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Sony Bravia 3 im Test: kräftige Farben, hoher Preis

Sonys TV-Portfolio hat sich in den letzten 24 Monaten stark verändert – lohnte sich das Warten?

Sony Bravia 3
(Bildnachweis: Future)
T3 Fazit

Der Sony Bravia 3 bietet ein starkes Google-TV-Erlebnis mit kräftigen Farben und Dolby Vision – und das in einem Einstiegsmodell. Dank Sonys Bildverarbeitung sieht vieles richtig gut aus, aber die verwendete Panel-Technologie hat klare Grenzen: starke Reflexionen, kaum Dimming und schwache Schwarzwerte. Zu diesem Preis hat es der Bravia 3 schwer, denn viele Konkurrenzmodelle bieten deutlich mehr Ausstattung für weniger Geld.

Pro
  • +

    Gute Farben

  • +

    Starke Upscaling-Leistung

  • +

    Flüssiges, aufgeräumtes Google-TV-Interface

Kontra
  • -

    Teuer für einen Direct-LED-TV

  • -

    Kein Local Dimming

  • -

    Nicht besonders hell

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Es ist kaum verwunderlich, wenn du bei Sonys TV-Range der letzten Jahre etwas den Überblick verloren hast. Sony war lange einer der prägendsten Player im TV-Markt und hat Highlights wie den Trinitron Wide, den ersten OLED-TV und Features wie Acoustic Surface hervorgebracht, bei dem die Displayoberfläche als Lautsprecher dient.

Irgendwann wurde es aber unübersichtlich. 2024 hat Sony die komplette Range neu sortiert und alles wieder unter dem Namen „Bravia“ zusammengefasst – nicht zum ersten Mal. Der Bravia 9 ist jetzt das neue Flaggschiff, der Bravia 3 das neue Einstiegsmodell.

Der Bravia 3 wurde 2024 angekündigt und ersetzt den X75WL, kam aber nicht in allen Regionen gleichzeitig auf den Markt. Deshalb taucht er im Vereinigten Königreich erst jetzt auf. Die Verwirrung ist also nachvollziehbar.

Aber wie schlägt sich der Bravia 3 im Vergleich zu einigen der besten Fernseher unter 1000 Euro? Genau das wollte ich herausfinden und hatte ihn dafür bei mir zu Hause getestet.

Wie viel kostet der Sony Bravia 3?

Der Sony Bravia 3 ist in allen gängigen Größen von 43 bis 85 Zoll erhältlich. Das 65-Zoll-Modell, das ich getestet habe, kostet 1.099 Euro – ein durchaus stolzer Preis für einen Einstiegs-LED-TV.

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Sony Bravia 3 Preise pro Größe (Launch-RRP)
Row 0 - Cell 0

UK £ GBP

US $ USD

AU $ AUD

EU € EUR

43 Zoll

£599

$599,99

AU$899

699 €

50 Zoll

£699

$699,99

AU$999

789 €

55 Zoll

£799

$849,99

AU$1.199

849 €

65 Zoll

£999

$999,99

AU$1.499

1.099 €

75 Zoll

£1.199

$1,299,99

AU$1.899

1.399 €

85 Zoll

£1.699

$1,799,99

AU$2.699

1.899 €

Es gibt zwar schon erste Rabatte, aber in dieser Preisklasse bieten viele andere Marken eine bessere Panel-Technologie.

Sony Bravia 3 im Test: Was ist neu?

  • Verbesserte Konnektivität für Gamer:innen
  • Freisprech-Google Assistant
  • Reduzierter Rahmen

Sony Bravia 3

(Image credit: Future / Chris Hall)

Nimmt man den Bravia 3 als direkten Nachfolger des X75WL, hat sich insgesamt nicht viel verändert. Sony hat aber ein paar Gaming-Funktionen nachgelegt.

Dazu gehören vier HDMI 2.1-Anschlüsse, wobei man bedenken muss, dass das Panel nur 60 Hz bietet. Die volle HDMI-2.1-Bandbreite bekommst du hier also nicht. ALLM ist vorhanden und der Input-Lag im Spielemodus ist niedrig. Vier HDMI-2.1-Ports sind in dieser Klasse selten, aber ohne 120-Hz-Support lässt sich das Potenzial nicht komplett nutzen.

Außerdem gibt’s besseres WLAN, ein Mikrofon für freihändigen Google Assistant und ein leicht überarbeitetes Design. Der breite Rahmen des X75WL ist einem etwas moderneren, schmaleren Look gewichen.

Der Bravia 3 bleibt ein Einstiegsmodell, bietet bei den größeren Größen ab 55 Zoll aber zwei Standfußpositionen, breit oder schmal, was die Platzwahl deutlich einfacher macht.

Wie ist die Bildqualität des Bravia 3?

  • Direct-LED-Display
  • 4K mit Dolby Atmos-Unterstützung
  • 60Hz Bildwiederholrate
  • 4K HDR Processor X1

Sony Bravia 3

(Image credit: Future / Chris Hall)

Der Bravia 3 setzt auf Direct-LED, eine Technik, die man heute vor allem im Budgetsegment findet. Es gibt zwar noch ein paar Edge-lit-Modelle wie das LG QNED80, doch Direct-Panels haben sie größtenteils verdrängt, da sich die Hintergrundbeleuchtung damit besser steuern lässt. Das erklärt auch ein Stück weit die Bautiefe des Bravia 3, ist in dieser Geräteklasse aber völlig normal.

Sony setzt hier nicht auf Quantum Dots, sondern auf „Triluminous“. Das Panel läuft unter dem Namen „Triluminous Pro“, bei dem Hardware und Software gemeinsam für kräftigere Farben sorgen. Und das funktioniert: Trotz Einstiegsmodell wirken die Farben lebendig und intensiv.

Trotzdem bleiben sie realistisch und schlagen nicht in übertriebene Sättigung um. Das kommt bei günstigen TVs nämlich gerne mal vor, wenn Hersteller die Farben künstlich pushen. In einer meiner Standard-Testsequenzen aus Guardians of the Galaxy sahen die verschiedenen Hauttöne natürlich aus und nicht so übersteuert, dass es unpassend wirkt – gerade bei einem Comic-Ursprung würde das besonders auffallen.

Sony Bravia 3

(Image credit: Future / Chris Hall)

Das Upscaling des Bravia 3 gehört zu seinen stärksten Punkten und basiert auf Sonys Erfahrung und dem integrierten Processor X1.

Das sorgt dafür, dass lineares Fernsehen über YouView (im UK) gut aussieht. Auch Brooklyn Nine-Nine, das auf Netflix nur in HD vorliegt, wirkt erstaunlich sauber.

In puncto High Dynamic Range liefert Dolby Vision die besten Ergebnisse, inklusive wählbarer heller und dunkler Modi. HDR10+ fehlt, was eher typisch für Samsung ist. Ich fand allerdings, dass die „Dark“-Option von Dolby Vision meist zu dunkel war – außer du sitzt wirklich in einem komplett abgedunkelten Raum.

Für den normalen TV-Alltag reicht die Bildqualität völlig aus, doch gibt es klare Schwächen bei dunklen Szenen. Ohne Local Dimming hat der Bravia 3 große Probleme mit dunklen Bereichen, weil die Hintergrundbeleuchtung überall gleich runterfährt. Das führt dazu, dass das „Schwarz“ eher wie ein sehr dunkles Blau aussieht. In schwach beleuchteten Räumen fällt das besonders auf: Die Letterbox-Balken werden nie richtig schwarz und in dunklen Szenen verschwimmen Details so stark, dass man kaum noch erkennt, was passiert.

Sony Bravia 3

(Image credit: Future / Chris Hall)

Dann sind da noch die Reflexionen. Der Bravia 3 kommt damit leider nicht gut zurecht und hat nicht die nötige Helligkeit, um sie wie ein Mini-LED-TV auszugleichen.

In hellen Räumen ist das sofort ein Problem, aber ich habe auch gemerkt, dass die Reflexionen selbst im Dunkeln stören können – zum Beispiel spiegelte sich der weiße Standfuß deutlich im Bild. Die begrenzte Helligkeit von etwa 450 Nits sorgt außerdem dafür, dass HDR kaum zur Geltung kommt. Highlights werden nicht richtig hell und wirken dadurch wenig beeindruckend.

Für einen Einstiegsfernseher ist das alles typisch und eigentlich zu erwarten, aber bei dem Preis des Bravia 3 bleibt die Leistung ein echter Knackpunkt.

Wie ist die Klangqualität des Bravia 3?

  • 20W‑Lautsprecher
  • Dolby Atmos‑ und DTS:X‑Unterstützung

Sony Bravia 3

(Image credit: Future / Chris Hall)

Günstige Fernseher leiden leider alle unter schlechtem Sound, und der Bravia 3 macht da keine Ausnahme. Viel gibt’s hier nicht zu loben, aber wenn du nur einen günstigen TV fürs Schlafzimmer suchst, reicht der Klang für normales Fernsehen wahrscheinlich aus.

Soll der Bravia 3 aber dein Hauptfernseher im Wohnzimmer sein, solltest du den Sound unbedingt mit einer Soundbar aufwerten. Selbst ein einfaches Modell bringt eine deutliche Verbesserung. Dolby Atmos und Formate wie DTS:X werden zwar unterstützt, aber die integrierten Lautsprecher können davon kaum profitieren.

Beim Test mit Ready Player One auf Blu-ray erschien zwar das Dolby-Atmos-Logo, doch der Klang war trotzdem komplett flach. Wenn du regelmäßig Filme schaust, solltest du dir auf jeden Fall eine Soundbar zulegen – das lohnt sich hier wirklich.

Sony Bravia 3 im Test: Bedienung und Menüs

  • Google TV
  • YouView (nur UK)
  • Zwei Fernbedienungen

Sony Bravia 3

(Image credit: Future / Chris Hall)

Sony setzt seit ein paar Jahren komplett auf Google TV und gehört nach wie vor zu den größten Nutzer*innen dieser Plattform. Google TV bietet die besten Streaming‑Services, ein vollständiges App-Angebot und die Möglichkeit, dich direkt mit deinem Google-Konto anzumelden. Dadurch bekommst du auch Chromecast-Support für kompatible Geräte wie Android-Phones oder den Chrome-Browser, und zusätzlich gibt es AirPlay-2-Unterstützung.

Der Google Assistant (bald durch Gemini ersetzt) ist ebenfalls dabei, inklusive freihändiger Sprachsteuerung, die in meinem Test zuverlässig funktionierte. Google TV kann außerdem auf deine Google-Home-Geräte zugreifen, sodass du zum Beispiel Kameras checken oder das Licht steuern kannst.

Google TV läuft in der Regel sehr flüssig, gelegentlich wird es aber etwas träge. Was mir gut gefällt: Die Oberfläche ist nicht mit Werbung zugemüllt – ein Problem, das Fire TV OS und LGs webOS immer stärker betrifft. Auch die „Weiter schauen“-Funktion ist hier in der Regel besser umgesetzt und zieht Vorschläge aus vielen Apps und Diensten zusammen.

Sony Bravia 3

(Image credit: Future / Chris Hall)

YouView (im Vereinigten Königreich) stellt die Unterstützung für Broadcast-TV bereit und verlinkt direkt zu den Catch-Up-Diensten. Schade ist, dass es kein Freely gibt, wie bei konkurrierenden Modellen von TCL und Hisense. Freely ermöglicht terrestrisches TV-Streaming über WLAN und macht es einfacher, einen Fernseher auch ohne Antenne flexibel zu platzieren.

Sony folgt außerdem Samsungs Vorbild und legt zwei Fernbedienungen bei: eine klassische mit vielen Tasten fürs lineare Fernsehen und eine schlankere Fernbedienung, die stärker auf Streaming ausgelegt ist. Ich fand die schlanke Fernbedienung angenehmer und habe sie deshalb fast immer genutzt.

Sony Bravia 3 im Test: Fazit

Sony Bravia 3

(Image credit: Future / Chris Hall)

Der Sony Bravia 3 ist ein Einstiegsfernseher, allerdings ohne Einstiegspreis. Das lässt die Frage offen, ob er das wirklich wert ist. Ja, das Upscaling ist gut, die Verarbeitung solide und die Farben machen Eindruck, aber in dieser Preisklasse gibt es Mini-LED-Modelle, die für weniger Geld ein deutlich besseres Bild liefern.

Die gute Nachricht ist, dass der Bravia 3 in einigen Regionen bereits reduziert angeboten wird. Ohne deutliche Preisnachlässe wäre es allerdings schwer, ihn zu empfehlen. Im Alltag ist der Fernseher angenehm und für viele Nutzer*innen wird die Bildqualität völlig ausreichen, aber bessere Optionen findest du anderswo.

Diese Modelle sind ebenfalls eine Überlegung wert

Der Bravia 3 ist ein Einstiegsfernseher mit Direct-LED-Panel, und deshalb gibt es Alternativen aus vielen Richtungen. Wenn du auf Google TV setzen möchtest, ist der TCL P8K deutlich günstiger und bietet 144-Hz-Unterstützung, was ihn für Gamer attraktiver macht.

Wenn du vor allem beste Bildqualität willst, liefert der Amazon Fire TV Omni Mini‑LED das bessere Display und liegt preislich ähnlich. Während der vielen Amazon-Aktionen ist er oft sogar günstiger. Auch er bietet 144 Hz und damit ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als der Bravia 3.

Chris Hall

Chris has been writing about consumer tech for over 15 years. Formerly the Editor-in-Chief of Pocket-lint, he's covered just about every product launched, witnessed the birth of Android, the evolution of 5G, and the drive towards electric cars. You name it and Chris has written about it, driven it or reviewed it. Now working as a freelance technology expert, Chris' experience sees him covering all aspects of smartphones, smart homes and anything else connected. Chris has been published in titles as diverse as Computer Active and Autocar, and regularly appears on BBC News, BBC Radio, Sky, Monocle and Times Radio. He was once even on The Apprentice... but we don't talk about that. 

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