DJI Osmo Action 6 Test: Ist DJIs fortschrittlichste Action-Cam ihr Geld wert?
Eine funktionsreiche Action-Cam mit starken Low-Light-Fähigkeiten, smarter Optik und austauschbaren Objektiven, die die Serie klar in den Profi-Bereich hebt
Die DJI Osmo Action 6 ist ein deutlicher Schritt nach vorn: Der neue quadratische Sensor in Kombination mit einer variablen Blende sorgt für bessere Low-Light-Aufnahmen. Die austauschbaren Objektive und das robuste Design verleihen ihr einen professionelleren Anspruch, während die Akkulaufzeit weiterhin überzeugt. Eine smarte, flexible und äußerst leistungsfähige Action-Cam für Einsteiger*innen bis Profis.
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Starke Low-Light-Performance
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Austauschbare Objektive für mehr kreative Freiheit
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Variable Blende für bessere Leistung bei wenig Licht
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Lange Akkulaufzeit
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Exzellente 4K-by-4K-Videoqualität
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Kein Focus Peaking
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Etwas schwerer als der Vorgänger
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Makro-Fokus erfordert etwas Übung
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Immer noch kein GPS
Warum können Sie T3 vertrauen?
Kerstin Findeisen
Der Staub hat sich nach dem DJI-Neo-2-Launch kaum gelegt, da legt die Marke schon mit dem nächsten großen Release nach. Dem Nachfolger der DJI Osmo Action 5 Pro, die erst im September 2024 erschienen ist. Trotz des vergleichsweise kurzen Abstands bringt die Osmo Action 6 eine ganze Reihe spannender Neuerungen mit – darunter eine variable Blende, ein echtes Novum bei Action-Cams.
Ich greife ungern vor, aber man kann ziemlich sicher sagen: Die Action 6 gehört aktuell zu den besten Action-Cams überhaupt. Ich mochte bereits das Vorgängermodell sehr, und die neue Version ist in fast jeder Hinsicht besser (abgesehen von der Akkulaufzeit, die vorher aber schon beeindruckend war).
DJI hat sich bei GoPros Design ein wenig inspirieren lassen und zwei neue Objektivaufsätze eingeführt – das Makroobjektiv und das FOV Boost Objektiv. Womit die Action 6 klar auf professionelle Nutzer*innen abzielt. Möglich wird das auch, weil die brandneue DJI Nano eine Einsteiger-Option bietet und DJI die Action-Serie so insgesamt eine Stufe höher positionieren kann, sowohl bei der Performance als auch bei den Features.
Die variable Blende ist technisch wirklich beeindruckend, aber du solltest nicht erwarten, dass Footage plötzlich wie mit einer Fujifilm-Kamera aufgenommen aussieht. Die größere f/2.0-Öffnung lässt deutlich mehr Licht hinein, was Nachtaufnahmen sichtbar ruhiger wirken lässt – aber die Tiefenschärfe kommt schlicht nicht an größere Kameras heran, allein schon wegen des kleineren Sensors und des kompakten optischen Aufbaus. Ich sage das nur, um die Erwartungen etwas einzuordnen.
Die Osmo Action 6 bringt eine Menge beeindruckende Technik mit – höchste Zeit, einen genaueren Blick darauf zu werfen.
DJI Osmo Action 6 im Test
Preis und Verfügbarkeit
Die DJI Osmo Action 6 wurde am 18. November 2025 für 379 Euro als Standard Combo und 479 Euro als Adventure Combo vorgestellt. Beide Versionen sind ab sofort über DJI und den regulären Handel erhältlich. Damit liegt die Kamera klar im mittleren bis oberen Preissegment für Action-Cams, bleibt aber unter den Top-Preisen anderer Hersteller.
Die Osmo Action 5 Pro kostet aktuell in Deutschland rund 289 Euro für die Standard Combo, was den üblichen Preisrückgang nach dem Launch einer neuen Generation widerspiegelt. Damit liegt das Vorgängermodell deutlich unter der Osmo Action 6 und ist eine günstigere Option für alle, die nicht alle neuen Features benötigen (solange der Vorrat reicht).
Zum Vergleich: Die GoPro GoPro Hero 13 Black bekommt man derzeit für 319,99 Euro in Deutschland, je nach Händleraktion. Damit ist das aktuelle GoPro-Modell etwas günstiger als die Osmo Action 6 zum Launch-Preis. Die Insta360 Ace Pro 2 liegt mit rund 359 Euro darüber und positioniert sich damit ebenfalls als eher hochpreisige Alternative auf dem Markt.
Design und Verarbeitungsqualität
DJI hat die Osmo Action 6 zu einer robusteren und technisch ambitionierteren Kamera weiterentwickelt, während sie in Größe und Handling den gewohnten Eindruck bewahrt. Das neue Modell misst 72,8 × 47,2 × 33,1 mm und wiegt 149 g, damit etwas mehr als die 145 g der Action 5 Pro.
Ein Großteil des zusätzlichen Gewichts geht auf das neu konstruierte Objektivgehäuse zurück, das nun einen variablen Blendenmechanismus und eine neue Serie austauschbarer Frontlinsen unterstützt. Die optische Einheit der Kamera wurde von Grund auf überarbeitet, um diese Features unterzubringen, wodurch der vordere Bereich dichter und robuster als beim Vorgängermodell ist.
Das austauschbare Objektivsystem stellt eine der größten physischen Veränderungen der Action-Serie dar. DJI bietet jetzt mit Macro Lens ein Makroobjektiv an, das die minimale Fokussierdistanz auf etwa 20 Zentimeter reduziert.
Der manuelle Fokusring des Makroobjektivs
Das Makroobjektiv verfügt über einen manuellen Fokusring, was ein nettes Detail ist. Allerdings gibt es bei der Action 6 noch kein Fokus-Peaking, wodurch es schwierig ist zu erkennen, wo genau der Fokus auf den kleinen Displays der Action-Cam liegt. Die GoPro Hero 13 Black bietet dieses Feature, und ich bin sicher, dass DJI es später per Software-Update nachreichen wird. Bis dahin muss man sich darauf verlassen, dass der Fokus dort sitzt, wo man ihn haben möchte.
Die andere neue Ergänzung ist das FOV-Boost-Objektiv, das das native Sichtfeld von 155° auf 182° erweitert. Genau wie beim Makroobjektiv lässt es sich werkzeuglos wechseln. Zum Vergleich: Die Hero 13 Black mit dem Max Lens Mod 2.0 erreicht ein maximales Sichtfeld von 177°, während die Insta360 Ace Pro 2 mit ihrem Standardobjektiv auf 157° kommt.
FOV Boost Lens
Die verstärkte optische Halterung sorgt dafür, dass die variable Blende zuverlässig arbeitet und gleichzeitig eine luftdichte Versiegelung für den Einsatz unter Wasser gewährleistet ist. Das ist besonders wichtig, da die Kamera Tiefen von bis zu 20 Metern ohne Gehäuse aushält.
Der Hauptkörper behält das vertraute rechteckige Profil von DJI bei, wirkt aber insgesamt robuster und besser abgedichtet. Die Wasserdichtigkeit wird durch eine verbesserte interne Druckmessung unterstützt, die genauere Angaben zu Unterwassertiefe und -dauer liefert.
Die Action 6 ist zudem kältebeständig bis –20 °C (–4 °F), und das verstärkte Gehäuse schützt den neuen quadratischen 1/1,1-Zoll-Sensor im Inneren, der bis zu 13,5 Blendenstufen Dynamikumfang bietet. Die beiden Touchscreens bleiben erhalten, wobei das hintere Display im Gegensatz zur Insta360 Ace Pro 2 nicht klappbar ist.
Eine spürbare physische Verbesserung bringt das aktualisierte magnetische Befestigungssystem mit sich. Die Action 5 Pro konnte nur in einer einzigen Ausrichtung an DJIs Schnellwechselhalterung angebracht werden, was die schnelle Neupositionierung der Kamera einschränkte.
Die Action 6 unterstützt nun sowohl die Vorwärts- als auch die Rückwärtsmontage, sodass sich die Kamerarichtung wechseln lässt, ohne die Halterung zu tauschen. Diese kleine mechanische Änderung hat einen großen praktischen Effekt beim Filmen, insbesondere bei Aktivitäten wie Radfahren oder Skifahren, bei denen schnelles Umpositionieren wichtig ist.
Features und Videoleistung
Die Osmo Action 6 ist DJIs bislang ambitioniertester Schritt in Sachen Bildqualität und wird vor allem durch die Einführung einer variablen Blende möglich, die das Verhalten einer Action-Cam bei schwierigen Lichtverhältnissen grundlegend verändert. Dieses neue System erlaubt es der Kamera, je nach Szene zwischen f/2,0 und f/4,0 zu wechseln, was eine deutlich bessere Kontrolle über Lichteinfall und Tiefenschärfe ermöglicht.
Bei der weitesten Einstellung von f/2,0 wird die Lichtmenge im Vergleich zur Action 5 Pro verdoppelt, was die Low-Light-Fähigkeiten sofort verbessert, Rauschen reduziert und gleichzeitig eine Belichtungsstabilität gewährleistet, die die Bildstabilisierung unterstützt.
Die DJI Osmo 360 verfügt über herausragende Low-Light-Fähigkeiten, und die Osmo Action 6 hat den „Supernight“-Modus übernommen, der Nachtaufnahmen im Grunde in Tageslicht verwandelt. Mit der größeren Blendenöffnung funktioniert das sogar noch besser, da sie deutlich mehr Licht einlässt.
Die Blende passt sich zudem dynamisch an. Für Vlog-Aufnahmen kann die Kamera die Blende bis auf f/4,0 schließen, um das Motiv auch bei kurzer Distanz scharf zu halten, was zusätzlich durch die überarbeitete Optik unterstützt wird, die den Mindestfokusabstand auf 20 Zentimeter reduziert.
Man kommt kaum umhin, ein wenig über Physik zu sprechen, um zu verstehen, was die unterschiedlichen Brennweiten bedeuten. DJI erklärt, dass bei der vorherigen Action-Cam-Generation mit einem 1/1,3-Zoll-Sensor und einer Blende von f/2,28 das Design bereits die physikalischen Grenzen dessen erreicht hatte, was möglich war, während gleichzeitig eine universelle Tiefenschärfekontrolle erhalten blieb.
Um eine größere Blende bei gleichzeitig relativ kurzem Fokussierabstand zu ermöglichen, musste DJI die Sensorgröße erhöhen – andernfalls hätte der Fokussierabstand bei der größeren Blende stark zugenommen.
Der dynamische Wechsel ermöglicht es der Osmo Action 6, das Beste aus beiden Welten zu bieten, mehr Licht bei Low-Light-Bedingungen einzufangen und gleichzeitig den vergleichsweise kurzen Mindestfokusabstand im Selfie-Modus beizubehalten – ein immer wichtigeres Feature im Zeitalter von Social Media und Vlogging.
Bei eingestellter Blende auf f/4,0 kann die Kamera einen „Starburst“-Effekt um Lichtpunkte erzeugen, dank der Blendenlamellen. Es ist nicht ganz das weiche Bokeh, das man bei spiegellosen Kameras oder DSLRs bekommt, eröffnet aber neue kreative Möglichkeiten, insbesondere bei Low-Light-Aufnahmen.
Der größere quadratische Sensor ermöglicht 4K×4K-Aufnahmen, sodass man einmal filmt und sowohl Quer- als auch Hochformatvideos extrahieren kann, ohne Schärfe oder Sichtfeld zu verlieren. Dieses Format reduziert außerdem das Zuschneiden bei HorizonSteady und anderen Stabilisationsfunktionen, sodass Aufnahmen mit viel Bewegung sauberer und filmischer wirken.
Auch die Zeitlupenleistung wurde verbessert. Die Kamera unterstützt 4K/120 fps-Aufnahmen und kann extrem flüssige 1080p-Superzeitlupe erzeugen, indem sie Frames intelligent interpoliert. Weitere Features wie Objektverfolgung, 2× verlustfreier Zoom und die Verarbeitung des natürlichen Weitwinkel-Sichtfelds runden das kreative Werkzeugset der Kamera ab.
Akkulaufzeit und Laden
Trotz des neuen Systems mit variabler Blende, des größeren 1/1,1-Zoll-Quadratsensors und der neu gestalteten Optik hat DJI die Akkulaufzeit auf einem Niveau gehalten, das mit konkurrierenden Modellen mithalten kann oder diese sogar übertrifft. Offiziell erreicht die Osmo Action 6 bis zu vier Stunden Laufzeit unter kontrollierten Bedingungen (1080p@24 fps (16:9) Video mit RockSteady aktiviert).
Die Kamera verwendet die gleiche Akkuplattform wie die Action-Serie, was bestehenden DJI-Nutzern, die bereits mehrere Akkus besitzen, den Umgang erleichtert. Diese Kompatibilität ist ein strategischer Vorteil, besonders für alle, die für lange Aufnahmesessions auf einen Vorrat an Ersatzakkus angewiesen sind.
Die Akkulaufzeit des neuen Modells ist besonders beeindruckend, wenn man den größeren Sensor und die gestiegenen Anforderungen an die Verarbeitung berücksichtigt. Verbesserungen bei der Low-Light-Leistung, 4K-by-4K-Aufnahmen und die fortschrittliche Stabilisation ziehen normalerweise mehr Energie, doch dank effizienterer Hard- und Softwareprozesse bleibt die Akkulaufzeit dennoch konstant.
Mit Schnellladen kann die Action 6 in etwa 22 Minuten auf rund 80 % geladen werden, was das Zwischenladen zwischen Aufnahmesessions deutlich erleichtert. Die hohe Ladegeschwindigkeit ermöglicht es, die Kamera schnell wieder einsatzbereit zu machen, sodass man ohne lange Wartezeiten weiter filmen kann.
Die Multifunktionale Akkutasche ist im Adventure-Combo-Paket enthalten und kann das Laden zusätzlich beschleunigen. Wie zuvor ermöglicht dieses Zubehör, mehrere Akkus gleichzeitig zu laden und sie sicher in kalten Umgebungen zu lagern, wo die Leistung von Batterien sonst oft nachlässt.
Fazit
Die Osmo Action 6 wirkt wie der Moment, in dem DJI seine Action-Cam-Ambitionen endgültig auf den Punkt bringt. Die variable Blende ist das große Highlight – und auch wenn sie eine Action-Cam nicht plötzlich in eine spiegellose Kamera verwandelt, sorgt sie doch für spürbare Vorteile bei Low-Light-Aufnahmen und bietet mehr kreative Flexibilität. In Kombination mit dem neuen quadratischen Sensor, 4K-by-4K-Aufnahmen und der verbesserten Naheinstellgrenze liefert die Action 6 saubereres, vielseitigeres Material als jedes andere Modell der Serie zuvor.
Die neuen, austauschbaren Frontlinsen rücken die Kamera deutlich näher an ein Profi-Tool heran, und das überarbeitete Montagesystem sowie das verstärkte Gehäuse verleihen dem gesamten Gerät einen robusteren, hochwertigeren Charakter. Die Akkulaufzeit bleibt trotz der gestiegenen Verarbeitungsanforderungen stark, und dank Schnellladen lässt sich die Kamera an vollgepackten Drehtagen mühelos in Betrieb halten.
Perfekt ist sie nicht: Das fehlende Focus Peaking bremst das Potenzial der Makrolinse etwas aus, und manche Creator*innen dürften weiterhin zu GoPro greifen – allein wegen des deutlich umfangreicheren Zubehörs. Doch als Gesamtpaket ist die Osmo Action 6 ein herausragender Schritt nach vorn. DJI hat eine Kamera gebaut, die nicht nur ein kleines Upgrade gegenüber der Action 5 Pro ist, sondern spürbar leistungsfähiger, vielseitiger und einfach mehr Spaß in der Nutzung bietet. Das ist eine der besten Action-Cams, die man aktuell kaufen kann.

Matt Kollat is a journalist and content creator who works for T3.com and its magazine counterpart as an Active Editor. His areas of expertise include wearables, drones, fitness equipment, nutrition and outdoor gear. He joined T3 in 2019. His byline appears in several publications, including Techradar and Fit&Well, and more. Matt also collaborated with other content creators (e.g. Garage Gym Reviews) and judged many awards, such as the European Specialist Sports Nutrition Alliance's ESSNawards. When he isn't working out, running or cycling, you'll find him roaming the countryside and trying out new podcasting and content creation equipment.