Motorola Edge 50 Ultra im Test – eine gute Alternative zum Google Pixel?

Es gibt einiges, was das Edge 50 Ultra so spannend macht

Motorola Edge 50 Ultra
T3 Recommends Award
(Bildnachweis: Future / Chris Hall)
T3 Fazit

Motorola gelingt mit dem Edge 50 Ultra ein Smartphone, das sich wie eine echte Alternative zum Google Pixel anfühlt. Es bietet größtenteils pures Android, eine starke Kamera-Performance und ein brillantes Display. Das Design ist hochwertig und durchdacht, und das mitgelieferte 125-Watt-Ladegerät ist ein echtes Plus – auch für andere Geräte. Einziger Wermutstropfen: Die Softwareunterstützung hinkt im Vergleich zur Konkurrenz etwas hinterher.

Pro
  • +

    Hochwertiges, erstklassiges Design

  • +

    Riesiger interner Speicher mit 1 TB

  • +

    Schnelles 125-Watt-Ladegerät im Lieferumfang

  • +

    Dreifacher optischer Zoom und solide Kamera-Performance

Kontra
  • -

    Stark gebogenes Display ist Geschmackssache

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    Weniger Softwareunterstützung als bei der Konkurrenz

  • -

    Etwas vorinstallierte Bloatware an Bord

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Motorola hat in den letzten Jahren eine eindrucksvolle Reihe von Smartphones präsentiert, womit sie nicht nur Samsung mit seinen faltbaren Razr-Geräten herausfordern, sondern auch einige solide Geräte unterhalb der Top-Kategorie bieten.

Anstatt jedoch direkt mit dem Galaxy S24 Ultra von Samsung zu konkurrieren, geht das hier getestete Motorola Edge 50 Ultra einen Schritt zurück und bietet ein Smartphone, das mit vielen der gleichen Highlights glänzen kann, während sich der Preis im Rahmen hält. Macht es das zu einem der besten Android-Handys auf dem Markt?

Die Tatsache, dass dieses Smartphone günstiger ist als Flaggschiff-Konkurrenten anderswo, aber auch 1TB-Speicherplatz bietet, katapultiert es in eine Kategorie im Bereich „bemerkenswert“. Dies ist nicht Motorolas erstes „Ultra“-Gerät, aber das vorherige Spitzen-Handy war das Edge 40 Pro, daher ist die Namensgebung etwas verwirrend.

Motorola Edge 50 Ultra: Preis und Veröffentlichungsdatum

Das Motorola Edge 50 Ultra wurde für den 16. April 2024 angekündigt und ist nun erhältlich. Der Einführungspreis betrug £849,99 in Großbritannien. Es gibt drei Farben zur Auswahl, aber nur eine Modellvariante – mit 16GB RAM und 1TB Speicher. Alles in allem ist das ein stattlicher Preis.

Das Motorola Edge 50 Ultra wurde am 16. April 2024 angekündigt und der Einführungspreis betrug 849,99 £ in Großbritannien bzw. rund 999 Euro in Deutschland. Es gibt drei Farben zur Auswahl, aber nur eine Modellvariante – mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher. Alles in allem ist das ein stattlicher Preis.

Dieses Smartphone ist weder in den USA (dort unterscheiden sich Namensgebung und Spezifikationen) noch in Australien erhältlich, daher hat Großbritannien hier einen Vorteil. Im Hinblick auf den Rest des Marktes fühlt es sich so an, als wolle es mit dem Google Pixel 8 Pro konkurrieren oder zumindest eine Alternative darstellen.

Motorola Edge 50 Ultra im Test: Was ist neu?

Motorola Edge 50 Ultra

(Image credit: Future / Chris Hall)

Dieses Ultra-Modell ersetzt das Motorola Edge 40 Pro – werfen wir einen Blick darauf, was sich geändert hat. An erster Stelle steht hier die engere Partnerschaft mit Pantone, da es sich um einen Pantone-zertifizierten Bildschirm handelt. Außerdem erhöht sich die Auflösung, während es sich bei 144Hz statt der 165Hz des vorherigen Geräts einpendelt.

In Anlehnung an die Partnerschaft mit Pantone erhält auch die Kamera ein Update mit einem neuen Kamerasystem auf der Rückseite. Dies umfasst verschiedene Sensoren und Linsen, vor allem aber einen neuen dreifachen optischen Telezoom. Das resultiert auch in Pantone Validated und Pantone SkinTone Validated Kameras – unterstützt durch Moto AI – weshalb ich es mit Googles Pixel 8 vergleiche.

Ansonsten wechselt das Moto Edge 50 Ultra zum Snapdragon 8s Gen 3 – etwas unterhalb der erstklassigen Snapdragon-Hardware – während die Speicherkapazität von 256 GB beim älteren Modell auf 1 TB steigt. Das ist eine ziemliche Veränderung.

Motorola Edge 50 Ultra im Test: Design

Motorola Edge 50 Ultra

(Image credit: Future / Chris Hall)

Was das Design betrifft, bringt Motorola nicht einfach nur klassische Handys auf den Markt. Das Edge 50 Ultra ist in den Ausführungen Nordic Wood (echtes Holz), Forest Grey oder Pantone Peach Fuzz (die beiden letzteren sind aus veganem Leder) erhältlich. Diese Oberflächen lassen das Edge 50 Ultra wie ein Handy wirken, das nicht in einer Hülle versteckt werden möchte – obwohl eine im Lieferumfang enthalten ist.

Motorola hat auch die Rundungen beibehalten, die viele Marken aufgegeben haben. Liegt auch ein kantiges Design seit dem iPhone 12 im Jahr 2020 im Trend, so behält Motorola die Rundung bei, was das Greifen dieses großen Smartphones ziemlich einfach macht. Es schneidet nicht in die Hand, zudem die Kunstlederoberfläche ebenfalls angenehm anzufassen ist. Es ist tatsächlich ein Handy, das man gerne in der Hand hält.

Das gesamte Gehäuse ist nach IP68-Standard geschützt und vermittelt ein hochwertiges Gefühl. Heutzutage gibt es kantige und rückseitig mit Glas versehene Handys ohne Ende. Da sticht Motorola als besonders heraus.

Die Lautsprecher sind mit Dolby Atmos ausgestattet, so dass jedes angeschlossene Audiogerät von einer individuell angepassten Ausgabe profitieren kann. Die Lautsprecher klingen großartig, wirklich angenehm für spontanes Videoschauen oder Gaming – sie sind auch ausreichend laut.

Motorola Edge 50 Ultra im Test: Bildschirm

Motorola Edge 50 Ultra

(Image credit: Future / Chris Hall)

Es gibt einen 6,7-Zoll-Bildschirm, der sich zu den Rändern hin wölbt. Aus gestalterischer Sicht ist das großartig, aber es hat einen kleinen Nachteil aus Sicht der Benutzerfreundlichkeit: Die Ränder können weniger empfindlich sein, sodass einige Berührungen direkt auf den Rundungen möglicherweise nicht so gut wahrgenommen werden. Das betrifft aber wirklich nur Gamer*innen, weil ich bei den meisten anderen Inhalten nicht wirklich das Gefühl hatte, dass die Ränder beeinflussen, was man sieht oder womit man interagiert.

Motorola hat von der zuvor angebotenen Bildwiederholrate von 165Hz Abstand genommen und sich nun wieder auf maximal 144Hz festgelegt. Während das in der Gamer-Community Anklang finden wird, verbleiben die meisten Handys bei 120Hz, und ich kann ehrlich gesagt nicht behaupten, die zusätzlichen 24Hz würden einen spürbaren Unterschied machen. Es gibt eine „Auto“-Einstellung für die Bildwiederholrate, aber im Gegensatz zu einigen Konkurrenten keine adaptive Bildwiederholrate.

Motorola hat die Auflösung auf 2712x1220 Pixel (446ppi) erhöht und damit für eine schöne Schärfe gesorgt, während der Bildschirm eine Spitzenhelligkeit von großartigen 2800 Nits bietet. Aber lassen wir mal die Zahlen beiseite, denn was wirklich zählt ist der Bildschirm – und der sieht fantastisch aus. Er strahlt mit satten und lebendigen Farben und lädt auf ideale Weise dazu ein, sich zurückzulehnen und Inhalte auf Netflix zu schauen.

Motorola Edge 50 Ultra im Test: Leistung und Akku

Motorola Edge 50 Ultra

(Image credit: Future / Chris Hall)

Angetrieben wird das Edge 50 Ultra von Snapdragon 8s Gen 3. Dies ist nicht Qualcomms Spitzenhardware, sondern eine Stufe drunter – und dieselbe Hardware, die auch das neue Razr 50 Ultra antreibt. Im Grunde ist es dasselbe, nur etwas erschwinglicher, und bei vielen alltäglichen Aufgaben wird man den Unterschied nicht bemerken.

Ich habe auch festgestellt, dass die Spiele sehr flüssig laufen – wenn du also nicht zwingend nach dem absolut Besten sucht, gibt es nur wenig zu beanstanden. Bedenke dazu die 16GB RAM und den enormen 1TB-Speicher, und du hast jeden Grund zur Freude. Motorola hat in dieses Handy auch Ultrabreitband integriert, eine Technologie, die für digitale Autoschlüssel benötigt werden könnte, die aber auch Moto Tag unterstützt, Motorolas Antwort auf Apple AirTag.

Ich fand, dass lange Gaming-Sessions reibungslos verliefen. Es entwickelt sich eine gewisse Erwärmung des Handys, aber nicht in besorgniserregendem Maße. Nur diese gelegentlichen Randberührungen verhindern eine Spitzenleistung.

Im Edge 50 Ultra befindet sich ein 4500mAh-Akku, der tatsächlich etwas kleiner ist als der im vorherigen Modell. Diese kleine Änderung wird keinen großen Unterschied machen, aber eines der attraktivsten Merkmale von Motorola-Handys ist die schnelle Ladegeschwindigkeit. Du bekommst 125W kabelgebundenes Laden sowie ein entsprechendes Ladegerät in der Verpackung. Das ist ein echter Bonus, denn dieses leistungsstarke Ladeteil ermöglicht auch bei anderen Geräten hohe Ladegeschwindigkeiten.

Auch die Akkulaufzeit des Edge 50 Ultra überzeugt – ich kam problemlos durch den Tag. An ein paar Tagen habe ich sogar vergessen, es über Nacht zu laden, doch nach einer kurzen Session am 125-Watt-Ladegerät war der Akku wieder voll, bevor andere Smartphones überhaupt spürbar geladen hätten.

Die Leistung wird durch eine gute Software-Erfahrung ergänzt. Es ist nahe an einem uneingeschränkten Android, aber man muss bei der Einrichtung viele Hürden überwinden – mit vielen Apps, die es installieren möchte. Du wirst nicht alle vermeiden können, aber ich habe herausgefunden, dass sie sich nach der Einrichtung deinstallieren lassen. Es gibt einige Motorola-Apps, aber zumindest keine Dopplungen von Kernprogrammen, wie bei einigen anderen Marken der Fall.

Was den Software-Support anbetrifft, so erhältst du für drei Jahre Android-OS-Updates und für vier Jahre Sicherheitsupdates. Da der Goldstandard für beides (von Google und Samsung) jetzt bei sieben Jahren liegt, hinkt Motorola hier etwas hinterher.

Motorola Edge 50 Ultra im Test: Kameras

Motorola Edge 50 Ultra

(Image credit: Future / Chris Hall)

Bei den Kameras des Edge 50 Ultra hat sich einiges getan. Die Hauptkamera bietet weiterhin 50 Megapixel, nun aber mit einer größeren Blendenöffnung von f/1.6 und größeren Pixeln – ideale Voraussetzungen für bessere Ergebnisse bei wenig Licht.

Auch die Ultraweitwinkelkamera löst mit 50 Megapixeln auf, kommt jetzt aber mit einem erweiterten Sichtfeld, das auch Makroaufnahmen unterstützt. Neu ist zudem das Periskop-Teleobjektiv: Es bringt 64 Megapixel, optische Bildstabilisierung und einen dreifachen optischen Zoom mit.

Die Hardware-Ausstattung ist also rundum stark. Am besten sind die Ergebnisse, wenn man den nativen 3-fach-Zoom nutzt – hier spielt das Teleobjektiv seine Stärken aus. Ein verlustfreier Sensor-Crop ermöglicht einen 6-fach-Zoom, der ebenfalls noch mit guter Qualität überzeugt. Der digitale Zoom reicht theoretisch bis zum 100-fachen – das Resultat wird dann allerdings sehr matschig und ist in der Praxis kaum zu gebrauchen. Trotzdem: Man kann nah an Motive heran und dabei überraschend brauchbare Bilder machen.

Ein kleiner Kritikpunkt: Die Bildschärfung ist mitunter etwas übertrieben – vor allem bei starkem Zoom oder schwierigen Lichtverhältnissen. Aber sie hilft auch dabei, gewisse Unschärfen zu kaschieren, was in vielen Fällen gut funktioniert.

Die Hauptkamera macht ebenfalls großartige Aufnahmen. Bei gutem Licht gelingen tolle Aufnahmen, aber auch bei schwachem Licht kann die Kamera liefern. Es ist schade, dass der Nachtmodus in einem Menü versteckt ist, denn es erfordert mehr Klicks, um dorthin zu gelangen – und es gibt keine progressive Belichtung auf dem Bildschirm, sodass man nicht immer sehen kann, was man tut. Aber die Fotos sind gut – daher könnte das Erlebnis definitiv verbessert werden.

Ich habe viele Aufnahmen parallel mit dem Pixel 8 Pro gemacht und festgestellt, dass das Pixel die Bilder etwas aufhellt, wodurch die Fotos des Edge 50 Ultra manchmal etwas trüber wirken. Das Motorola erlaubt es dir auch nicht, Nachtaufnahmen mit der Frontkamera zu machen, sondern bietet stattdessen einen Selfie-Blitz an.

Insgesamt ist es ein großartiges Kameraset, und ich denke, die meisten Menschen werden mit den Ergebnissen, die es erzielen kann, vollkommen zufrieden sein.

Motorola Edge 50 Ultra im Test: Urteil

Motorola Edge 50 Ultra

(Image credit: Future / Chris Hall)

Das Motorola Edge 50 Ultra ist nicht ganz so Ultra wie das entsprechende Samsung-Handy, aber es hat eine Menge zu bieten. Tolles Design, führend im Bereich Laden (mit enthaltenem Ladegerät), viel Leistung und Performance zu einem Preis, der viele Konkurrenten unterbietet. Es macht Spaß, es zu benutzen, aber die Zunahme von Bloatware ist ein Fakt, weshalb es sich lohnt, einiges davon abzulehnen, was Motorola möglicherweise installieren möchte.

Der dreifache optische Zoom zeigt eine gute Leistung in einem Kamerasystem, das insgesamt sehr gut ausfällt. Man sollte nicht vergessen, dass man auch über Google Fotos Zugriff auf den Google-KI-Zauber bekommt, um die wichtigsten Bearbeitungen zu erledigen, aber einige Verbesserungen könnten die Kamera noch besser machen.

Letztendlich bietet Motorola immer noch etwas an, das sich wie eine Alternative zu einem Google-Handy anfühlt, und das Gesamtpaket hat genug, um es zu einem ernsthaften Konkurrenten zu machen.

Ebenfalls eine Überlegung wert

Ich habe das Pixel 8 Pro in diesem Test mehrfach erwähnt, da es sich wie ein natürlicher Rivale anfühlt. Da das Moto Edge 50 Ultra noch ganz am Anfang steht und das Pixel 8 Pro bereits ein Jahr alt ist, ist es kein ganz fairer Vergleich. Das Pixel bietet eine stärkere Kamera-Performance, einen flachen Bildschirm und ist bei Redaktionsschluss günstiger als das Motorola – aber das Motorola übertrifft alles in Bezug auf Speicher.

Das OnePlus 12 stellt auch einen natürlichen Rivalen dar und bietet ebenfalls ein dreifach-Teleobjektiv, das von einem 64-Megapixel-Sensor angetrieben wird. Das OnePlus hat leistungsstärkere Hardware und bietet konkurrenzfähiges 100W-Laden, verfügt aber auch über einen größeren Akku – und liegt preislich in etwa gleich.

Chris Hall

Chris has been writing about consumer tech for over 15 years. Formerly the Editor-in-Chief of Pocket-lint, he's covered just about every product launched, witnessed the birth of Android, the evolution of 5G, and the drive towards electric cars. You name it and Chris has written about it, driven it or reviewed it. Now working as a freelance technology expert, Chris' experience sees him covering all aspects of smartphones, smart homes and anything else connected. Chris has been published in titles as diverse as Computer Active and Autocar, and regularly appears on BBC News, BBC Radio, Sky, Monocle and Times Radio. He was once even on The Apprentice... but we don't talk about that.