Zukünftige Samsung Galaxy-Handys könnten Apps komplett überflüssig machen, verrät Unternehmens-Manager

Der Mobile Gaming Hub von Samsung ist erst der Anfang seiner Cloud-Pläne, sagt ein Unternehmens-Manager exklusiv zu T3

Samsung Galaxy S25 Ultra im Test
(Bildnachweis: Future / Mike Lowe)
Kurze Zusammenfassung

Samsung hat T3 verraten, dass seine Cloud-Gaming-Technologie in Zukunft auch für andere App-Typen genutzt werden könnte.

Das könnte ein komplett app-freies Erlebnis auf Geräten ermöglichen – und das nicht nur auf Smartphones.

Samsung hat auf der Gamescom diese Woche angekündigt, dass sein Mobile Gaming Hub nun auch in Großbritannien und Deutschland Cloud-Gaming unterstützt – und das lässt auf spannende Zeiten für Galaxy-Handys und vernetzte Geräte im Allgemeinen hoffen.

Bisher war der Hub nur in den USA verfügbar. Galaxy Nutzer*innen können darüber Mobile Games spielen, ohne sie herunterladen oder installieren zu müssen, denn alles läuft per Cloud-Streaming.

Ähnlich wie bei Xbox Cloud Gaming oder Nvidia GeForce Now werden deine Steuerbefehle an entfernte Server geschickt, während das Gameplay als Videostream zurück auf dein Gerät übertragen wird.

Besonders praktisch ist das für Besitzer*innen älterer oder weniger leistungsstarker Galaxy-Modelle: Die Hardware muss nicht die neueste sein, um grafikintensive Spiele zu spielen – es reicht der Zugriff auf den Gaming Hub und eine Datenverbindung.

Doch der Spaß hört hier nicht auf. Zwar ist der Hub aktuell auf Games ausgelegt, T3 hat aber erfahren, dass die Technologie künftig auch für andere App-Typen genutzt werden könnte – und vielleicht sogar das Ende von klassischen Smartphone-Apps einläuten könnte.

Auf dem Weg zu einer app-losen Zukunft

Ich habe mit Jong Hyuk Woo, Samsungs globalem Vizepräsidenten für Services, Developer und Marketing, gesprochen. Er skizzierte ein Szenario, in dem die Cloud-Technologie des Unternehmens langfristig die Art und Weise verändern könnte, wie Nutzer*innen auf Software zugreifen – nicht nur bei Spielen.

„Wir glauben an eine Zukunft, in der Menschen Inhalte nicht mehr herunterladen müssen“, sagte er mir.

„Man kann es fast als app-loses Erlebnis sehen. Es wird viel über app-loses Arbeiten und KI gesprochen, und darüber, Agents zu nutzen, um das alles zu steuern. Letztlich reden wir über eine Infrastruktur, die es nicht mehr nötig macht, Inhalte lokal auf Geräten zu speichern.

Man kann nahtlos in Erlebnisse eintauchen, egal ob es sich um ein Spiel oder etwas anderes handelt.“

Jong erklärte, dass alles, was man auf dem Smartphone, Fernseher oder sogar Kühlschrank machen möchte, über die Cloud bereitgestellt werden könnte, statt über installierte Apps.

„Wir glauben, dass zumindest beim Gaming der Weg in die Richtung von Musik, Filmen und TV-Shows gehen sollte. Niemand lädt heute noch Musik von iTunes herunter oder wartet, um 4 GB auf ein Gerät zu ziehen, um unterwegs einen Film zu schauen“, fügte er hinzu.

„Wir wissen, dass Gaming genau in diese Richtung geht. Und darüber hinaus wird die Infrastruktur, die wir aufbauen und skalieren, weitreichendere Folgen dafür haben, wie Nutzer*innen in Zukunft mit ihren Geräten interagieren.“

Man braucht nicht unbedingt Top-Geräte

Das könnte vor allem für Nutzerinnen mit weniger leistungsstarken oder günstigeren Geräten enorme Auswirkungen haben. Wenn Tools, Utilities und anspruchsvolle First- und Third-Party-Erlebnisse in die Cloud verlagert werden, könnten alle Galaxy-Nutzer*innen komplexere Features und Software nutzen.

Bereits heute öffnen die neuen Cloud-Features des Mobile Gaming Hub den Zugang zu aufwändigeren Spielen für ein breiteres Publikum.

„Die einzige Voraussetzung ist, dass Nutzer*innen den Galaxy Store auf ihren Geräten haben. Das bedeutet, dass jedes Galaxy-Gerät von Haus aus cloud-fähig ist“, erklärte Jong.

„Selbst die Einstiegsgeräte der A-, J- und M-Serie mit begrenztem Speicher können so fast Spitzen-Erlebnisse bei Spielen bieten. Das ist aus zwei Gründen großartig: Zum einen für die Nutzer*innen dieser Einsteigergeräte, die sonst keinen Zugang zu den besten Spielen im App Store hätten, und zum anderen für die Spielepublisher, die ihre Inhalte ohne Abhängigkeit vom Gerät bereitstellen können.“

Auch wenn Samsungs Ankündigung auf der Gamescom angesichts der Vielzahl an Spielstarts und Trailern klein wirken mag, könnte sie langfristig die größten Auswirkungen auf unsere zukünftigen Geräte haben.

Mindestens aber erlaubt sie es, Titel wie Call of Duty zu spielen – egal, wie alt oder schwach das eigene Galaxy-Handy ist.

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Rik Henderson
News Editor

Rik is T3’s news editor, which means he looks after the news team and the up-to-the-minute coverage of all the hottest gadgets and products you’ll definitely want to read about. And, with more than 35 years of experience in tech and entertainment journalism, including editing and writing for numerous websites, magazines, and newspapers, he’s always got an eye on the next big thing.

Rik also has extensive knowledge of AV, TV streaming and smart home kit, plus just about everything to do with games since the late 80s. Prior to T3, he spent 13 years at Pocket-lint heading up its news team, and was a TV producer and presenter on such shows as Channel 4's GamesMaster, plus Sky's Games World, Game Over, and Virtual World of Sport.

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