Ich habe Googles neues Klapphandy getestet – es ist deutlich besser geworden, aber lohnt sich der Preis wirklich?

Das Pixel 9 Pro Fold ist ein riesiger Fortschritt im Vergleich zum ursprünglichen Pixel Fold – das ist der Grund dafür

Google Pixel 9 Pro Fold im Test
(Bildnachweis: Future / Mike Lowe)

Ich habe das Pixel 9 Pro Fold eine ganze Arbeitswoche lang getestet. Während ich meine abschließenden Tests für eine umfassende Bewertung von Googles bestem Klapphandy vorbereite, möchte ich hier schon mal meine ersten Eindrücke vom neuen Upgrade teilen – und wie es sich im Vergleich zu seinen stärksten Konkurrenten schlägt.

Ich war kein großer Fan von Googles erstem Klapphandy, dem Pixel Fold. Es wirkte eher wie der Anfang einer Reise als ein voll ausgereiftes Produkt. Das Pixel 9 Pro Fold – wie der Name schon sagt, ein nahtloser Teil der Pixel-Familie – spielt zum Glück in einer anderen Liga und stellt einen großen Schritt nach vorne dar.

Während viele Hersteller ihre faltbaren Handys von Generation zu Generation nur minimal verbessern, markiert das Pixel 9 Pro Fold für mich fast einen kompletten Paradigmenwechsel. Und das ist meiner Meinung nach genau das, was Googles Klapphandy im Wettbewerb gut positioniert. Hier sind die Gründe dafür:

1. Es lässt sich flach zusammenklappen!

Google Pixel 9 Pro Fold im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Es stimmt: Das ursprüngliche Pixel Fold ließ sich nicht vollständig flach zusammenklappen. Wie das überhaupt in die Produktion gehen konnte, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Aber Google hat diesen Fehler behoben, denn beim Pixel 9 Pro Fold liegt das innere Display jetzt wirklich plan an.

Das ist ein wichtiger Schritt, sowohl in Sachen Haltbarkeit als auch für die alltägliche Nutzung. Beim ersten Modell konnte das Scharnier durch intensiven Gebrauch schnell überlastet werden. Das neue Pixel 9 Pro Fold setzt dagegen auf ein komplett überarbeitetes Scharnierdesign, das genau solche Probleme verhindert. Und dieses neue Scharnier hat auch spürbaren Einfluss auf die Gesamtgröße und das Handling.

Ganz perfekt ist es trotzdem nicht: Wenn das Fold flach auf dem Tisch liegt, wackelt es leicht, was an der neuen quadratischen Kamerainsel auf der Rückseite liegt. Trotzdem gefällt mir der neue Look ausgesprochen gut. In echt wirkt er deutlich hochwertiger als auf Bildern oder Renderings.

Auch das Design des Pixel 9 Pro hat für Diskussionen gesorgt – aber ich finde den mutigen neuen Stil sehr gelungen. Er fühlt sich moderner an und hebt sich angenehm vom Einheitslook vieler anderer Smartphones ab.

2. Ein neuer Gewinn in puncto Seitenverhältnis

Als ich das neue Pixel 9 Pro Fold in die Hände bekam, musste ich erst mal mein altes Pixel Fold rauskramen, um mich an die Unterschiede zu erinnern. Und die sind wirklich wie Tag und Nacht – das zeigen auch die Bilder weiter oben deutlich. Das neue Design bringt nicht nur einen komplett frischen Look, sondern auch ein völlig anderes Seitenverhältnis mit sich.

Außen gibt’s jetzt ein 6,3-Zoll-Display im 20:9-Format – also genau wie bei vielen der besten Android-Handys derzeit. Innen wartet ein riesiges 8-Zoll-Display mit einem nahezu quadratischen Seitenverhältnis von 1:1 – das größte auf dem Markt.

Bevor ich diesen Artikel geschrieben habe, habe ich mehrere Wochen lang das Pixel 9 Pro XL genutzt. Es ist schnell auf meiner Liste der besten Handys für 2024 nach oben geklettert. Und genau dieses Gerät scheint auch Einfluss auf das 9 Pro Fold gehabt zu haben: In Größe und Haptik erinnert es stark an seinen nicht faltbaren Verwandten, was ich als großen Fortschritt empfinde. Dadurch fühlt sich das Fold im Alltag deutlich „normaler“ an.

Das Seitenverhältnis ist bei Klapphandys generell ein heiß diskutiertes Thema. Samsung etwa geht beim Samsung Galaxy Z Fold 6 in eine ganz andere Richtung: Außen ein 6,3-Zoll-Display im schmalen 22,1:9-Format, was vielen zu schlank ist, um damit bequem zu arbeiten. Andererseits verstehe ich Samsungs Ansatz. Der große innere Bildschirm (7,6 Zoll mit einem Seitenverhältnis von 20,9:18) bietet eine Menge Platz und erfüllt einen klaren Zweck.

3. Es ist so viel leichter

Google Pixel 9 Pro Fold im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Bisher habe ich festgestellt, dass sich das Pixel 9 Pro Fold im Alltag wirklich komfortabel und natürlich anfühlt. So sehr sogar, dass ich oft gar keinen Grund sehe, es überhaupt aufzuklappen.

Ein großer Faktor für diesen Komfort ist aus meiner Sicht das reduzierte Gewicht: von 286 g beim ersten Pixel Fold auf jetzt 257 g in der zweiten Generation. Klingt auf dem Papier nicht nach viel, macht aber im Alltag tatsächlich einen spürbaren Unterschied – vor allem, wenn du beide Geräte direkt hintereinander in der Hand hältst.

Trotzdem: Ein Leichtgewicht ist das Pixel 9 Pro Fold immer noch nicht. Das OnePlus Open – für mich nach wie vor das beste „nicht-faltbare“ Klapphandy – bringt nur 239 g auf die Waage. Und das Galaxy Z Fold 6 wiegt trotz seines kompakteren Seitenverhältnisses genauso viel wie das neue Pixel.

Mit nur 226 g dürfte das kommende Magic V3 von Honor der wahre Leichtgewichts-Champion werden – fast so leicht wie das Pixel 9 Pro XL.

4. Es gibt jedoch Bereiche, in denen noch Luft nach oben ist

Google Pixel 9 Pro Fold im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Trotz der deutlichen Verbesserungen des Pixel 9 Pro Fold würde ich es nicht als das perfekte Klapphandy bezeichnen. Auf meinen Bildern hier auf der Seite kannst du wahrscheinlich ein paar fragwürdige Designentscheidungen erkennen. Ob die für dich wirklich ins Gewicht fallen, hängt natürlich von deinem Geschmack ab.

Der Rahmen rund um den Bildschirm wirkt zum Beispiel... einfach seltsam. Sowohl außen als auch innen gibt es die gleichen stark abgerundeten Ecken wie bei der Pixel 9-Serie – und die können tatsächlich in App-Inhalte „hineinschneiden“. Andere faltbare Handys setzen auf schmalere Ränder und weniger ausgeprägte Rundungen.

Trotzdem: Die neuen Displays, die Google verbaut, sind beeindruckend. Ich habe bisher kein Klapphandy mit einem helleren Bildschirm gesehen. Google scheint verbesserte Panels mit LTPO-Technologie zu nutzen, was variable Bildwiederholraten ermöglicht. Farbe und Helligkeit sind hier echte Pluspunkte – auch wenn die bekannte Bildschirmfalte beim inneren Display natürlich immer noch sichtbar ist, wie bei allen faltbaren Handys.

Kommen wir zur Software: Google ist schließlich der Ursprung von Android, da erwartet man ein starkes Nutzer:innenerlebnis – und das liefert Google auch. Aber wie schon beim ersten Pixel Fold habe ich das Gefühl, dass Android aktuell noch nicht genug aus dem Dual-Display-Format herausholt. Andere Hersteller erlauben mehr echtes Multitasking auf dem Bildschirm. Google bietet im Moment nur App-Paare an. Immerhin: Mit den versprochenen Updates über viele Jahre hinweg dürfte sich das Erlebnis in Zukunft noch deutlich weiterentwickeln.

Und dann wären da noch die Kameras: eine 48-Megapixel-Hauptkamera, eine 10,5-MP-Ultraweitwinkelkamera und eine 10,8-MP-Telelinse mit fünffachem optischem Zoom. Damit deckt das Fold einiges ab. Dank Googles Gemini-KI fließt auch eine Menge computergestützte Fototechnologie in die Bilder ein. Trotzdem reicht das Ganze nicht ganz an das Niveau des Pixel 9 Pro XL heran – und das sollte es meiner Meinung nach eigentlich. Vor allem, weil die Kameraeinheit für dieses Modell neu entwickelt wurde.

5. Was den Preis betrifft...

Google Pixel 9 Pro Fold im Test

(Image credit: Future / Mike Lowe)

Es wäre nachlässig, den Preis von Googles neuestem Klapphandy nicht zu kommentieren. Denn mit rund 1.400 € ist es definitiv kein Schnäppchen. Trotzdem wirkt der Preis im Vergleich zur Konkurrenz überraschend fair.

Zum Beispiel startete das Galaxy Z Fold 6 am ersten Tag bei etwa 2.000 € und bietet dafür objektiv weniger Handy. Das ursprüngliche OnePlus Open lag bei ca. 1.700 €, ist aber inzwischen schwer zu bekommen. Die neue Apex Edition kostet deutlich mehr.

Klar, das Pixel 9 Pro Fold ist teuer. Aber Google ist jetzt an einem Punkt, an dem es wirklich mit den besten Klapphandys mithalten kann. Das ist meiner Meinung nach ein großer Fortschritt im Vergleich zu früheren Android-Versuchen.

Mit dem größten und hellsten Display aller Klapphandys und dem Versprechen von sieben Jahren Android-, Funktions- und Sicherheitsupdates zeigt Google deutlich, dass es das Thema Klapphandy ernst meint.

Mike Lowe
Tech Editor

Mike is T3's Tech Editor. He's been writing about consumer technology for 15 years and his beat covers phones – of which he's seen hundreds of handsets over the years – laptops, gaming, TV & audio, and more. There's little consumer tech he's not had a hand at trying, and with extensive commissioning and editing experience, he knows the industry inside out. As the former Reviews Editor at Pocket-lint for 10 years where he furthered his knowledge and expertise, whilst writing about literally thousands of products, he's also provided work for publications such as Wired, The Guardian, Metro, and more.

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