Kerstin Findeisen
Früher hatten Samsungs Smartwatches nicht den Anspruch, dein Leben zu verändern. Wie die meisten Wearables wollten sie dich einfach dazu bringen, 10.000 Schritte am Tag zu gehen – und vielleicht mal ein bisschen Gemüse zu essen. Dinge wie Herzratenvariabilität oder Antioxidantien konnten sie noch nicht erfassen. Es war eine einfachere Zeit – aber auch eine mit weniger Feingefühl.
Heute steckt hinter der Galaxy Watch 8 und Galaxy Watch 8 Classic eine ganz andere Philosophie: KI-gestützt, individuell angepasst und mit dem Ziel, deine Gesundheit so präzise zu überwachen, dass die Uhr potenzielle Probleme erkennt, bevor es deine Ärzte*innen tun.
Samsung will dir den Gang zu Ärzte*innen natürlich nicht ersparen – aber das Ziel ist klar: Dir dabei zu helfen, gar nicht erst krank zu werden, indem dich die Uhr frühzeitig zu einem gesünderen Lebensstil motiviert.
Im exklusiven T3-Interview erzählen Annika Bizon, Vice President Product & Marketing Mobile Experience bei Samsung UK, und Lee Dinham, Smartphone Specialist Product Manager, wie Samsungs neue Wearables den Wandel von simplen Schrittzählern zu smarten Gesundheitsbegleitern zeigen – und warum der Konzern überzeugt sagt: „Samsung hält dir den Rücken frei.“
Von Alltagstracker zu einer umfassenden Gesundheitsstrategie
„Früher war Gesundheitstracking ziemlich generisch“, sagt Annika Bizon. „Alle bekamen denselben Rat: 10.000 Schritte, fünf Portionen Obst & Gemüse, acht Stunden Schlaf. Aber meine Gesundheit ist nicht deine Gesundheit – und genau da kommt KI ins Spiel.“
Samsungs erste Wearables beschränkten sich wie viele ihrer Zeitgenossen auf oberflächliche Werte. Doch mit jeder neuen Generation hat die Marke ihren Fokus weiter in Richtung Gesundheit verschoben.
Mit der Galaxy Watch Active 2 führte Samsung EKG-Funktionen und automatische Sturzerkennung ein, die Watch 3 brachte Blutdruckmessung, und die Watch 5 Pro setzte auf Robustheit und Outdoor-Tracking. Jede Generation hat Samsungs Gesundheitsfokus weiter geschärft.
Die Galaxy Watch 8-Serie führt diesen Weg konsequent fort – mit Tools, die nicht nur deine Vitalwerte überwachen, sondern dir aktiv helfen sollen, sie zu verbessern. Neu dabei sind unter anderem Metriken wie oxidativer Stress, vaskuläre Belastung und eine verbesserte Schlafanalyse, die laut Samsung sogar Anzeichen für Schlafapnoe erkennen kann – ein Feature, das aktuell kein anderer Hersteller bietet.
„Schlaf ist die Basis von allem“, erklärt Annika. „Es geht nicht nur darum, erholt aufzuwachen – guter Schlaf beeinflusst auch deine körperliche und mentale Gesundheit sowie dein soziales Wohlbefinden.“
Samsung ist zwar nicht die erste Marke mit Fokus auf Gesundheit, aber wenn es um Schlaftracking als Teil einer ganzheitlichen Gesundheitsstrategie geht, liegt der südkoreanische Tech-Riese klar vorne.
Besonders gut gelingt Samsung dabei die Gamification: Statt nur einer trockenen Analyse bekommst du einen Schlafscore – und sogar ein Schlaftier, das deinen Schlafstil repräsentiert. So bringt Samsung komplexe Gesundheitsdaten näher an alle, die mit technischen Details sonst wenig anfangen können.
Kulturwandel: Von der Bar zum Lauftreff
Die neuesten Wearables der Marke spiegeln auch einen größeren kulturellen Wandel rund um das Thema Gesundheit wider. Annika erklärt, wie gerade jüngere Generationen ihr Sozialleben und ihre Self-Care neu definieren
„Zur Laufgruppe statt in die Bar“, sagt sie. „Die Zahl der Menschen, die Laufclubs beitreten, ist im Jahresvergleich um 59 % angestiegen. Viele entscheiden sich bewusst dafür, ihre Zeit gesünder zu verbringen – und genau hier kommen Wearables ins Spiel.“
Samsung will diesen Wandel aktiv unterstützen – mit Tools, die perfekt in die neuen Lebensstile passen. Die Uhr ist dabei nicht nur ein Tracker, sondern auch ein sichtbares Zeichen für dein Gesundheits-Commitment. Sie gibt dir persönliche Tipps und sorgt gleichzeitig für (gesunden) sozialen Druck, wirklich am Ball zu bleiben.
Das betrifft nicht nur dich als Träger*in, sondern auch dein Umfeld. Annika erzählt, wie sich ihr eigener Umgang mit der Uhr auf ihre Familie ausgewirkt hat: „Nachdem ich meine Antioxidantienwerte geprüft hatte, habe ich angefangen, mehr Süßkartoffeln und Blaubeeren zu essen. Und meine Familie hat das übernommen – weil ich es vorgemacht habe.“
Galaxy KI wird persönlich
Mit der Galaxy Watch 8 setzt Samsung Machine Learning voll in den Fokus. KI ist gerade überall und wird oft als Schlagwort benutzt – ohne echten Mehrwert dahinter. Samsung geht da einen anderen Weg und nutzt die Technologie, um sonst komplexe Gesundheits- und Fitnessdaten für alle verständlich zu machen.
Zum Beispiel ermöglicht die KI mit der Energy Score-Funktion einen Tages-Readiness-Wert, der Schlafqualität, Regeneration nach dem Training und weitere Biomarker kombiniert – und dir so einen einfachen, klaren Überblick über deine Gesundheit liefert.
Annika nennt das den „Start von etwas Größerem“ – weg vom reinen Sammeln von Daten hin zu echter Dateninterpretation – und das weit über allgemeine Tipps hinaus. Die KI lernt deine Gewohnheiten, deinen Schlafrhythmus und sogar deinen Hormonzyklus kennen und passt sich daran an.
„Ich reise viel“, erklärt sie. „Jetzt versteht die KI, wann ich die Zeitzonen wechsle, und hilft mir, meinen Schlaf entsprechend anzupassen. Genau das macht es persönlich.“
Dieser Wandel ist besonders wichtig für Nutzer*innen, die in der Tech-Welt oft unterrepräsentiert sind. „Als Frau in der Perimenopause wünsche ich mir andere Empfehlungen als noch vor zehn Jahren. Jetzt liefert mir die Uhr Ratschläge, die wirklich zu mir passen – nicht nur für die Durchschnittsnutzer*innen“, ergänzt sie.
Garmin im Outdoor-Game herausfordern
Die Galaxy Watch Ultra ist Samsungs klarster Vorstoß in den High-Performance-Wearable-Markt (siehe auch: beste Triathlon-Uhren). Während die Standard-Modelle Watch 8 und Watch 8 Classic vor allem Lifestyle- und Fitnessnutzer*innen ansprechen, ist die Ultra dafür gemacht, direkt mit robusten Sportuhren wie der Garmin Fenix 8 zu konkurrieren.
Lee Dinham erklärt: „Wir bieten eine großartige Alternative für alle, die eigentlich eine Garmin-Uhr suchen. Du bekommst ein helles AMOLED-Display, volle App-Unterstützung, Samsung Pay, Musikspeicher, fortschrittliche Sensoren und Offline-Navigation.“
Ganz eins zu eins ist das aber nicht. Die Akkulaufzeit der Ultra ist solide – Lee kommt auf etwa vier Tage pro Ladung – erreicht aber noch nicht die mehrwöchige Laufzeit mancher Garmin-Modelle. Trotzdem sieht Samsung das als fairen Kompromiss für Nutzer*innen, die in ihrer Laufuhr mehr Smartwatch-Features wollen.
„Unser Ziel ist es, Leistung, Funktionen und Bedienbarkeit auszubalancieren. Wir wissen, dass einige Nutzer*innen von Apple oder Garmin wechseln, und wir schaffen einen überzeugenden Grund dafür“, erklärt Lee.
Er betont außerdem, dass die wichtigsten Outdoor-Features schon jetzt an Bord sind, darunter GPX-Routenunterstützung und eine Track-Back-Funktion für die Navigation – beides direkt in Samsung Health integriert, nicht nur über Google Maps.
Neue Hardware, gleiche Philosophie
Die neuen Uhren bekommen außerdem ein überarbeitetes Band-Anbindungssystem, das den Sitz verbessert und die Sensor-Genauigkeit erhöht. Samsung spricht von bis zu 11 % präziseren Herzfrequenzdaten.
„Das mag nach einer kleinen Änderung klingen“, sagt Lee, „aber es macht einen großen Unterschied bei Komfort und Datenqualität. Wir wollen, dass deine Werte wirklich Aussagekraft haben.“
Trotz größerem Akku ist die Galaxy Watch 8 dank komplettem internen Redesign 11 % dünner als die Galaxy Watch 7. Das ist Teil von Samsungs größerer Mission, Wearables für mehr Nutzer*innen komfortabler, attraktiver und praktischer zu machen – auch für Menschen mit schmaleren Handgelenken.
Blick in die Zukunft – von Wellness zu Prävention
Wie geht es jetzt weiter? Annika und Lee sind sich einig: Die Zukunft von Samsungs Wearables liegt in der präventiven Gesundheit.
„In den letzten zweieinhalb Jahren ist der Wearables-Markt um 45 % gewachsen“, sagt Annika. „Aber die nächste Welle bringt den Wandel vom reinen Tracking hin zur aktiven Veränderung. Wir wollen die einzige Marke sein, der du vertraust, wenn es darum geht, deine Gesundheit heute und in Zukunft zu verstehen.“
Sie bringt es auf den Punkt mit einem Satz, der perfekt auf Poster passt: „Samsung hält dir den Rücken frei.“ Eine starke Ansage. Aber wenn die Galaxy Watch 8 ein Maßstab ist, ist Samsung bereit, genau dafür einzustehen.

Matt Kollat is a journalist and content creator who works for T3.com and its magazine counterpart as an Active Editor. His areas of expertise include wearables, drones, fitness equipment, nutrition and outdoor gear. He joined T3 in 2019. His byline appears in several publications, including Techradar and Fit&Well, and more. Matt also collaborated with other content creators (e.g. Garage Gym Reviews) and judged many awards, such as the European Specialist Sports Nutrition Alliance's ESSNawards. When he isn't working out, running or cycling, you'll find him roaming the countryside and trying out new podcasting and content creation equipment.