Dachzelt de luxe: Dieser Luxus-Camper verwöhnt dich mit Fünf-Sterne-Komfort

Der Mercedes Marco Polo zeigt, wie luxuriös Vanlife sein kann

Mercedes-Benz Marco Polo
(Bildnachweis: Future)

Unter freiem Himmel zu schlafen klingt romantisch – bis du bei schlechtem Wetter versuchst ein Zelt aufzuschlagen. So sehr ich Camping liebe, ein Campervan ist inzwischen einfach verlockender. Nicht zuletzt wegen des festen Dachs über dem Kopf – und der Heizung.

Während die meisten beim Thema Camper sofort an den VW California denken, hat Mercedes schon seit 1976 eine eigene Lösung am Start. Das erste Modell entstand in Zusammenarbeit mit dem deutschen Ausbau-Spezialisten Westfalia und war eine Variante des Mercedes Sprinter namens James Cook.

Ebenfalls nach einem historischen Entdecker benannt, ist der Marco Polo eine Version des Vito- bzw. V-Class-Vans – ebenfalls ausgebaut von Westfalia, und das seit den 90ern. Heute gehört Westfalia zu Mercedes-Benz, und der aktuelle Marco Polo ist fest im Modellprogramm verankert.

Das 2025er Modell ist ein kompromisslos luxuriöser Camper, der jeden Stellplatz in eine exklusive Wohlfühloase verwandelt. Ich habe mir den neuesten Marco Polo für ein Wochenende geschnappt, um herauszufinden, wie er sich draußen in freier Wildbahn wirklich schlägt.

Mercedes-Benz Marco Polo

(Image credit: Future)

Glamping statt Camping

Von außen sieht der V-Class Marco Polo fast aus wie jeder andere V-Class. Auffallen tut er eigentlich nur durch das Aufstelldach und die Markise an der Seite, die im geschlossenen Zustand wie eine große Metallleiste wirkt. Das Testmodell kam in einem dezenten Stahlblau daher und wirkt im normalen Straßenbetrieb ziemlich unauffällig – jedenfalls bis du ihn in den Campingmodus bringst.

Innen zeigt der Marco Polo dann, was wirklich in ihm steckt. Hinten lässt sich die einzelne Sitzreihe aus beigefarbenem Lugano-Leder nach Bedarf vor- und zurückschieben, während die Küchenzeile an der Seite einen Kühlschrank, einen Zweiflammkocher und ein Spülbecken beherbergt – plus Stauraum für Kochgeschirr, Lebensmittel und Zubehör. Ein ausklappbarer Tisch lässt sich mittig im Innenraum positionieren, und die Vordersitze lassen sich drehen, sodass ein vollwertiges Vier-Personen-Wohnzimmer entsteht – inklusive einem edlem „Yachtdeck“-Holzboden.

Zum Schlafen fährst du das Aufstelldach elektrisch über das zentrale Bedienpanel hoch. Oben wartet ein gemütlicher Schlafbereich für zwei, während unten die Sitzbank nach vorne fährt und sich elektrisch in ein ebenes Bett verwandelt, zusammen mit der hinteren Ablagefläche. Theoretisch passen also vier Personen in den Van – praktisch wohl eher zwei Erwachsene plus Kinder. Wir waren zu zweit mit unserem Hund unterwegs, und ja: Es war kuschelig, aber definitiv bequem.

Mercedes-Benz Marco Polo

(Image credit: Future)

Alle getönten Heckscheiben sind mit herunterziehbaren Jalousien ausgestattet, um die Kabine abzudunkeln, während für die Frontscheiben thermische Blenden mit Saugnäpfen befestigt werden können – für Privatsphäre und zusätzliche Verdunkelung. Auch im Dachzelt gibt es Thermo-Abdeckungen, die bei kälterem Wetter helfen. Diese sorgen tatsächlich für gute Isolierung, selbst bei starkem Wind.

Für Licht im Heck sorgen sowohl Ambient-Beleuchtung als auch Spotlights, und ein separater Heißluftofen hält die Kabine auf angenehmer Temperatur – betrieben entweder über die Zusatzbatterie oder den Netzanschluss. Außerdem gibt es einen Wasseranschluss für die Spüle sowie eine Außendusche.

Die seitliche Markise wird manuell mit einer Kurbel ausgefahren und mit zwei Standbeinen gesichert, die im Boden verankert werden können – selbst bei fast stürmischem Wind hielt sie gut. Das ist ein optionales Zubehör, das zusätzlichen Platz und Schutz vor Regen bietet. Gleiches gilt für Tisch und Stühle, die sich im Kofferraumfach verstauen lassen.

Mercedes-Benz Marco Polo

(Image credit: Mercedes-Benz)

Technische Features

Das MBUX-System auf dem 12,3-Zoll-Touchscreen funktioniert im Grunde genauso wie in den übrigen V-Klasse-Modellen – und wie in den meisten aktuellen Mercedes-Benz-Fahrzeugen. Zusätzlich gibt es jedoch ein spezielles Marco-Polo-Menü, das dir eine Übersicht über alle Campingfunktionen bietet, inklusive separater Tabs für Licht, Wohnen und Stromversorgung.

Von hier aus kannst du das Dachzelt ausfahren, Kühlschrank und Heizung aktivieren oder zwischen verschiedenen Licht- und Soundprofilen wechseln.
Das Highlight ist aber eindeutig die Auto-Leveling-Funktion: Sie nutzt die Luftfederung, um den Camper automatisch auszurichten – für eine möglichst gerade und damit erholsame Schlafposition.

Mercedes-Benz Marco Polo

(Image credit: Mercedes-Benz)

Es gibt sogar eine eigene MBAC-App (Mercedes-Benz Advanced Control), mit der du alle Campingfunktionen per Bluetooth direkt über dein Smartphone steuern kannst. Etwas überrascht war ich allerdings, dass es im hinteren Bereich keinen zweiten Bildschirm dafür gibt. Auch eine digitale Version der Marco-Polo-Bedienungsanleitung fehlt – die wäre auf dem Hauptdisplay oder in der App wirklich praktisch gewesen.

Natürlich sind Apple CarPlay und Android Auto kabellos an Bord, ebenso zahlreiche USB-Anschlüsse und eine kabellose Ladestation für dein Smartphone. Zudem gehört der Adaptive Tempomat (Active Distance Assist) beim Marco Polo zur Serienausstattung, was lange Strecken deutlich entspannter macht – allerdings ohne automatisches Spurzentrieren, sondern „nur“ mit Spurhaltewarnungen.

Mercedes-Benz Marco Polo

(Image credit: Future)

Startklar und los

Der Marco Polo basiert auf dem V300d und wird von einem 1,95-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor angetrieben. Der leistet bis zu 237 PS, schafft den Sprint von 0 auf 100 km/h in 8,8 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 214 km/h. Ziemlich beachtlich für einen Van mit über 2,6 Tonnen Leergewicht. Mit zusätzlichem Gepäck und Proviant an Bord hätte ich definitiv kein schwächeres Modell wählen wollen – und die Reichweite von fast 970 Kilometern macht lange Etappen super unkompliziert.

Unterm Strich fährt sich der Marco Polo wirklich angenehm, auch wenn du das hohe Gewicht beim Bremsen oder in Kurven eindeutig spürst. Und mit dem vollelektrischen EQV im Programm stellt sich schon die Frage, wie lange es dauert, bis auch ein elektrischer Marco Polo folgt – vor allem mit der kommenden VLE-Plattform, die ab 2026 modulare Elektro-V-Klassen ermöglichen soll.

Bis dahin bleibt der Marco Polo aber die erste Wahl für alle, die Luxus im Camper wollen, ohne gleich ein riesiges Wohnmobil zu fahren.

Der Preis der Baureihe beginnt bei rund 70.000 Euro.

Mercedes-Benz Marco Polo

(Image credit: Mercedes-Benz)
Mat Gallagher

As T3's Editor-in-Chief, Mat Gallagher has his finger on the pulse for the latest advances in technology. He has written about technology since 2003 and after stints in Beijing, Hong Kong and Chicago is now based in the UK. He’s a true lover of gadgets, but especially anything that involves cameras, Apple, electric cars, musical instruments or travel.

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