Ich habe Xgimis KI-Smartbrille auf der CES getragen – und habe mindestens eine große Anmerkung
Ein echter Cyberpunk-Moment
Kerstin Findeisen
Die CES ist die Zeit, um Neues auszuprobieren. Egal, wie kritisch man eingestellt ist: Beim Gang durch die vielen Hallen der Messe- und Konferenzzentren fällt einem ständig etwas ins Auge, das zum Ausprobieren einlädt.
Ich habe in letzter Zeit nicht viele Smart Glasses genutzt – im T3-Team gibt es andere Expert*innen, die deutlich mehr getestet haben. Smart Glasses sind einfach nicht mein übliches Fachgebiet, aber so ist die CES: Sie bietet die Gelegenheit, Neues auszuprobieren. Deshalb habe ich Xgimis Launch der neuen Sub-Brand MemoMind und deren Smart Glasses als Chance gesehen, den Hype selbst zu erleben.
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Die Smart Glasses gibt es zunächst in zwei Varianten, die wahrscheinlich unterschiedliche Preispunkte haben werden. Das Top-Modell Memo One verfügt über ein Display in jedem Brillenglas; dazu gibt es das Memo Air Display, das nur ein einzelnes Display besitzt, um die Brille leichter und günstiger zu machen (Preisangaben liegen für keines der beiden Modelle bisher vor).
Ich habe beide ausprobiert, aber die spannendere Demo war das High-End-Modell Memo One, da ich zum ersten Mal ein doppeltes Display wie dieses live getestet habe. Um das Offensichtliche vorwegzunehmen: Es funktioniert super – ich konnte das neongrüne Display deutlich in meinem Sichtfeld erkennen. Dass ich eine Brille mit Korrektur trage, machte es zwar etwas schwieriger, aber für mich sah das Bild trotzdem scharf und gut lesbar aus.
Gleichzeitig ist es aber auch ein kleines Display, selbst mit Xgimis eingebauten Steuerungen, um Größe und Position im Sichtfeld anzupassen. Der Test hat mir deutlich gezeigt, dass wir noch weit davon entfernt sind, ein wirklich helles und flexibel anpassbares Display in einer Brille zu haben, ohne Kompromisse eingehen zu müssen.
Der große Player in dem Bereich, die Meta Ray-Ban Display, ist womöglich weiter – ohne eigenen Test kann ich dazu aber nichts wirklich Verlässliches sagen, also bleibt mir nur die MemoMind als Maßstab.
Nur auf Basis dessen, was ich gesehen habe, bin ich ehrlich gesagt nicht wirklich überzeugt. Auf dem Papier wirken die MemoMind-Designs stimmig, und die einzelnen Komponenten sahen elegant aus. In der Praxis war die Brille jedoch nicht besonders hübsch anzusehen. Beim günstigeren Modell wirkten die wulstigen Elemente an den Bügeln deplatziert.
Die Memo Air ist zwar schlanker, aber immer noch keine wirklich stylische Brille. Es wird schwer, gegen die populären, wiedererkennbaren Fassungsformen von Meta und Ray-Ban anzukommen. Ein Teil von mir fragt sich sogar, ob das schon auf Xgimis Plan hindeutet.
Xgimi hat sich im Projektor-Segment zu Recht einen starken Ruf erarbeitet, doch Smartglasses sind ein ganz anderes Thema. Diesen entstehenden Markt zu knacken, ist nicht leicht. Mehr Sinn könnte es machen, mit diesen Prototypen und frühen Versionen einen passenden Markenpartner zu gewinnen.
Zur Klarstellung: Das ist reine Spekulation meinerseits. Es passt aber zu meiner Erfahrung mit den MemoMind-Brillen – in mancher Hinsicht solide, aber weit weg von dem Feinschliff, der mich überzeugen würde, sie regelmäßig und über längere Zeit zu tragen. Ich vermute stark, dass das für die meisten Smartglasses gilt. Insofern kann man wohl sagen: Ein solider Start von Xgimi und es bleibt spannend zu sehen, was da noch kommt.

Max is T3's Staff Writer for the Tech section – with years of experience reporting on tech and entertainment. He's also a gaming expert, both with the games themselves and in testing accessories and consoles, having previously flexed that expertise at Pocket-lint as a features editor.
