Microsoft Surface Pro 11. Edition im Test: ein Surface-Volltreffer

Die 11. Edition des Surface Pro punktet nicht nur mit Microsofts hervorragender Verarbeitungsqualität, sondern auch mit der Prozessor-Power von Qualcomm

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Microsoft Surface 11 2024 im Test
(Bildnachweis: Future)
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Auf den ersten Blick sieht das Surface Pro 11 aus wie seine Vorgänger. Doch unter der Haube steckt das größte Upgrade seit Jahren: ein brillantes OLED-Display, deutlich längere Akkulaufzeit und eine überarbeitete Tastatur. Klar, Zubehör und Upgrades können ins Geld gehen – aber wenn du nur kaufst, was du wirklich brauchst, bekommst du einen der spannendsten Windows-Laptops 2024.

Pro
  • +

    Beeindruckende Leistung, besonders im Akkubetrieb

  • +

    Deutlich verbesserte Akkulaufzeit bei alltäglichen Aufgaben

  • +

    Helles OLED-Display

Kontra
  • -

    Kompatibilitätsprobleme bei bestimmten Apps und Zubehör

  • -

    Hohe Kosten für Upgrades und Zubehör

  • -

    KI-Funktionen noch nicht ausgereift

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Fühlst du dich schon alt? Die Surface-Pro-Familie begleitet uns mittlerweile seit über zehn Jahren. Ein Teil dieser Zeit war eher Stillstand als Fortschritt. Doch mit dem Microsoft Surface Pro 11 steht der größte Wandel seit Jahren an. Und ehrlich gesagt: Den größten Applaus verdient Microsoft dabei nicht für die Hardware.

Zum ersten Mal setzt ein Surface Pro auf einen Qualcomm-Snapdragon-Prozessor mit KI-Fokus – technisch nicht so weit entfernt von dem, was du in High-End-Smartphones findest. Klingt erstmal nach schlechten Nachrichten, oder? Ist es aber nicht. Das Surface Pro 11 ist ein leistungsstarkes, ultramobiles Notebook, das mehr Ausdauer denn je hat, produktiver ist und sogar Gaming besser meistert. Kurz: Eines der spannendsten Windows-Geräte 2024.

Microsoft Surface Pro 11. Edition im Test: Preis und Verfügbarkeit

Die Einstiegskosten liegen in Deutschland bei stolzen 1.049 Euro. Dafür bekommst du aber immerhin eine solide Ausstattung mit 16 GB RAM und einer 256-GB-SSD.

Vergiss nicht, dass du auch eine Surface-Tastatur einplanen musst. Sie ist nicht im Lieferumfang enthalten, und ich halte sie für einen essenziellen Teil des Surface-Pro-Konzepts. Das sind noch einmal mindestens 139 Euro – damit steigt der Gesamtpreis auf rund 1.188 Euro.

Und wenn du über interne Upgrades nachdenkst, wird es richtig teuer: Die Konfiguration, die ich getestet habe, kostet satte 1.988 Euro. Huch! Damit bist du schon im Preisbereich eines MacBook Pro.

Microsoft Surface Pro 11. Edition im Test: Bildschirm

Microsoft Surface 11 2024 im Test

(Image credit: Future)

Die Grundlagen des Surface Pro haben sich seit den frühen Tagen kaum verändert. Es ist ein Hybrid-PC mit vollständig abnehmbarer Tastatur – quasi ein Super-Tablet. Auf der Rückseite gibt es einen integrierten Ständer, sodass du den Bildschirm auch ohne Tastatur aufstellen kannst.

Ich verstehe allerdings nicht, warum man ein Microsoft Surface Pro 11 ohne Tastatur kaufen würde. Wenn du ein reines Tablet suchst, greif besser zu einem der besten Apple iPads. Das Surface Pro ist dafür gedacht, der beste Hybrid-PC auf dem Markt zu sein. Aber Windows 11 glänzt immer noch nicht im reinen Tablet-Modus – also befestige die Tastatur. Selbst mit ihr ist das Gerät nicht dicker oder schwerer als ein gutes 13-Zoll-Ultraportable.

Wie gewohnt besteht das Gehäuse des Surface Pro 11 aus Metall. Es sieht großartig aus, fühlt sich hochwertig an und ist, laut Microsoft, noch metallischer als frühere Generationen. Ein Mitarbeiter erklärte mir, dass heute mehr recyceltes Aluminium in der Legierung steckt, um den Nachhaltigkeitsaspekt zu verbessern.

Ich habe das Surface-Pro-Konzept immer weitgehend unterstützt, auch wenn mir das Gerät für meine acht Stunden tägliche Arbeit etwas klein wäre. Dafür würde ich eher zum Surface Laptop 6 greifen. Aber nicht jedes Gerät muss für mich gemacht sein. Ich kann gut nachvollziehen, warum dies für viele Nutzer:innen die die beste Wahl für ein leichtes Laptop ist.

Microsoft Surface Pro 11. Edition im Test: Bildschirm

Microsoft Surface 11 2024 im Test

(Image credit: Future)

Ein Grund für den deutlichen Preissprung ist der neue OLED-Bildschirm, den Microsoft in den höherpreisigen Varianten des Surface Pro 11 verbaut. Ist er das Geld wert? Ehrlich gesagt: Du zahlst ein kleines Vermögen – aber dieser Screen ist atemberaubend.

Das Panel bietet eine Auflösung von 2880 x 1920 Pixeln, satte Farben, exzellente Helligkeit und misst 13 Zoll. Durch das 3:2-Seitenverhältnis wirkt das Gerät kompakter als ein klassischer 13-Zoll-Laptop, bietet aber trotzdem genug Platz für deine Apps und Multitasking.

Besonders beeindruckend ist die Helligkeit: Im normalen Betrieb erreicht das Display bis zu 600 Nits – rund 50 Prozent mehr als die meisten dünnen und leichten Laptops. Bei HDR-Inhalten steigert sich das sogar auf 850 Nits. Damit kommt das Surface Pro 11 der Helligkeit aktueller High-End-Smartphones erstaunlich nahe.

Egal ob du dich für die OLED-Variante oder das LCD-Modell entscheidest: Beide unterstützen einen druckempfindlichen Stift und sind damit bestens für kreatives Arbeiten geeignet.

Microsoft Surface Pro 11. Edition im Test: Tastatur & Touchpad

Microsoft Surface 11 2024 im Test

(Image credit: Future)

Microsoft hat mir seine neue Flex-Tastatur zum Ausprobieren geschickt. Sie macht einen sehr guten Eindruck, doch der Preis ist mit 440 Euro inklusive Stift ziemlich einschüchternd.

Die wichtigsten Neuerungen sind fast durchweg positiv. Laut Microsoft ist die Flex-Tastatur dank zusätzlicher Kohlefaser-Schichten jetzt noch stabiler und funktioniert nun kabellos. Außerdem wurde das klassische mechanische Touchpad durch ein haptisches Touchpad ersetzt.

Ich war anfangs kein großer Fan von Microsofts ersten haptischen Touchpads in der Surface-Reihe. Die klassischen mechanischen Klicks zählten zu den besten, die je gebaut wurden, und die ersten haptischen Pads wirkten oft wie ein Rückschritt. Aber fairerweise muss ich sagen: Das haptische Touchpad des Surface Pro 11 ist hervorragend. Der Klick fühlt sich knackig an und nicht flach, was bei solchen Pads oft ein Problem ist. Die Oberfläche ist größer als beim Vorgängermodell und besteht aus ultra-glattem, strukturiertem Glas.

Wir leben in einer Zeit, in der viele teure Laptops noch mittelmäßige Plastiktouchpads verwenden. Wie Microsoft es schafft, so hochwertiges Glas auf ein so dünnes Accessoire zu bringen, ist wirklich beeindruckend.

Die Tastatur des Surface Pro 11 ist ebenfalls luxuriös, aber ähnlich wie der Bildschirm wäre sie nicht meine erste Wahl für den täglichen Einsatz. Die Tasten bieten ein tolles, wenn auch eher flaches Feedback. Die Hintergrundbeleuchtung sieht klasse aus, und der Tastenabstand ist perfekt. Allerdings sind die seitlichen Tasten etwas verkleinert, was etwas Eingewöhnung erfordert. Und das Gesamtdesign unterscheidet sich natürlich deutlich von einer klassischen Laptop-Tastatur.

Wenn du das Surface Pro 11 wie einen Laptop verwendest, verlässt es sich auf seinen Ständer – was auf dem Schoß etwas ungewohnt wirkt. Microsoft versucht hier, das „Best of both worlds“-Erlebnis zu schaffen, aber es gibt natürlich immer Kompromisse. Letztlich kommt es auf deine persönlichen Vorlieben an. Für diejenigen, die viel unterwegs arbeiten, etwa in der Bahn, könnte diese Flexibilität sogar ideal sein.

Microsoft Surface Pro 11. Edition im Test: Leistung & Software

Microsoft Surface 11 2024 im Test

(Image credit: Future)

Das Surface Pro 11 ist eines der allerersten Geräte, das einen Snapdragon Elite-Chipsatz von Qualcomm nutzt. Außerdem gehört es zu den ersten CoPilot Plus-Laptops, die mit der Microsoft-2019-Zertifizierung eine Reihe von KI-Funktionen in Windows 11 freischalten.

Dazu gehören aktuell Features wie KI-basierte Bildgenerierung in Paint, Live-Transkription von Audio in verschiedene Sprachen, Webcam-Effekte für Videokonferenzen und „Recall“ – eine Funktion, die deine Aktivitäten aufzeichnet, damit du den KI-Bot von Windows 11 fragen kannst, was du am zweiten Dienstag des letzten Monats gemacht hast. Letzteres klingt zwar spannend, wurde aber wegen berechtigter Datenschutz- und Sicherheitsbedenken vorerst zurückgestellt.

In der Praxis lohnt sich das Upgrade auf diese CoPilot Plus-Funktionen aber kaum. Viele der Features, etwa die KI-Bildgenerierung in Paint, findest du schon in ähnlicher Form online. Außerdem funktionieren sie nicht ohne Internetverbindung – dabei sollte gerade die Offline-Nutzung eine der Hauptstärken der CoPilot Plus-Geräte sein. Und Live-Übersetzungen gibt es bei Google schon lange.

Was mich hingegen wirklich überzeugt, ist die Leistung: Der Snapdragon Elite im Surface Pro 11 bringt Prozessorpower, die mit einer Intel Ultra CPU vergleichbar ist, und eine Grafikleistung, die einem Intel Core i7 der 13. Generation ähnelt – und das bei deutlich geringerem Energieverbrauch.

Erinnerst du dich, wie Apple 2020 für Aufsehen sorgte, als sie ihre eigenen Prozessoren einführten? Das hier ist das Windows-Äquivalent. Die Leistung des Snapdragon Elite liegt tatsächlich in ähnlichen Regionen wie Apples M-Serie-Chipsätze.

Ein wichtiger Punkt bleibt aber die Kompatibilität. Das Surface Pro 11 nutzt eine „Kompatibilitätsschicht“, damit Software, die nicht speziell für diese Prozessoren entwickelt wurde, trotzdem läuft. Das funktioniert beeindruckend gut, ist aber nicht perfekt – ähnlich wie damals beim Apple-Wechsel auf eigene Chips. Deshalb gibt es auch weiterhin das Surface Pro 10 für Unternehmen, das auf Intel Ultra-Prozessoren setzt, statt auf die neuen Snapdragon-Chips.

Microsoft Surface 11 2024 im Test

(Image credit: Future)

Ich habe mehr als 25 Spiele auf dem Surface Pro 11 ausprobiert – von Klassikern aus den 90ern bis zu Titeln der letzten Jahre – und fast alle liefen einwandfrei. Du kannst problemlos The Witcher 3, Grand Theft Auto 5 oder Bioshock Infinite spielen.

Cyberpunk 2077 ist für den Laptop allerdings etwas zu anspruchsvoll. Es läuft zwar mit stark reduzierten Einstellungen, sieht aber nicht optimal aus und ist während meiner Tests mehrfach abgestürzt.

Einige andere Spiele liefen nicht, wobei es schwer ist zu sagen, ob das am Snapdragon-Prozessor liegt oder an anderen Gründen. So konnte ich etwa Ultimate Underworld nicht zum Laufen bringen – aber hey, das Spiel ist schon fast 40 Jahre alt.

Es gibt außerdem ein paar kleine Hürden, die dich eventuell stören könnten. Mein Colorimeter, ein Werkzeug zum Testen von Bildschirmen, wurde beispielsweise nicht erkannt. Außerdem hat Adobe zu einem bestimmten Zeitpunkt die Nutzung seiner Apps blockiert, bis Versionen veröffentlicht wurden, die speziell auf die Hardware abgestimmt sind.

Die meisten gängigen Windows-Apps laufen flott und stabil, aber als Early Adopter solltest du im Hinterkopf behalten, dass deine Lieblings-App oder dein Lieblingsspiel kurz vor dem Kauf noch nicht funktionieren könnte – und manche vielleicht sogar dauerhaft nicht.

Im Gegensatz zum MacBook Air verfügt das Surface Pro 11 über einen Lüfter, der bei starker Belastung anspringt. Dabei bleibt die Geräuschentwicklung aber stets gering. Die Rückseite des Gehäuses wird ziemlich warm, was du allerdings nur spürst, wenn du das Gerät wirklich wie ein Tablet in der Hand hältst.

Microsoft Surface Pro 11. Edition im Test: Akkulaufzeit

Microsoft Surface 11 2024 im Test

(Image credit: Future)

Lange Akkulaufzeit ist eines der großen Verkaufsargumente dieser Snapdragon-Laptops. Das Surface Pro 11 hatte bisher nicht wirklich mit herausragender Ausdauer geglänzt. Bis jetzt.

Obwohl dieser Hybrid-Laptop den kleinsten Akku aller CoPilot Plus-Laptops der ersten Generation hat, hält er bei meiner Nutzung immer noch bis zu 14,5 Stunden YouTube-Streaming durch. Microsoft gibt 14 Stunden lokale Videowiedergabe an – endlich mal ein Hersteller, der hier realistische Angaben macht.

Beim Spielen von The Witcher 3 hält das Surface Pro 11 etwa zwei Stunden durch. Das klingt nicht besonders beeindruckend, ist aber immer noch besser, als du von einem Gaming-PC mit Intel-Prozessor erwarten würdest. Und das Beste: Es gibt keinen nennenswerten Leistungsverlust, wenn du das Gerät im Akkubetrieb nutzt.

AMD-CPU-Laptops sind für ihre gute Akkulaufzeit bekannt, erreichen das aber oft durch eine deutliche Drosselung der Leistung im Akkubetrieb. Die Snapdragon-Alternative hier muss das nicht.

Weitere gute Nachrichten: Das Surface Pro 11 leidet beim Spielen nicht unter hitzebedingtem Leistungsdrosseln. Natürlich, wenn es bei dir zu Hause 40 Grad warm ist, könnte das anders aussehen. Aber der Lüfter macht hier einen wirklich guten Job.

Zum Schluss gibt es noch keine großen Überraschungen: Das Surface Pro 11 verfügt über kraftvolle und laute Lautsprecher, die deutlich über dem Standard vieler Laptops liegen. Auch die 5-Megapixel-Webcam (1440p) überzeugt. Eine der CoPilot-Plus-Funktionen wird außerdem in der Ansicht angezeigt und folgt dir während deiner Meetings.

Microsoft Surface Pro 11. Edition im Test: Fazit

Microsoft Surface 11 2024 im Test

(Image credit: Future)

Das Surface Pro 11 könnte das beste Beispiel für die neue Generation von Snapdragon-Elite-Laptops sein. Es ist besonders leicht und extrem mobil. Die überarbeitete Hardware beseitigt endlich ein altbekanntes Problem dieser Reihe: die schwache Akkulaufzeit. Außerdem gibt es deutliche Verbesserungen bei Display und Tastatur.

Wenn du dir unsicher bist, ob bestimmte Software bei dir läuft, solltest du vor dem Kauf unbedingt prüfen, ob sie kompatibel ist. Für Unternehmen gibt es weiterhin eine Version mit Intel-Prozessoren. Für alle anderen bringt das neue Surface frischen Schwung in die Serie und kombiniert Produktivität mit Mobilität.

Ebenfalls eine Überlegung wert

Microsoft hat das Surface Pro 10 nur wenige Monate vor dem Surface Pro 11 vorgestellt. Auf den ersten Blick liegen die beiden Geräte nicht weit auseinander, doch in der Praxis trennen sie Welten. Das Surface Pro 10 richtet sich an Unternehmen und setzt auf Intel-Ultra-Prozessoren, um größtmögliche App-Kompatibilität zu bieten. Allerdings wirkt es im Vergleich zur 11. Generation deutlich weniger beeindruckend – insbesondere bei der Akkulaufzeit.

Wenn dir die Idee der neuen CoPilot-Plus-PCs gefällt, du aber ein Gerät für den ganzen Tag brauchst, lohnt sich vielleicht ein Blick auf klassische Laptops. Modelle wie das Acer Swift AI, der Microsoft Surface Laptop 6 oder das Samsung Galaxy Book Edge bieten ähnliche Hardware, kommen aber mit größeren Displays und einem traditionellen Notebook-Design, das sich besser für den Alltag eignet.

Andrew Williams
Freelance Technology Journalist

Andrew is a freelance tech and entertainment journalist. He writes for T3, Wired, Forbes, The Guardian, The Standard, TrustedReviews and Shortlist, among others.

Laptop and computing content is his specialism at T3, but he also regularly covers fitness tech, audio and mobile devices.

He began writing about tech full time in 2008, back when the Nintendo Wii was riding high and smartphones were still new.

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