuten (mit Action Pod)
- Laden: 0 bis 80 Prozent in 12 Minuten (nur Kamera), 18 Minuten mit Action Pod
- Display: 2,5 Zoll klappbares Touchdisplay am Action Pod
Design und Verarbeitungsqualität
Insta360 hat seine Designsprache für Action Kameras inzwischen klar gefunden, und die GO Ultra sieht dementsprechend unverkennbar nach einer GO aus. Die Kameraeinheit ist größer und die Abmessungen sind nicht ganz identisch, doch man erkennt sofort, dass es sich dabei um eine GO Kamera handelt.
Action Pod
Das schwarze Action Pod ähnelt der GO 3S auffällig, mit einer großen Aufnahmetaste oben und den beiden Tasten Ein/Aus und Quick Action an der Seite. Die Kamera Freigabetaste wurde leicht versetzt, genauso wie das Mikrofon, das jetzt auf derselben Seite wie die Freigabetaste sitzt.
Das Action Pod ist mit 108 Gramm statt 96 Gramm größer und schwerer als zuvor und beherbergt ein größeres 2,5-Zoll-Klappdisplay. Auch das Scharnier wurde überarbeitet, wirkt mechanisch aber ähnlich. Durch die neuen Abmessungen nutzt die GO Ultra andere Mounts als ihr Vorgänger.
Zum Beispiel klemmt die optionale Schnellverschluss Halterung jetzt in den Boden des Pods, statt wie bei der GO 3S an den Kanten. Auch das mitgelieferte Pendant Zubehör wurde überarbeitet und unterstützt nun eine verstellbare Neigung. So können Nutzer:innen den Kamerawinkel für eine schmeichelhaftere Perspektive feinjustieren.
Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied zwischen dem Action Pod der GO 3S und dem der GO Ultra ist der DSLR ähnliche Griff auf der rechten Seite. Das lederähnliche Material macht die Kamera spürbar angenehmer zu halten und sieht zudem gut aus.




Kameraeinheit
Die GO Ultra – also die Kameraeinheit selbst – hat deutliche Änderungen erfahren. Sie ist mit 53 Gramm statt 39 Gramm größer und schwerer als zuvor und kommt jetzt in einer eher quadratischen Form statt der pillenförmigen Bauweise der GO 3S.
Sie ist jedoch dünner und wirkt trotz des größeren Gewichts und der neuen Abmessungen immer noch recht zierlich. Außerdem gibt es zwei LEDs, eine an der Vorderseite und eine an der oberen Kante, die dabei helfen sollen, die Ausrichtung der GO Ultra zu erkennen.
Wenn das Licht an der Oberkante leuchtet, filmt die Kamera im Horizontalmodus. Wenn die seitliche LED aktiv ist, befindet sie sich im Vertikalmodus. Das ist simpel, aber ich würde mir wünschen, dass Insta360 es noch eindeutiger macht. Zum Beispiel, indem sie „vertical“ und „horizontal“ direkt auf die Kanten drucken. Dann würde man auf einen Blick sehen, in welchem Modus die GO Ultra gerade ist.
(Die Akkulaufzeit hat sich ebenfalls verbessert, aber darauf gehe ich weiter unten noch genauer ein.)



Die Sensorgröße wurde auf 1/1.28 Zoll erhöht, zuvor 1/1.23 Zoll, und das Sichtfeld ist mit 156 Grad etwas größer als die bisherigen 150 Grad. Die Blende bleibt bei f/2.85, aber durch den größeren Sensor und den neuen PureVideo Modus, mehr dazu weiter unten, hat sich die Low Light Performance verbessert.
Ein großes Update ist, dass die GO Ultra jetzt externe MicroSD Karten unterstützt. Diese können direkt an der Kamera gewechselt werden, was Ausfallzeiten beim Filmen reduziert. Das Einsetzen ist etwas fummelig, vor allem für Nutzer:innen mit großen Händen wie mich. Ich musste mit dem Fingernagel ziemlich kräftig drücken, bis die Karte einrastete. Sobald man den Dreh raus hat, ist es aber in Ordnung.
Funktionen
Insta360 Kameras sind extrem funktionsreich. Die GO Ultra bietet entsprechend die meisten Aufnahmemodi, die man von der Marke erwartet. Dazu gehören Standardvideo mit bis zu 4K bei 60 fps, 2.7K bei 120 fps und 1080p bei 240 fps, FreeFrame Video, mit dem du erst filmst und später neu rahmst, Timeshift, Timelapse und Starlapse, Loop Aufnahme als Dashcam Modus, Zeitlupe sowie Burst und Intervall Fotomodi.
Darüber hinaus kann die GO Ultra dank des größeren Sensors 50 MP Stills aufnehmen (8192 × 6144, 4:3) – ein großer Sprung gegenüber den 4000 × 2250 Pixeln der GO 3S. Auch die Video Framerate wurde, wie oben erwähnt, erhöht: von 4K mit 30 fps auf 4K mit 60 fps.
Der Active HDR Modus wurde ebenfalls verbessert. Der GO Ultra wird zugeschrieben, einen größeren Dynamikumfang einzufangen und Highlights sowie Schatten in schwierigen Lichtverhältnissen besser auszubalancieren. Für diesen Modus musst du die Bildrate auf 30 fps in 4K reduzieren, aber er hilft spürbar dabei, Datenverluste in sehr dunklen oder sehr hellen Bildbereichen zu vermeiden.
Der Low Light Modus hat ebenfalls einen großen Schub bekommen, dank der Einbindung des PureShot Modus, der von der Insta360 X5 stammt und über die Insta360 Ace Pro 2 hier gelandet ist. PureVideo ist ein dedizierter Low Light Video Modus, der von KI unterstützt wird und hellere, klarere und rauschärmere Aufnahmen liefern soll. Auch hier ist die Bildrate auf 4K mit 30 fps begrenzt.
Ein weiteres Feature, das aus der Ace Serie übernommen wurde, sind die verschiedenen Filter und Porträtverbesserungen. Dazu gehören die Filter „Glow“ und „Selfie“, die auf Hauttöne und eine verstärkte Umgebungsfarbwirkung abgestimmt sind. Außerdem gibt es smarte In Camera Porträtfunktionen, die Hauttöne und Gesichtsdetails direkt in der Kamera verbessern, ganz ohne Nachbearbeitung.
Leistung
Das eigentliche Limit ist deine Kreativität. Die GO Ultra ist klein, bis 10 Meter IPX8 wasserdicht, hat einen großen Sensor, einen KI unterstützten Chip und viele Aufnahmemodi. Wenn du dir eine Szene vorstellen kannst, kannst du sie mit dieser Kamera ziemlich sicher auch umsetzen.
Ich habe die GO Ultra beim Schwimmen, Erkunden und sogar bei Workouts benutzt. Mit dem passenden Zubehör sind die Möglichkeiten riesig. Die Aufnahmen wirken scharf und lebendig, und dank der höheren Bildrate und des größeren Sensors kannst du deine Videos sogar auf einem 60 Zoll Smart TV anschauen – und sie sehen immer noch gut aus.
Die GO Ultra hat im Grunde die gleichen Schwächen wie andere Action Kameras. Das starke Weitwinkel eignet sich vor allem für POV Aufnahmen und Landschaften. Motive, die näher als etwa ein Meter sind, wirken oft recht flach, weil die Schärfentiefe gering ist und die Kamera viel digital ausgleicht.
Die GO Ultra ist am stärksten, wenn es um ungewöhnliche Perspektiven geht, zum Beispiel in einem Glas Wasser oder im Toaster. Auch klassische Actionshots wie beim Mountainbiken würden damit super aussehen. Dafür braucht es aber keine GO Kamera, denn das schafft im Grunde jede Action Cam wie eine GoPro.
Ich habe das Pendant, das optionale Easy Clip Headband und jede magnetische Oberfläche genutzt, die ich finden konnte, um den Großteil meines Materials aufzunehmen. Durch das weite Sichtfeld und die Position des Headbands wirken viele Aufnahmen so, als wäre ich deutlich größer, als ich bin. In Wirklichkeit bin ich 1.85 Meter groß.
Das Pendant liefert einen besseren Winkel, eignet sich aber nicht für heftige Bewegungen. Dabei würde das Material schnell verwackeln, weil die Kamera auf der Brust auf und ab springt. Fürs Gehen und entspanntes Herumlaufen ist es jedoch die beste Option.




Eine Sache, die ich mir gewünscht hätte, ist die Möglichkeit, vertikale Videos direkt mit der GO Ultra im Action Pod aufzunehmen. Das quadratische Kameragehäuse würde es eigentlich erlauben, sie einfach um 90 Grad im Pod zu drehen. Stattdessen muss man die ganze Kamera drehen und im Zweifel sogar eine zusätzliche Halterung nutzen, wenn man vertikal filmen will.
Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeit war eine der größten Beschwerden bei früheren GO Modellen, und Insta360 hat dieses Feedback offenbar ernst genommen. Die GO Ultra bietet im Vergleich zur GO 3S eine spürbar bessere Laufzeit und lädt auch schneller.
Die Stand alone Kamera hält jetzt bis zu 70 Minuten durch, fast doppelt so lange wie die 38 Minuten der GO 3S. Zusammen mit dem Action Pod kommt man auf beeindruckende 200 Minuten Aufnahmezeit, bevor nachgeladen werden muss.
Auch das Laden hat ein großes Upgrade bekommen. Dank eines neuen Stacked Polymer Akkudesigns erreicht die GO Ultra in nur 12 Minuten 80 Prozent, wenn man nur die Kamera lädt, oder 18 Minuten mit Action Pod. Das ist etwa doppelt so schnell wie bei der GO 3S, die 23 Minuten für die Kamera und ganze 47 Minuten mit Pod gebraucht hat, um denselben Wert zu erreichen.
Während meiner Tests verbrauchte die GO Ultra bei rund 10 Minuten 4K mit 60 fps ungefähr 20 Prozent Akku, wenn sie ohne Action Pod lief. Wärme spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Je wärmer die Kamera wird, desto schneller entlädt sich der Akku.
Es könnte für Insta360 sinnvoll sein, sich die Oberfläche der kompakten GoPro Hero anzuschauen. Sie hat eine stärker strukturierte, geriffelte Außenfläche, die die Wärmeableitung verbessert. Ein ähnlicher Ansatz bei der GO Ultra könnte Überhitzungsprobleme bei höheren Frameraten und Auflösungen verringern.
Fazit
Es ist gleichzeitig extrem einfach und ziemlich schwierig, die GO Ultra zu empfehlen. Sie ist eine brillante kleine Action Kamera, die kaum teurer ist als ihr Vorgänger zum vollen Preis, aber viele Verbesserungen bietet. Dazu gehören eine längere Akkulaufzeit und deutlich schärfere, hochauflösendere Videos und Fotos.
Auf der anderen Seite wurde die GO 3S erst vor einem Jahr veröffentlicht, und viele nutzen immer noch zufrieden ihre GO 2. Viele hatten nicht einmal auf die GO 3 gewechselt, geschweige denn auf die 3S. Ich schätze sehr, dass Insta360 darauf achtet, jede neue Version als echten Fortschritt und nicht nur als kosmetische Überarbeitung zu entwickeln. Trotzdem ist das Veröffentlichungstempo enorm.
Natürlich muss man bedenken, dass die Marke noch einen Weg vor sich hat, um sich als erste Anlaufstelle für Action Kameras zu etablieren, statt nur als Lieblingsmarke für 360 Grad Kameras zu gelten. DJI scheint in Japan aktuell die Top Action Cam Marke zu sein, auch wenn das durch den Erfolg des Osmo Pocket 3 begünstigt sein könnte. In den USA dominiert GoPro weiterhin.
Eine Möglichkeit, wie innovative chinesische Unternehmen wie Insta360 dieses Problem angehen, ist Marktsättigung. DJI macht das mit seinen Drohnen, und Insta360 ist mit seinen vielen Produkten auf dem besten Weg, das Gleiche bei Action Cams zu erreichen. Die Marke dominiert bereits den 360 Grad Bereich mit der X Serie, und die Ace Pro 2 ist ein echter Rivale der GoPro Hero.
Die GO Serie ist bei Creator:innen beliebt, und mit der GO Ultra legt Insta360 erneut nach. Vielleicht wirkt sie wie ein Produkt für eine kleine Nische, also für semiprofessionelle oder ambitionierte Amateur-Content Creator:innen. In Wahrheit gibt es davon heute jedoch immer mehr.
Brauchst du die Insta360 GO Ultra? Wenn du dich bei deiner smartphonebasierten Content Erstellung eingeschränkt fühlst, wirst du sie lieben. Sie ist deutlich günstiger als ein neues iPhone und kann zwar nicht telefonieren, aber sie wird deine Kreativität in hoher Auflösung garantiert freisetzen.

Matt Kollat is a journalist and content creator for T3.com and T3 Magazine, where he works as Active Editor. His areas of expertise include wearables, drones, action cameras, fitness equipment, nutrition and outdoor gear. He joined T3 in 2019.
His work has also appeared on TechRadar and Fit&Well, and he has collaborated with creators such as Garage Gym Reviews. Matt has served as a judge for multiple industry awards, including the ESSNAwards. When he isn’t running, cycling or testing new kit, he’s usually roaming the countryside with a camera or experimenting with new audio and video gear.